Restalkohol: Gefahr am Morgen danach

20.12.2017

Am Morgen nach einem feucht-fröhlichen Abend ans Steuer setzen – oft keine gute Idee! Denn die Menge an Restalkohol, die sich noch im Blut befindet, wird gern unterschätzt. Da helfen auch Wundermittel nichts.

Alkohol, Restalkohol, Rausch, Gefahr, Drogen,
Der Alkoholpegel ist am nächsten Morgen oft höher als gedacht. Pro Stunde baut der Körper nur 0,1 Promille ab.

Alkohol und Autofahren – dass das nicht zusammenpasst, wissen die meisten und weichen nach dem Feiern auf alternative Verkehrsmittel aus. Die Gefahr des Restalkohols am Morgen nach einer alkoholreichen Nacht unterschätzen jedoch viele und setzen sich dann hinters Steuer. 

Aber: Wer einen Fahrfehler begeht, den Verkehr gefährdet oder gar einen Unfall verursacht, muss schon ab 0,3 Promille Blutalkohol mit einer Geld- oder Freiheitsstrafe, Punkten und Führerscheinentzug rechnen. Übermüdung und ein Kater beeinflussen das Reaktionsvermögen zusätzlich negativ.

80-Kilo-Mann mit 1,55 Promille 

Je nach Konstitution, Größe und Gewicht vertragen Menschen Alkohol unterschiedlich gut. Eine Beispiel: Wenn ein Mann mit 80 Kilo Gewicht von 20 Uhr bis ein Uhr morgens jede Stunde einen halben Liter Bier und einen Schnaps trinkt, dann hat er am Ende rund 1,55 Promille im Blut. Würde er jetzt noch fahren und erwischt, bekäme er eine Geld- oder Freiheitsstrafe, drei Punkte, mindestens sechs Monate Führerscheinentzug und er müsste möglicherweise zur medizinisch-psychologischen Untersuchung (MPU). 

Auch beim Versicherungsschutz gäbe es Probleme: Ein Regress in der Kfz-Haftpflichtversicherung bis 5000 Euro und eine vollständige bzw. teilweise Leistungskürzung in der Kaskoversicherung würden drohen. Erst gegen 14 Uhr kann dieser Mann damit rechnen, unter 0,3 Promille im Blut zu haben.

Auf die Tagesform kommt es an 

Solche Promilleberechnungen können aber immer nur einen Orientierungswert bieten, denn der menschliche Körper ist keine Maschine. Wie stark Alkohol einen Menschen beeinflusst, hängt auch von der jeweiligen Tagesform ab, ob jemand beispielsweise etwas gegessen hat oder ob er krank ist. 

Wundermittel oder Promille-Abbau-Beschleuniger gibt es nicht. Der Körper lässt sich nicht austricksen und baut pro Stunde nur etwa 0,1 Promille ab. Da hilft auch schlafen, schwitzen, Kaffee trinken oder duschen nicht. 

Für Personen vor Vollendung des 21. Lebensjahres und ältere Fahranfänger in der Probezeit gilt nach wie vor die Null-Promille-Grenze. Für Radfahrer hat die Rechtsprechung die absolute Fahruntüchtigkeit auf 1,6 Promille festgelegt. Erreicht ein Fahrradfahrer diesen Wert, begeht er eine Straftat.

Weitere Informationen zum Thema Alkohol im Straßenverkehr finden Sie hier.