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Motorradunfall in Lybien

 
  • Samstag, 24. Dezember, 20:51 Uhr

    Anruf in der Münchner Notrufzentrale des ADAC Ambulance Service. Am Apparat ist die deutsche Botschaft in Libyen. Matthias S. aus Baden Württemberg ist mit einer Motorrad-Reisegruppe in der Libyschen Wüste unterwegs und hatte dort einen Motorradsturz. Ein mitreisender Arzt  in der Gruppe steht zur Verfügung und übernimmt die Erstversorgung. Der Leiter der Reisegruppe hat mit dem mitgeführten Satellitentelefon die deutsche Botschaft verständigt. 


  • Samstag, 24. Dezember, 21:12 Uhr

    Der Patient soll aus der Wüste zunächst in eine Unfallklinik nach Tripolis geflogen werden. Der Transport wird durch ein Ambulanzflugunternehmen aus Libyen übernommen. 

    Glücklicherweise ist direkt neben dem errichteten Camp eine geeignete Piste zum Landen. Die Strecke ist eben und besteht aus dichtem, festen Sand. Eine Landung bei Nacht ist allerdings unmöglich, daher wird der Transport auf den nächsten Tag verschoben.


  • Sonntag, 25. Dezember, 12:43 Uhr

    ADAC-Ärzte sind in Kontakt mit dem Arzt im Camp. Dieser hat bei Matthias S. eine Wirbelverletzung sowie eine Brustbeinprellung festgestellt, außerdem deutet alles auf ein Schädelhirntrauma hin. Ohne Hilfsmittel kann jedoch keine genauere Diagnose gestellt werden. Der Zustand des Patienten ist stabil. 


  • Sonntag, 25. Dezember, 17:25 Uhr

    Anruf der deutschen Botschaft beim ADAC Ambulance Service. Es gab Probleme bei der Landung in der Wüste. Aufgrund eines Übermittlungsfehlers der Koordinaten konnte das Camp und die vorgesehene Landebahn vom Piloten nicht geortet und angesteuert werden. Der Patient befindet sich nach wie vor im Camp. Die Rettungsaktion musste wegen Dunkelheit abgebrochen werden. Am 26. Dezember wird das Flugzeug erneut starten. 


  • Montag, 26. Dezember, 11:53 Uhr
    Das Ambulanzflugzeug konnte auf der zuvor durch die Motorräder markierte Piste in der Wüste landen. Die Aufnahme des Patienten in die Maschine erfolgt problemlos. Beim Wenden des Flugzeuges allerdings gräbt sich das Vorderrad in den Sand ein. Dem Versorgungs-LKW, der die Motorradfahrer begleitet, gelingt es schließlich nach zwei Stunden die Maschine aus dem Sand zu ziehen.
  • Montag, 26. Dezember, 12:00 Uhr
    Die aus dem Sand befreite Ambulanzmaschine startet Richtung Tripolis. Höchste Zeit für den Patienten, der dringend in einer Klinik behandelt werden muss.   
  • Montag, 26. Dezember, 14:46 Uhr
    Der Patient kommt in der Unfallklinik in Tripolis an und wird dort sofort behandelt. Ein Arzt der Deutschen Botschaft ist in der Klinik und gibt aktuelle Informationen über den Zustand an die ADAC Mitarbeiter weiter
  • Dienstag, 27. Dezember, 10:51 Uhr
    Die Ärzte in Tripolis, sowie die ADAC Ärzte sind sich einig: Matthias S. soll so schnell wie möglich nach Deutschland transportiert werden, um dort operiert zu werden. Der Transport von Tripolis nach Stuttgart soll bereits am nächsten Tag stattfinden. 
  • Mittwoch, 28. Dezember, 13:00 Uhr
    Die ADAC-eigene Ambulanzmaschine landet auf dem Flughafen von Tripolis. Es gibt Probleme bei der Einreise des medizinischen Personals aus Deutschland, das den Patienten aus dem Krankenhaus abholen und während des Flug nach Deutschland begleiten soll. 
  • Mittwoch, 28. Dezember, 17:08 Uhr
    Ein arabisch sprechender Pilot des ADAC kann vermitteln und die Einreise des medizinischen Personals beschleunigen. Matthias S. wird unter medizinischer Aufsicht zum Flughafen transportiert und dort in die ADAC-Ambulanzmaschine übernommen. Mit 3-stündiger Verspätung startet der DO 328 Jet endlich Richtung Stuttgart. 
  • Mittwoch, 28. Dezember, 19:30 Uhr
    Auch die Landung in Stuttgart verzögert sich. Das Ambulanzflugzeug kann aufgrund des Schneechaos´ nicht planmäßig landen und muss voraussichtlich eine weitere halbe Stunde über dem Flughafen von Stuttgart kreisen bis die Landebahn frei geräumt ist.
  • Mittwoch, 28. Dezember, 20:00 Uhr
    Die Landebahn ist nun frei gegeben. Der Rettungswagen ist bereits vor Ort, um Matthias S. schnellstmöglich in das Zielkrankenhaus in Tübingen zu bringen, wo er nach Ankunft sofort operiert wird. 

    Nach seinem Krankenhausaufenthalt ist Matthias S. mittlerweile wieder zu Hause. Obwohl er sich schnell erholt, wird bis zur vollständigen Genesung noch einige Zeit vergehen. 

     

    Anmerkung: Es handelt sich teilweise um Originalfotos des beschriebenen Falls.


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