Kostenloser ÖPNV?

14.02.2018

Wie kann die Luftqualität in deutschen Städten verbessert werden? Derzeit denkt der Bund über einen kostenlosen öffentlichen Nahverkehr nach. Ein kostenloser ÖPNV erfordert eine langfristige Finanzierungsgarantie, so ADAC Vizepräsident für Verkehr Ulrich Klaus Becker.

öffentlicher Nahverkehr, ÖPNV
Die Bundesregierung überlegt gemeinsam mit Ländern und Kommunen, den öffentlichen Nahverkehr kostenlos anzubieten.

Ein attraktiver öffentlicher Nahverkehr kann nach unserer Ansicht wesentlich dazu beitragen, die Probleme der Luftreinhaltung in Städten innerhalb der nächsten Jahre zu lösen. Die Überlegungen der geschäftsführenden Bundesregierung zu einem kostenlosen öffentlichen Nahverkehr in Städten gehen über die Herausforderungen der Stickoxid-Minderung hinaus. Denn sie erfordern eine langfristige öffentliche Finanzierungsgarantie, um die Kapazitäten im heute vielerorts überlasteten städtischen Nahverkehr für eine dann steigende Nachfrage auszubauen und den Wegfall von Einnahmen für die Verkehrsbetriebe auszugleichen.

„Wir brauchen durchdachte Strategien für die Mobilität in den Ballungsräumen, die die Verkehrsmittel nach den Bedürfnissen der Menschen sinnvoll vernetzen. Wir brauchen für eine gute Umwelt schlicht eine gute Verkehrspolitik“, so ADAC Vizepräsident für Verkehr Ulrich Klaus Becker.

Einfache, günstige Tarife und ein zuverlässiger Takt

Aus unserer Sicht ist es Verbrauchern nicht vermittelbar, kostenlosen Nahverkehr nur in Städten mit zu hoher Stickoxidbelastung anzubieten. Leichter umsetzbar wären – nach verschiedenen repräsentativen Befragungen von Verbrauchern in den großen deutschen Städten zur Mobilität – einfache, günstige Tarife und ein zuverlässiger Takt des ÖPNV, um auch für Pendler eine interessante Alternative zum Auto sein zu können. „Hier muss der Bund mitinvestieren, das hilft auch den Städten bei der Luftreinhaltung“, so Becker.