Neue Autobahnen in Deutschland und Europa

9.1.2019

Wie bereits in den letzten Jahren ist das europäische Autobahn- und Schnellstraßennetz auch 2018 spürbar gewachsen. Spitzenreiter war unser Nachbarland Polen. Und 2019 kommen weitere, wichtige Strecken hinzu. Die bedeutendsten Eröffnungen im Überblick.

Mehrere Staufallen gehören der Vergangenheit an.

Änderungen in Deutschland

Autofahrer zwischen Hannover und Osnabrück sind eine seit Jahrzehnten bestehende Staufalle los. Auf der A 30 wurde im Dezember 2018 die letzte Lücke in der Umfahrung der nordrhein-westfälischen Stadt Bad Oeynhausen geschlossen. Dies hat nicht nur regionale Bedeutung, sondern kommt auch dem internationalen Reiseverkehr zugute. Zwischen Hannover und Amsterdam gibt es nun eine durchgehende Autobahnverbindung.

Fortschritte macht auch der Lückenschluss auf der A 33 (Osnabrück – Bielefeld), das größte Neubauprojekt in Nordrhein-Westfalen. Mit der Freigabe von zwei Abschnitten im April 2018 und Januar 2019 bleibt nur noch eine 9 km lange Restlücke zwischen Borgolzhausen und Halle. Diese wird – wenn alles planmäßig verläuft – Ende des Jahres geschlossen.

Auch das bayerische Autobahnnetz erhält Zuwachs: Ende 2019 wird auf der A 94 (München – Passau) das Teilstück zwischen Pastetten und Heldenstein (33 km) eröffnet. Die Autobahn ist dann auf knapp 100 km durchgehend von München bis Burghausen befahrbar. Die Verlängerung bis Passau befindet sich allerdings erst in der Planungsphase.

Ebenfalls wichtig zu wissen: Seit 1. Januar gibt es eine neue Autobahn in Sachsen-Anhalt – ohne einen Spatenstich. Die autobahnähnlich ausgebaute B 6 zwischen dem Dreieck Vienenburg und dem Kreuz Bernburg (Anschluss A 14) wurde zur Autobahn A 36 aufgewertet. Gleichzeitig erhielt auch die westlich anschließende, 42 Kilometer lange, A 395 zwischen dem Kreuz Braunschweig-Süd und dem Dreieck Vienenburg die neue Bezeichnung A 36.

Neuerungen auf Österreichs Straßen 

In Österreich macht vor allem der Tunnelausbau Fortschritte. Seit Dezember 2018 können Autofahrer auf der Pyhrnautobahn A 9 (Wels – Graz) in zwei Röhren durch die Tunnelkette Klaus nördlich von Liezen fahren. Weiter südlich, im Gleinalmtunnel bei Leoben, beginnt der Zwei-Röhren-Betrieb Ende 2019. Und auch auf der Arlbergschnellstraße S 16 wird zum Jahresende im Perjentunnel bei Landeck die letzte Engstelle beseitigt.

Ebenfalls Ende 2019 dürfte die Nordautobahn A 5 (Wien – Grenzübergang Drasenhofen/CZ) mit der Freigabe des letzten Abschnitts zwischen Poysbrunn und der tschechischen Grenze (9 km) komplett sein. Für den Weiterbau auf tschechischer Seite in Richtung Brünn gibt es derzeit aber keinen konkreten Termin.

Polen: wachsendes Straßennetz

Unser östliches Nachbarland hat das am schnellsten wachsende Autobahn- und Schnellstraßennetz Europas. Allein im Jahr 2018 kamen rund 200 Kilometer neue Strecken hinzu. Für Autofahrer aus Deutschland besonders interessant: Mit der Freigabe von mehreren, zusammen 93 Kilometer langen Abschnitten, führt die parallel zur deutschen Grenze verlaufende Schnellstraße S 3 nun auf einer Länge von über 300 Kilometern durchgehend von Goleniow bei Stettin bis Kazmierzow nördlich von Legnica.

Ebenfalls beträchtlichen Zuwachs erhielten die S 7 (Danzig – Warschau – Krakau) und die S 8 (Breslau – Warschau - Bialystok). Die S 7 wurde um rund 70 km länger. Damit sind jetzt 60 Prozent der 650 km langen Schnellstraße ausgebaut. Nahezu komplett ist die S 8. Mit der Freigabe von knapp 40 km gibt es auf der gut 500 km langen Verbindung nur noch eine 22 km lange Lücke bei Siestrzen südwestlich von Warschau.

Im Jahr 2019 macht vor allem die Nord-Süd-Autobahn A 1 (Danzig – Lodz – Kattowitz) einen großen Schritt nach vorn. Spätestens im Sommer sollen südlich von Tschenstochau vier Abschnitte mit einer Gesamtlänge von 60 km freigegeben werden. Auf der über 500 km langen Autobahn fehlen dann nur noch 66 km nördlich von Tschenstochau.

Slowenien: Von Graz bis Zagreb

Autofahrer, die über die österreichische Pyhrnautobahn A 9 und Maribor in Richtung Zagreb fahren wollen, kommen dieses Jahr schneller ans Ziel. Im Dezember 2018 wurde auf der Autobahn A 4 (Slivnica - Grenzübergang Macelj/HR) die letzte, sechs Kilometer lange, Lücke zwischen Podlehnik und dem Grenzübergang Macelj geschlossen. Mit der Freigabe besteht eine durchgängige Autobahnverbindung von Graz über Maribor bis Zagreb. Auf kroatischer Seite (A 2) gibt es aber weiterhin ein 5 km langes Teilstück, das lediglich einspurig ausgebaut ist.

Balkantransit erweitert

Transitreisende in Richtung Griechenland haben es ebenfalls leichter. Nachdem in Mazedonien die Nord-Süd-Autobahn A 1 bereits seit April 2018 durchgehend befahrbar ist, steht 2019 auch in Serbien der Lückenschluss bevor. Der letzte, noch fehlende Abschnitt zwischen Grdelica und Vladicin Han (33 km) wird nach aktuellen Planungen spätestens zum Jahresende eröffnet.

Wenn es soweit ist, entsteht erstmals eine direkte Autobahnverbindung zwischen Deutschland und Griechenland. Die durchgängige Route führt zunächst über Budapest oder Zagreb nach Belgrad und von dort in südlicher Richtung über Nis an Skopije vorbei bis Thessaloniki. Bei beiden Varianten (über Budapest bzw. Zagreb) beträgt die Strecke ab Frankfurt am Main etwa 1.950 Kilometer. Es ist mit einer Nettofahrzeit von rund 20 Stunden zu rechnen.

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Das Autobahnnetz wächst - ohne einen Spatenstich