Werkstatt klärt nicht richtig auf - Schadenersatz für Motorschaden

4.12.2019

Eine Werkstatt muss dem Kunden Schadenersatz zahlen, wenn sie ihn nach einer ordnungsgemäß durchgeführten Reparatur nicht auf weitere fällige Reparaturen an seinem Auto hinweist. Das hat das Oberlandesgericht Düsseldorf entschieden.

Automechaniker in der Werkstatt
Werkstatt muss nicht nur reparieren - sie hat auch eine Prüf- und Hinweispflicht (Foto: iStock.com/KatarzynaBialasiewicz)

Reparatur fachgerecht ausgeführt

Ein SUV-Fahrer hatte sein Auto zur Reparatur des Motors in eine Autowerkstatt in Duisburg gebracht. Dabei wurden umfangreiche Arbeiten am Motor durchgeführt. Unter anderem erneuerte die Werkstatt alle hydraulischen Ventilspielausgleichselemente und einen Kettenspanner. Die Steuerketten, die zum Zeitpunkt der Reparatur schon stark abgenutzt und austauschbedürftig waren, untersuchte die Werkstatt aber nicht. Einige hundert Kilometer nach der Abholung des Autos erlitt der Motor deshalb einen Totalschaden. Der Kunde verlangte Schadenersatz von der Werkstatt und klagte.

Prüfpflicht der Werkstatt

Das OLG Düsseldorf gab dem SUV-Fahrer Recht. Die Werkstatt hätte den Zustand der Steuerketten überprüfen und dem Kunden einen Austausch empfehlen müssen, so die Richter. Der Auftrag umfasste zwar nicht die Reparatur der Steuerketten. Die Richter führten aus, dass die Werkstatt bei der Reparatur aber auch auf Mängel an den Teilen des Autos hätte achten müssen, mit denen sie sich bei der Reparatur beschäftigte. Nach der Reparatur konnten diese Mängel nämlich nicht mehr ohne weiteres entdeckt und behoben werden.

Hinweis auf andere notwendige Reparaturen fehlte

Die Werkstatt hat diese Prüf- und Hinweispflicht verletzt, so die Richter. Daher musste sie dem SUV-Fahrer die Kosten für den Kauf und Einbau eines Austauschmotors erstatten. Von diesen Kosten wurden aber die Kosten, die der Kunde ohnehin wegen des Austauschs der Steuerketten hatte, abgezogen. Beide Kosten waren fast gleich hoch (je ca. 3.500 Euro), so dass der Kunde letztendlich nur einen Nutzungsausfall (1.000 Euro) und die Kosten für ein privat eingeholtes Sachverständigengutachten (ca. 2.400 Euro) zugesprochen bekam.

OLG Düsseldorf, Urteil vom 17.10.2019, Az.: I-21 U 43/18

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Text: Juristische Zentrale