ADAC Jahresrückblick: Das bewegte den Club 2022

25 Jahre ADAC Technik Zentrum – auch ein Hunde-Dummy ist manchmal im Einsatz
25 Jahre ADAC Technik Zentrum – auch ein Hunde-Dummy ist manchmal im Einsatz© ADAC/Uwe Rattay

2022 nähert sich seinem Ende – ein aufregendes, manchmal erschütterndes, oft bewegendes Jahr. Auch beim ADAC: Pannenhelfer machten unentgeltlich die Autos von Geflüchteten aus der Ukraine flott, die Zentrale des Clubs leuchtete eines Abends in den Farben des Regenbogens, und die Technikexperten simulierten in Landsberg einen Crash von Auto und Wildschwein.

Januar: Wie ein Brand am E-Auto gelöscht wird

In Kooperation mit der Feuerwehr testete der ADAC eine Löschdecke © ADAC/Marc Wittkowski

Auch wenn das Risiko eines Brandes bei E-Autos nicht höher ist als bei Verbrennern: Die Zahl dieser Vorfälle steigt allein schon durch die zunehmende E-Mobilität. Bei einem Brandversuch mit der Feuerwehr konnten sich die Technikexperten und -expertinnen des ADAC ein Bild davon machen, wie eine Löschdecke die Feuerentwicklung deutlich verzögert und so den Handlungsspielraum der Feuerwehr-Kollegen und -Kolleginnen vergrößert. Neben Wasser in großen Mengen ist das eine weitere vielversprechende Technik, einen brennenden Akku zu löschen.

Februar: Premiere für den ADAC Mobilitätsindex

Auch wegen unpünktlicher Züge wird Mobilität in Deutschland kaum nachhaltiger © Shutterstock/nattawit.sree

Keine Frage: Verkehr und Mobilität in Deutschland müssen nachhaltiger werden, um die vereinbarten Klimaschutzziele zu erreichen. Aber reichen die Anstrengungen dafür aus? Für den Zeitraum 2015 bis 2019 hat der ADAC dies vom Prognos-Institut untersuchen lassen.

Das Resultat, der ADAC Mobilitätsindex, zeigt, dass zwar die Zahl der Verkehrstoten und die Umweltbelastungen zurückgehen. Aber Indikatoren wie steigende Unfallzahlen und sinkende Zuverlässigkeit der Bahn machen klar, dass es noch sehr viel zu tun gibt, um die Stagnation zu beenden.

März: Unterstützung für Geflüchtete aus der Ukraine

Mit unbürokratischer Pannenhilfe engagierte sich der Club für Geflüchtete © ADAC/Martin Hangen + dpa/Annette Riedl [M]

Am 24. Februar startete Russland den Angriffskrieg gegen sein Nachbarland. Kurz danach begann der ADAC, sich an der Hilfe für Geflüchtete aus der Ukraine zu beteiligen. Eine der Maßnahmen: Die Gelben Engel leisten kostenlose Pannenhilfe für alle Menschen, die nach Deutschland geflohen sind, und für alle, die sich für die vom Krieg betroffenen Menschen einsetzen.

Dabei machen die ausgebildeten Kfz-Mechatroniker, -Mechanikerinnen und -Elektriker des Clubs fahrbare Untersätze aller Art wieder flott – vom Einsatzfahrzeug über Auto und Mofa bis zum Fahrrad.

April: Crashtest zeigt Sicherheitslücke bei Wohnmobilen

Bei der Sicherheit auf den Rücksitzen von Wohnmobilen gibt es Nachholbedarf © ADAC/Uwe Rattay

Verbraucherschutz ist ein Kernthema des Clubs. Schon mehrfach wurden Wohnmobile unter die Lupe genommen und untersucht, ob bei einem Unfall auch die Insassen auf der Rückbank ausreichend geschützt sind. Dabei kam heraus, dass das Verletzungsrisiko dort sehr hoch ist, wenn Sitzbänke mit Holzkonstruktion verbaut sind – und das ist in den meisten Campern der Fall.

Im jüngsten Test der Reihe bewährte sich zwar der VW Grand California in der Crash-Anlage, aber es zeigten sich Schwächen bei der Montage von Kindersitzen. Noch mehr Infos und Beratung rund um das Thema Camping bot der Club im Juni bei den "ADAC Camping Days".

Mai: Die ADAC Zentrale leuchtet bunt

Am 31. Mai leuchtete die Fassade des ADAC in Regenbogenfarben ∙ Bild: © ADAC/Xaver Lockau, Video: © ADAC e.V.

Am letzten Maitag strahlten an der Hochhausfassade des ADAC die Regenbogenfarben – aus Gelb wurde Bunt. Zum zehnten Deutschen Tag der Diversität zeigte der Club Flagge für Vielfalt. Als Unterzeichner der gleichnamigen Charta ist es dem ADAC ein wichtiges Anliegen, die sieben verschiedenen Dimensionen von Vielfalt sichtbar zu machen. Darunter sind soziale Herkunft, sexuelle Orientierung, Religion und Weltanschauung sowie körperliche und geistige Fähigkeiten.

Juni: Jubiläum und Motorsport-Spektakel

25 Jahre ADAC Testzentrum Landsberg

Gottseidank nur Dummys: Ein Crashtest im ADAC Testzentrum © ADAC/Uwe Rattay

Die Szenarien sind vielfältig: Ein Wildschwein kollidiert mit einem Fahrzeug, ein Radfahrer kracht gegen eine plötzlich geöffnete Autotür – nur zwei Beispiele für die vielen Verbraucherschutztests, die seit einem Vierteljahrhundert im ADAC Technik Zentrum im oberbayerischen Landsberg laufen.

Das Medienecho ist groß, vor allem, wenn ein Produkt wegen Sicherheitsmängeln durchfällt. Zukunftssicher stellen sich die Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter mit dem Innovations-Campus für intelligente und vernetzte Mobilität auf, der gerade auf dem Gelände des nahegelegenen Fliegerhorsts Penzing entsteht.

232.000 Besucher beim Motorrad Grand Prix

2020 wurde der Motorrad Grand Prix abgesagt, 2021 fand er als "Geisterrennen" statt. 2022 durften dann endlich wieder Zuschauerinnen und Zuschauer an den Sachsenring. Und die kamen so zahlreich, dass prompt ein neuer Besucherrekord aufgestellt wurde: 232.202 Fans verwandelten die Traditionsstrecke bei Hohenstein-Ernstthal in einen regelrechten Hexenkessel.

ADAC Sportpräsident Dr. Gerd Ennser: "Wir sind sehr stolz auf dieses Ergebnis und vor allem auf die Fans, die der Veranstaltung seit vielen Jahren die Treue halten und dafür sorgen, dass der 'Liqui Moly Motorrad Grand Prix Deutschland' eines der größten Sportevents in Deutschland ist."

Juli: Pannenhilfe für Chris de Burgh

Dank Pannenhelfer Aaron Reusch kam Chris de Burgh noch pünktlich auf die Bühne © Facebook Chris de Burgh

Aaron Reuschs erster Arbeitstag beim ADAC Mobilitätspartner Dietrich war spektakulär: Der 20-Jährige aus Kirchen (Rheinland-Pfalz) half dem irischen Sänger Chris de Burgh aus der Patsche. Dessen Tourbus war an der A45 auf dem Weg zu einem Konzert in Köln liegen geblieben: Der Dieselpartikelfilter hatte zugemacht. De Burghs Fahrer ist ADAC Plus-Mitglied und rief den Club zu Hilfe. Mit dem Bus auf dem Abschleppwagen ging es zur Werkstatt – und de Burgh konnte pünktlich auftreten.

August: ADAC wirbt auf Bussen fürs Spritsparen

Aufsehenerregend: Die ADAC Spritsparkampagne auf einem Münchner Bus © ADAC/Martin Hangen

Seit dem Frühjahr 2022 ruft der ADAC seine Mitglieder zum Spritsparen auf: kurze Strecken zu Fuß gehen, öfter aufs Fahrrad steigen, wenn möglich statt dem Auto den Bus, die Tram oder die Bahn nehmen. Um der Kampagne noch mehr Schwung zu verleihen, fahren seit dem Spätsommer zwei Busse durch Berlin und München, beklebt mit dem Motto der Initiative: Spritsparen. Helfen. Mobil bleiben.

September: Zwischenbilanz zur Fahrrad-Pannenhilfe

Erst in Berlin, dann bundesweit: Fahrradpannenhilfe durch den ADAC © ADAC/Gerd George

Nachdem 2021 in der Region Berlin/Brandenburg ein Pilotprojekt zur Pannenhilfe für Fahrräder erfolgreich lief, beschloss das Präsidium des Clubs auf der Hauptversammlung im Mai 2022 die bundesweite Einführung dieses Services. Am ersten Juni begannen die Gelben Engel damit, Reifen-, Ketten-, Brems- und Akkuprobleme an konventionellen und E-Rädern zu beheben. Im Lauf des Sommers zeigte sich, wie gut das Angebot angenommen wird: Bis Ende September konnte 3576 Radfahrerinnen und Radfahrern geholfen werden.

Oktober: 45 Jahre Christoph 15 in Straubing

Der Jubilar Christoph 15 beim Einsatz in den bayerischen Bergen © ADAC Luftrettung/Sebastian Kubisch

Mehr als 58.600 Flüge und 254 Windenrettungen – das ist die eindrucksvolle Bilanz des Straubinger Hubschraubers "Christoph 15" zu seinem 45-jährigen Bestehen. Am 19. November 1977 hob eine nagelneue Maschine vom Typ BO 105 Bölkow – damals noch unter der Flagge des Bundesgrenzschutzes – das erste Mal vom Klinikum St. Elisabeth ab.

Es war der Beginn der Luftrettung in Südostbayern. Als sich der Bund in den 1990er-Jahren aus Kostengründen zurückzog, wurde der Straubinger Stützpunkt neu ausgeschrieben. Den Zuschlag erhielt die gemeinnützige ADAC Luftrettung, die die damalige Bodenstation am 1. Dezember 1995 übernahm und seither erfolgreich betreibt.

November: Assistenzsysteme im Wildschwein-Crashtest

Selbstverständlich kam bei diesem Versuch kein lebendes Tier zu Schaden © ADAC/Uwe Rattay

Wie gut schützen moderne Assistenzsysteme vor Wildunfällen? Um das herauszufinden, führt der ADAC regelmäßig Crashtests mit einer Wildschwein-Attrappe durch. Dabei zeigt sich auch beim jüngsten Versuch im November: Während die modernen Systeme bereits recht guten Schutz vor schweren Unfällen im Straßenverkehr bieten und Fußgängerinnen und Fußgänger gut erkennen, gibt es bei plötzlich auftauchenden Wildschweinen oder Rehen noch viel Luft nach oben. Sinnvoll wäre die Weiterentwicklung der Systeme: 2021 wurden über 2600 Menschen bei Wildunfällen verletzt.

Thomas Paulsen
Thomas Paulsen
Stellv. Chefredakteur
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Helmuth Meyer
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