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Busunglück in der Türkei

 


  • Donnerstag, 3. November 2005

    Am Nachmittag verunglückt ein Reisebus mit 33 deutschen Urlaubern in der Nähe von Manavgat an der türkischen Riviera: Alle Insassen werden - z. T. schwer - verletzt, eine Person verstirbt noch am Unfallort, eine weitere erliegt ihren Verletzungen auf der Intensivstation des örtlichen Krankenhauses. Von den Betroffenen sind mehr als zwanzig ADAC-Mitglieder. 

    Der ADAC-Vertragsarzt in der Türkei ist schon wenige Stunden nach dem Unfall in der Privatklinik, in die die meisten Verletzten gebracht wurden. Er wird dort bleiben, bis der letzte Patient die Klinik verlassen hat und die Zentrale in München ständig mit neuesten Informationen zum Gesundheitszustand der Patienten versorgen. Der Reiseveranstalter beauftragt den ADAC Ambulance Service, sich um Betreuung und Rücktransport aller Unfallopfer zu kümmern.
  • Freitag, 4. November 2005

    Eine ADAC-Ärztin und ein Krisenpsychologe des ADAC Ambulance Service fliegen nach Antalya um vor Ort Hilfe zu leisten. Besonders die seelische Betreuung der Menschen in ihrer Muttersprache wird sich in den nächsten beiden Tagen als eminent wichtig herausstellen. Zur gleichen Zeit wird eine Mitarbeiterin des ADAC-Büros in Istanbul nach Manavgat entsandt, während in München und Nürnberg bereits die Flugpläne für die „D-BADA“, eine Fairchild Dornier-328-Jet, die größte Ambulanzmaschine des ADAC, ausgearbeitet werden.


  • Samstag, 5. November 2005

    Um sechs Uhr früh hebt die Dornier in Nürnberg ab. Vier Stunden später bringen türkische Ambulanzfahrzeuge unter Leitung des Vor-Ort-Teams die erschöpften, aber sichtlich erleichterten Patienten zu der Maschine aufs Flugfeld. Die Ärzte und Sanitäter des ADAC übernehmen sechs liegende und drei sitzende Patienten, die schon um 15 Uhr vom Flughafen München aus in die aufnehmenden Krankenhäuser verlegt werden.

    Die Crew der „BADA“ wird ausgewechselt, die Maschine betankt, Material ergänzt. Nach einer Stunde Bodenzeit macht sich das große, gelbe Flugzeug erneut auf den Weg in die Türkei. Auch dieses Mal ist die Übernahme der Patienten minutiös geplant und funktioniert ohne jeden Zeitverlust. Von den sechs Patienten, die liegend transportiert werden müssen, braucht eine Frau mit schweren Verletzungen intensivmedizinische Betreuung. Zwei leichter verletzte Personen können sitzend an Bord genommen werden. Allen gemeinsam aber ist, dass sie immer noch unter dem Eindruck des furchtbaren Unfalls stehen, den sie überlebt haben.

    Um 23 Uhr landen auch diese acht Patienten auf dem Münchener Flughafen. Die schwerverletzte Patientin wird in ihr Heimatkrankenhaus nach Nürnberg weitergeflogen.
  • Sonntag, 6. November 2005
    Mit dem letzten Ambulanzflug kehren zwei weitere liegende und ein sitzender Patient nach München zurück. An Bord ist auch das Vor-Ort-Team, dessen Auftrag nach 2 Tagen intensivster Arbeit erfüllt ist.
  • Resümee

    Insgesamt wurden bei den drei Flügen der Dornier 328 des ADAC vierzehn Patienten liegend und sechs sitzend in die Heimat gebracht. Elf leichter oder körperlich ganz unverletzte Mitglieder der Reisegruppe konnten mit Linienflugzeugen nach Deutschland zurückkehren.

    Es hat sich gezeigt, dass die Erfahrungen, die der ADAC Ambulance Service bei Ereignissen wie dem Erdbeben in der Türkei 1999, nach der Flutkatastrophe in Asien an Weihnachten 2004 und vielen anderen gewonnen hat, der Schlüssel zur erfolgreichen Arbeit auch bei diesem Unglück waren. Als ebenso unverzichtbar haben sich ein belastbares Netzwerk von Partnern in der Region und der problemlose Zugriff auf eine eigene Flotte von Ambulanzflugzeugen erwiesen. Bei allen erforderlichen medizinischen und logistischen Schritten darf aber die kompetente psychische Betreuung der Unfallopfer und ihrer Angehörigen nicht vernachlässigt werden: Die Mitarbeiter der Vor-Ort-Teams müssen mit teilweise extremen Belastungen souverän umgehen können.

    Repatriierungsaktionen wie diejenige von Manavgat gehören in erfahrene Hände. Nur so werden den Betroffenen weitere Belastungen durch Zeitverlust und Missorganisation erspart. Der ADAC Ambulance Service hat einmal mehr bewiesen, dass er solchen Herausforderungen in jeder Weise gewachsen ist.

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