Blut spenden - Leben retten

13.6.2019

Unter dem Motto "Erst wenn´s fehlt, fällt´s auf" und dem dazugehörigen #missingtype will das Deutsche Rote Kreuz (DRK) die Wichtigkeit rund um das Thema Blutspende stärken und jeden einzelnen zu einer Spende aufrufen. Auch wir beteiligen uns an der Kampagne und beantworten die wichtigsten Fragen rund um die Blutspende. Denn jeder kann die Lücke schließen - mit seiner Spende. 

 

Mann bei der Blutspende
©Shutterstock/Pixel-Shot

1. Wer kann Blut spenden?

Jeder gesunde Erwachsene mit einem Mindestgewicht von 50 Kilo und ab 18 Jahren kann Blut spenden. Das Höchstalter liegt bei Erstspendern nach Entscheidung des Arztes vor Ort bei 64 Jahren, Mehrfachspender dürfen höchstens 68 Jahre alt sein (künftig 72 Jahre).

2. Wie oft kann man spenden?

Innerhalb von zwölf Monaten können Frauen maximal viermal spenden, Männer sechsmal. Zwischen zwei Blutspenden muss ein Mindestzeitraum von acht Wochen (Tag der Blutspende plus 56 Tage) liegen.

3. Wie läuft eine Blutspende ab

Anmeldung: Bevor es losgeht, werden Name und Adresse aufgenommen. Bitte den gültigen Personalausweis bereithalten.

Fragebogen: Wer Blut spendet, muss gesund sein. Damit werden sowohl Sie als Spender als auch die Empfänger geschützt. Sie erhalten daher zunächst einen Fragebogen zu Ihrer gesundheitlichen Vorgeschichte. Nehmen Sie sich ausreichend Zeit, ihn gewissenhaft auszufüllen. Bei Unklarheiten lassen Sie die Fragen einfach unbeantwortet und klären diese im nachfolgenden persönlichen Gespräch mit dem Arzt.

Ärztliche Untersuchung: Der Arzt misst Blutdruck und Puls und bespricht dann mit Ihnen den Fragebogen. Unter Berücksichtigung aller Befunde entscheidet er über Ihre Spende-Fähigkeit. Ist alles in Ordnung, steht einer Blutspende nichts im Wege. Sollte Ihr Gesundheitszustand eine Blutspende jedoch nicht zulassen, werden Sie für dieses Mal oder auch für länger zurückgestellt. Der Arzt erläutert Ihnen warum. Gegebenenfalls wird er Ihnen eine weitere Abklärung durch Ihren Hausarzt empfehlen.
Blutfarbstoff, Temperatur: Vor der Spende wird Ihr Hämoglobinwert, also (der sogenannte rote Blutfarbstoff) bestimmt. Dies ist wichtig, um eine mögliche Blutarmut (Anämie) auszuschließen und Sie mit der Blutspende nicht zu gefährden. Ein winziges Bluttröpfchen aus der Fingerkuppe oder dem Ohrläppchen reicht dafür aus. Ebenfalls am Ohr wird auch Ihre Temperatur gemessen, um Infektionen auszuschließen.

Vertraulicher Selbstausschluss: Sie selbst entscheiden, ob Ihre Blutspende für die Übertragung freigegeben wird oder nicht. Haben Sie also Zweifel, so können Sie mit dem vertraulichen Selbstausschluss diskret und anonym bestimmen, ob Ihr Blut an Patienten weitergegeben wird. Eine Untersuchung Ihrer abgegebenen Blutspende erfolgt aber in jedem Fall.

Blutentnahme: Bei der eigentlichen Blutspende werden Ihnen ca. 500 Milliliter Blut entnommen. Dafür wird ausschließlich steriles Einwegmaterial verwendet. Eine Übertragung von Krankheiten ist daher ausgeschlossen. Untersuchungsröhrchen und Blutbeutel Ihrer Spende sind mit einem identischen Strichcode gekennzeichnet, um Verwechslungen von vornherein auszuschließen.

Imbiss: Nutzen Sie den angebotenen Imbiss, vor allem reichlich trinken ist wichtig. Es hilft, die gespendete Blutflüssigkeit schnell zu ersetzen. Sie können dann Ihren Tag wie gewohnt fortsetzen. Wir empfehlen Ihnen aber, innerhalb der ersten Stunde auf den Konsum von Zigaretten zu verzichten. Alkohol sollten Sie am Tag der Blutspende meiden.

4. Was ist vor der Spende zu beachten?

Um den Flüssigkeitshaushalt des Körpers auf die Blutspende vorzubereiten, ist es wichtig, am Tag des Termins viel zu trinken, am besten zweieinhalb bis drei Liter alkoholfreie Getränke. Zudem sollte man am Tag vor der Spende keine allzu fetten Speisen zu sich nehmen, dies hätte Einfluss auf das Plasma. Man sollte nicht mit leerem Magen spenden, braucht genügend Zeit (etwa eine Stunde) und sollte vor und nach der Blutspende auf sportliche Aktivitäten sowie Zigaretten (4 Stunden vorher) verzichten

5. Was ist nach der Spende zu beachten?

Man sollte eine Ruhepause von mindestens 30 Minuten einhalten, da das Risiko für einen Kollaps in dieser Zeit am höchsten ist. Während dieser Zeit sollte man auch nicht aktiv am Straßenverkehr teilnehmen. Ratsam ist es, mindestens einen Viertelliter Flüssigkeit zu trinken und Alkohol zu meiden. Der Druckverband sollte erst nach zwei Stunden entfernt werden, aber nicht über Nacht getragen werden. Belastende Tätigkeiten mit dem Arm, an dem das Blut abgenommen wurde, sollte man vermeiden.

6. Warum sollte man Blut spenden?

Weil Spenderblut für viele Menschen überlebenswichtig ist. Jeden Tag werden in Bayern ca. 2000 Blutspenden benötigt. Derzeit spenden in Bayern jedoch nur etwa 5 Prozent der Bevölkerung, aber jeder Dritte ist einmal in seinem Leben auf ein Blutprodukt angewiesen. Blutspenden können bis zu drei Patienten helfen.

7. Was passiert mit dem gespendeten Blut?

Das meiste Blut – etwa 19 Prozent – kommt bei der Krebstherapie zum Einsatz. 16 Prozent werden bei Herzerkrankungen eingesetzt, weitere 16 Prozent bei Magen- und Darmerkrankungen. 12 Prozent aller Blutprodukte helfen bei Verletzungen aus Unfällen. 

8. Wer darf nicht spenden?

Trotz gut entwickelter Testverfahren kann die Übertragung durch infiziertes Blut nicht komplett nur durch nachträgliche Untersuchungen ausgeschlossen werden. Deswegen gibt es verschiedene Personen und Personengruppen, die nicht nur vorübergehend, sondern dauerhaft von der Blutspende ausgeschlossen werden. Zum Beispiel: Personen mit bestimmten chronischen Erkrankungen und ständigen Arzneimittelbehandlungen oder Personengruppen mit einem Verhalten, das statistisch eine erhöhte Ansteckungsgefahr mit relevanten Infektionskrankheiten wie HIV oder Hepatitis haben:
Diese Ausschlusskriterien sollen gesundheitliche Gefahren für Empfänger von Blut verhindern. Mehr Infos zu diesem Thema unter: Spender-Hotline unter 0800 11 949 11.

9. Muss man zum Spendetermin etwas mitbringen?

Aus gesetzlichen Gründen müssen Sie sich ausweisen. Bringen Sie deshalb bitte zu jeder Blutspende einen Ausweis mit Lichtbild (z.B. Personalausweis) und natürlich Ihren Blutspendeausweis mit.

10. Wie erhält man einen Blutspendeausweis und wie erfährt man seine Blutgruppe?

Vor der ersten Blutspende wird neben der üblichen Messung des Hämoglobinwerts die Blutgruppe bestimmt. Dabei handelt es sich um die vorläufige Blutgruppenbestimmung, im Labor wird die Blutgruppe noch einmal ganz genau überprüft. Das Endergebnis erhält der Spender dann zusammen mit seinem Blutspendeausweis ca. vier Wochen nach der ersten Spende per Post.  Blutspender/innen, die noch den Blutspendeausweis in Papierformat besitzen, erhalten nach ihrer nächsten Blutspende den neuen Ausweis im Scheckkartenformat.  

11. Wie lange dauert es, bis sich das Blut wieder nachgebildet hat?

Der Verlust der abgenommenen Blutmenge von etwa 500 Millilitern ist schnell wieder ausgeglichen. Die Nachbildung der weißen Blutkörperchen (= Leukozyten), die für die Abwehr von Krankheitskeimen zuständig sind, geschieht innerhalb weniger Tage. Das Blutplasma wird ebenfalls kurzfristig nachgebildet. Auch die Thrombozyten (= Blutplättchen) brauchen nur wenige Tage. Die Neubildung der roten Blutkörperchen dauert etwa zwei Monate. Die Leistungsfähigkeit ist während dieser Zeit nicht beeinträchtigt. Die vorgeschriebenen Spendeabstände der verschiedenen Spendearten ergeben sich aus den Zeiträumen, die die jeweiligen Blutbestandteile für ihre Neubildung benötigen.

12. Was muss man beachten, wenn man im Ausland war?

In Abhängigkeit vom Reiseziel kann man sich mit bestimmten Krankheitserregern, wie z. B. Hepatitis A oder Malaria, infiziert haben – ohne selbst bei der Rückkehr Krankheitssymptome zu verspüren. Bei solchen Krankheiten können vom Zeitpunkt der Infektion bis zur Nachweisbarkeit im Blut mehrere Wochen vergehen. Bei einer Blutspende direkt nach einer Reise ist das Risiko einer Übertragung von Krankheitserregern auf den Blutempfänger erhöht. Die meisten Patientinnen und Patienten, die Blutkonserven benötigen, sind bereits geschwächt und sollten keinem weiteren Risiko ausgesetzt werden – auch wenn es in manchen Fällen scheinbar noch so klein sein mag. Sichere Blutprodukte für die Patienten haben höchste Priorität. Wenn man sich länger als 48 Stunden in einem Land mit Chikungunya-, West Nile-Virus-, Dengue-Fieber-Risiko aufgehalten hat, darf man ohne Krankheitssymptome einen Monat nach der Rückkehr wieder Blut spenden. Wenn man sich in einem Land mit Malaria-Risiko aufgehalten hat, kann man ohne Symptome sechs Monate nach der Rückkehr wieder spenden, vorausgesetzt der Aufenthalt beschränkt sich auf weniger als sechs Monate. Einzelne Länder oder Regionen können kurzfristig zu Risikogebieten erklärt werden, die nicht aufgeführt sind. Wenn Sie nicht sicher sind, ob Sie Blut spenden dürfen, kontaktieren Sie bitte die kostenlose Spender-Hotline unter der 0800 11 949 11.

13. Darf man Blut spenden, wenn man krankgeschrieben ist?

Wenn man krank bzw. arbeitsunfähig geschrieben ist, dürfen man kein Blut spenden. Abgesehen davon, dass die Einnahme von Medikamenten oder der aktuelle Gesundheitszustand gegen eine Blutspende sprechen könnten, darf man auch aus versicherungstechnischen Gründen nicht spenden. Sollte es zu einem Zwischenfall kommen, z.B. auf dem Hin- oder Rückweg zum Termin, ist man in diesem Fall nicht versichert. Bitte beachten: Wenn Sie sich nicht gesund fühlen, dürfen Sie – egal ob mit oder ohne Krankschreibung – kein Blut spenden, da Sie einen eventuellen Infekt oder ähnliches an die Empfänger weitergeben könnten. Die Patienten befinden sich meistens schon in einem geschwächten Zustand, daher gilt es, dieses Risiko unbedingt auszuschließen.

14. Darf man während der Einnahme von Medikamenten Blut spenden?

Bei der Einnahme bestimmter Medikamente darf man kein Blut spenden (Antibabypille und andere hormonelle Verhütungsmittel sind ausgenommen). Um die Spendefähigkeit individuell beurteilen zu können, benötigen wir weitere Informationen über die zugrundeliegende Erkrankung/Diagnose. Es gibt Medikamente, deren Einnahme eine Blutspende ausschließt, z.B. ein Antibiotikum, da gerade ein Infekt besteht. Wenn beispielsweise ein Betablocker nach Herzinfarkt eingenommen wird, führt der Herzinfarkt zum Ausschluss, während ein Betablocker, der nur zur Blutdruckregulierung eingenommen wird, kein Hinderungsgrund für eine Blutspende wäre. Bei Medikamenten, die teratogen wirken, darf während der Einnahme und je nach Medikament eine Zeit danach nicht Blut gespendet werden. Die letztendliche Feststellung der Spendereignung liegt beim diensthabenden Arzt, der die ärztliche Untersuchung beim Spendetermin durchführt. Für die Klärung der grundsätzlichen Spendefähigkeit ist eine individuelle Abklärung notwendig.

15. Kann man Blut spenden, obwohl man Drogen konsumiert?

Nach Drogenkonsum per Spritze (intravenös oder intramuskulär) – auch in der Vergangenheit – ist eine Spende nicht mehr möglich. Bei nasalem oder oralem Drogenkonsum und für trockene Alkoholiker gilt: Zwölf Monate nach Ende des Drogen- bzw. Alkoholkonsums kann man nach individueller Einschätzung des Spendearztes zur Blutspende zugelassen werden. Bei Cannabis darf kein regelmäßiger (monatlicher) Konsum vorliegen, der letzte Konsum muss über einen Monat zurückliegen.

16. Was gilt für die Spende, wenn man Diabetiker ist, ein neues Tattoo oder Piercing hat oder eine Zahnbehandlung hatte?

Typ-I-Diabetiker sind insulinpflichtig und dürfen daher kein Blut spenden. Typ-II-Diabetiker können bei einer guten Blutzuckereinstellung und bei der Einnahme von Tabletten zur Blutspende zugelassen werden. Wenn aber Insulin oder ein anderes Antidiabetikum injiziert werden muss, sind auch die Typ-II-Diabetiker von der Blutspende ausgeschlossen. Wenn man sich einer hautverletzenden Maßnahme unterzogen hat, z.B. Tätowierung, Piercing, Ohrlochstechen oder kosmetische Behandlung (permanentes Make-up), muss man vier Monate warten. Nach einem zahnärztlichen Eingriff wie Zahnextraktion, Wurzelresektion oder Behandlung von infizierten Zahntaschen müssen Sie mindestens eine Woche pausieren. Sobald die Fäden gezogen und alles verheilt ist, können Sie wieder Blut spenden. Nach einer Zahnreinigung dürfen Sie am Folgetag bereits wieder Blut spenden.