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ADAC Hauptversammlung 2012

Der ADAC will mehr Transparenz bei Spritpreisen. Bei einem Pressegespräch anlässlich der Hauptversammlung 2012 begrüßte ADAC Präsident Peter Meyer am 3. Mai Medienvertreter und hatte eine erfreuliche Nachricht: Der ADAC verzeichnete 2011 den größten Mitgliederzuwachs seit 1992. Weitere Top-Themen waren die Spritpreise und die Pendlerpauschale.

Nicht nur teures Rohöl und die hohe Steuerlast auf Kraftstoffe sind schuld an den derzeit explodierenden Spritpreisen, sondern auch wettbewerbswidrige Praktiken im Raffineriebereich. "Es ist nicht akzeptabel, wenn freie Tankstellen ihren Kraftstoff bei den Raffinerien teurer einkaufen müssen, als ihn die Marken an ihren Tankstellen verkaufen", so ADAC Präsident Peter Meyer bei einem Pressegrespräch auf der Hauptversammlung des ADAC in München.

"Das ist eine eindeutige und rechtswidrige Diskriminierung dieser mittelständischen Betriebe, damit wird der Wettbewerb außer Kraft gesetzt. Es ist richtig, dass das Bundeskartellamt jetzt mehr Möglichkeiten bekommt, um diesen Markt mit Hilfe einer eigenen Sektoruntersuchung genauer zu durchleuchten."

So stellte er klar, dass der ADAC die am 2. Mai vom Bundeskabinett beschlossene Meldestelle zur Kontrolle der Preispolitik der Ölkonzerne nur dann unterstützt, wenn sichergestellt ist, dass diese auf keinen Fall ein Datenfriedhof werde. Vielmehr müsse das ganze eine Art "Online-Börse" werden, die von der Mineralölindustrie, Behörden und Kartellamt und vor allem auch von Verbrauchern aktuell einsehbar und auswertbar ist.

Um die sprunghaft gestiegenen Arbeitswegkosten gerecht zu berücksichtigen, sprach sich Meyer erneut dafür aus, schnellstmöglich die Entfernungspauschale anzuheben. "In unseren Augen ist eine spürbare Anhebung notwendig, um die Millionen von Pendlern angemessen zu entlasten", so Meyer. "Mindestens muss die 2004 erfolgte Kürzung von 36 Cent für die ersten zehn und 40 Cent für alle weiteren Entfernungskilometer auf heute 30 Cent zurückgenommen werden."

Schließlich erläuterte Präsident Meyer auch die bereits bekannt gewordenen aktuellen Überlegungen zu zielgruppenspezifischen Beitragsmodellen. Als Grund für die Überlegungen nannte er den Wunsch, die unterschiedlichen Zielgruppen für eine Mitgliedschaft noch bedarfsgerechter bedienen zu können. Die neuen Mitgliedschaftsmodelle sollen voraussichtlich 2014 eingeführt werden.

Im Hinblick auf die im vergangenen Jahr erstmals seit 20 Jahren wieder gestiegene Zahl der Verkehrstoten, wurde die Forderung laut, die Fahrausbildung zu verbessern. "Insbesondere die Risikobereitschaft der jungen Fahrer muss mit geeigneten Programmen verringert werden", so Meyer. Der ADAC plädiert deswegen für eine zweite Stufe in der Fahrausbildung. In dieser sollten die Führerscheinneulinge mit speziellen Kursen gezielt zu einer defensiveren Fahrweise gebracht werden.

Die Hauptversammlung des Münchner Automobilclubs findet vor dem Hintergrund erfolgreicher Wirtschaftszahlen statt. So konnte der ADAC im vergangenen Jahr mit über 580.000 neuen Mitgliedern das beste Wachstum seit den Wendejahren 1990 bis 1992 verzeichnen. Die Beitragseinnahmen belaufen sich auf 677 Mio. Euro, für Leistungen wurden 659 Millionen Euro ausgegeben, zu einem großen Teil für die ADAC Pannenhilfe. Allein für sie wurden 305 Mio. Euro ausgegeben.

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