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Air Berlin stellt Betrieb ein: Was jetzt?

10.10.2017

Die insolvente Fluggesellschaft Air Berlin wird Ende Oktober den Flugbetrieb einstellen. Das können betroffene Flugreisende jetzt tun. 

Air Berlin stellt den Flugbetrieb ein: Ob man eine Entschädigung für sein Ticket bekommt, hängt vom Kaufdatum ab.

Für den Fall der Annullierung von gebuchten Flügen, sieht die europäische Fluggastrechte-Verordnung (VO (EG) 261/2004) folgende Ansprüche der Fluggäste gegen die Fluggesellschaft vor:

1. Erstattung der Flugscheinkosten (bei zwecklos gewordenem Flug) oder Erstattung der Kosten der anderweitigen Beförderung.

2. Betreuungsleistungen in Form von Mahlzeiten und Erfrischungen, Hotelunterbringung (falls Übernachtung notwendig) sowie zwei Telefongespräche, Telefaxe oder E-Mails.

3. Pauschale Ausgleichszahlung bei einer Entfernung von bis zu 1500 Kilometern in Höhe von 250 Euro, bei einer Entfernung zwischen 1500 und 3500 Kilometern in Höhe von 400 Euro und bei einer Entfernung über 3500 Kilometern in Höhe von 600 Euro (für innereuropäische Flüge ist die Ausgleichszahlung auf maximal 400 Euro begrenzt).

Voraussetzung hierfür ist unter anderem, dass es sich um einen europäischen Abflughafen oder um eine europäische Fluglinie auf dem Weg in ein europäisches Land handelt. Weiterhin darf der Flug nicht auf Grund der Stornierung einer Pauschalreise annulliert worden sein und der Fluggast wurde nicht rechtzeitig (mindestens 14 Tage vorher) über die Annullierung informiert bzw. ihm wurde nicht rechtzeitig ein gleichwertiger Alternativflug angeboten.

Ausgleichszahlung und Ersatzbeförderung

Wurde der Fluggast mehr als 14 Tage vor dem planmäßigen Abflug von der Flugstörung informiert, so entfällt lediglich der Ausgleichszahlungsanspruch. Die Rückerstattung des Flugpreises bzw. eine Alternativbeförderung sowie die Betreuungsleistungen kann der Fluggast weiterhin fordern.

Vor allem die Geltendmachung einer Ersatzbeförderung dürfte schwierig werden, sofern sich die Airline weigert oder gar keine Beförderung anbietet. Auch die Rückerstattung des Ticketpreises ist wenig aussichtsreich: Im Gegensatz zu Reiseveranstaltern (Sicherungsschein) ist für Airlines keine Insolvenzabsicherung vorgeschrieben.

Keine Erstattung von Stornokosten

Betroffene Reisende, die am Urlaubsort bereits einen Mietwagen oder ein Hotel gebucht haben, bekommen für eventuell anfallende Stornokosten keine Erstattung von Air Berlin. Ebenso müsste ein weitergehender Schadensersatzanspruch gegen Air Berlin, welcher aus der Nichterfüllung des Beförderungsvertrags resultiert (Stornokosten für Mietwagen oder Hotel) im Insolvenzverfahren geltend gemacht werden.

Das gilt für Buchungen nach dem 15. August

Lediglich für Buchungen, die nach Eröffnung des Insolvenzverfahrens vorgenommen wurden, stellt sich die Lage etwas günstiger dar: Buchungen, die nach dem 15. August 2017 erfolgt sind, werden offenbar über einen Treuhänder verwaltet. Nach Auskunft von Air Berlin soll für diese Buchungen die Rückzahlung des Flugpreises im Fall der Annullierung sichergestellt sein.

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