Sommer-Staubilanz 2019

19.9.2019

Die Fahrt in den Sommerurlaub endete 2019 etwas häufiger im Stau als noch im Jahr zuvor. Insgesamt gab es 594 Staus mit einer Länge von über 10 Kilometern.

Autos im Stau
Die Fahrt in den Urlaub war mit Staus gepflastert.
  • Mehr Staus als im Vorjahr
  • Erstes August-Wochenende besonders schlimm
  • A 7 und A 8 am stärksten belastete Autobahnen

 

An den zwölf Wochenenden der Sommerferien (21.6. – 8.9., jeweils Fr - So) zählte der ADAC auf Deutschlands Autobahnen 594 Staus mit einer Länge von über 10 Kilometern. Gegenüber dem Vorjahr (510 Staus), ist dies ein Zuwachs von gut 16 Prozent. Diese Zahl liegt aber immer noch deutlich unter dem Wert von 2017. Damals wurden 791 Staus über 10 Kilometer registriert

Die schlimmsten Wochenenden

Die meisten Staus über 10 Kilometer registrierten die ADAC Verkehrsexperten am ersten August-Wochenende (2.-4.8.) Hier standen Autofahrer insgesamt 78 Mal im Megastau. An diesem Wochenende hatten alle Bundesländer Ferien. Während etliche Autofahrer aus Norddeutschland bereits auf der Rückreise waren, starteten viele Bayern und Baden-Württemberger in den Urlaub.

Pech hatte auch, wer am zweiten August-Wochenende (9.-11.8.), als die zweite Reisewelle aus Bayern und Baden-Württemberg rollte, und am letzten Ferienwochenende in Nordrhein-Westfalen (23.-25.8.) unterwegs war. Hier gab es jeweils 65 Megastaus über 10 Kilometer.

Freitag staureichster Wochentag

Wenn es einen Wochentag gibt, an dem man nicht verreisen sollte, ist es der Freitag. 48 Prozent aller Staus über 10 Kilometer fielen auf diesen Tag. Dies ist zwar weniger als im Vorjahr, dennoch liegt er deutlich vor dem Samstag (24 Prozent) und Sonntag (28 Prozent). Ein Grund liegt darin, dass an den Freitagen viele Lkw unterwegs sind, während die Samstage und Sonntage von Lkw-Fahrverboten profitieren.

Die am stärksten belasteten Staustrecken

Wie sieht die Situation auf den verschiedenen Autobahnen aus? Die schlimmsten Stauautobahnen waren die A 7 Flensburg – Füssen und die A 8 Karlsruhe – München – Salzburg. Bei beiden Strecken mussten Autofahrer an den zwölf Wochenenden im Schnitt 14,7 Megastaus je 100 Autobahnkilometer erdulden. Knapp dahinter liegt die Berliner Ringautobahn A 10 (14,3), gefolgt von der A 9 Berlin – München (12,1), der A 3 Arnheim – Passau (11,8) und der A 1 Heiligenhafen – Saarbrücken (10,8). Auf diese sechs Autobahnen entfallen rund 80 Prozent aller Staus über 10 Kilometer. Die übrigen Autobahnen fallen hier kaum ins Gewicht.

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Weitere interessante Stau-Fakten

  • Die Gesamtzahl aller gemeldeten Staus stieg 2019 gegenüber dem Vorjahr um 4,6 Prozent auf 60.057. 2018 waren es noch 57.424. Summiert man die dadurch entstandenen Zeitverluste, steckten Autofahrer 46.280 Stunden (5,3 Jahre) auf den Straßen fest.
  • Der längste Stau, den Autofahrer über sich ergehen lassen mussten, bildete sich am Sonntag, 18. August, auf der A 4 Görlitz – Chemnitz wegen hohem Verkehrsaufkommen. Zwischen den Anschlussstellen Burkau und Nossen änderte er mehrfach seine Ausdehnung und erreichte eine maximale Länge von 28 Kilometern.
  • Der schlimmste einzelne Tag war Freitag, 9. August. Hier wurden auf Deutschlands Autobahnen 34 Staus über 10 Kilometer gezählt.

Fazit und Hintergründe

An den zwölf Ferienwochenenden summierten sich die Autoschlangen der Staus über 10 Kilometer auf eine Strecke von 7261 Kilometern (gegenüber 6112 Kilometer im Vorjahr). Dies entspricht ungefähr einer Autofahrt von Berlin in die mongolische Hauptstadt Ulan Bator.

Die meisten Staus entstanden durch hohes Verkehrsaufkommen und Baustellen. Die Zahl der Autobahnbaustellen war in den diesjährigen Sommerferien mit durchschnittlich 570 deutlich höher als im Vorjahr, als der Mittelwert bei 460 lag. Unfälle und defekte Fahrzeuge fielen weniger ins Gewicht.

Auch das Reiseverhalten spielt eine Rolle. Laut ADAC Reisemonitor war Deutschland 2019 wie in den Vorjahren mit 31 Prozent erneut die unangefochtene Nummer 1 bei den Urlaubzielen der Deutschen. Darüber hinaus setzt sich der Boom im Camping-Tourismus fort.

So haben wir untersucht

Staus über zehn Kilometer:
Für die deutschlandweite Sommer-Staubilanz haben wir Staus mit einer Länge von über 10 Kilometern untersucht. So können wir die zahlreichen, kürzeren Staus im Freitags-Berufsverkehr besser von den für den Reiseverkehr relevanten Behinderungen abgrenzen. Dadurch sind die Zahlen für die drei Wochenendtage besser miteinander vergleichbar.

Staubelastung der Autobahnen:
Um treffende Aussagen zur Staubelastung einzelner Autobahnen zu erhalten, haben wir die Zahl der gemeldeten Staus zur Länge der Autobahnen in Bezug gesetzt. Nur so kann man beispielsweise die A 8, die nur halb so lang wie die A 7 ist, sinnvoll mit dieser vergleichen. Grundlage unserer Rechnung ist, wie viele Staus über 10 Kilometer im Untersuchungszeitraum auf einer bestimmten Autobahn je 100 Autobahnkilometer gezählt wurden.

ADAC Jahresstaubilanz 2018

Richtiges Verhalten im Stau

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