Antenne verfängt sich in der Waschanlage – Schadenersatz für den Kunden

11.7.2019

Ein Waschanlagenbetreiber muss für den Schaden haften, der durch eine abgerissene Antenne entstanden ist, wenn sein Personal vor dem Einfahren eines Autos in die Waschstraße zwar darauf hinweist, dass die Antenne abgeschraubt werden muss, aber nicht noch einmal kontrolliert, ob der Kunde die Antenne wirklich abgenommen hat.

Auto in Waschanlage
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Antenne beim Waschvorgang abgerissen – folgendes Auto wird beschädigt

Der Kläger ließ sein Auto in der Waschanlage der Beklagten reinigen. Vor dem Fahrzeug des Klägers nutzte ein Taxifahrer die Waschanlage. Auf dem Taxi war eine Antenne montiert, die der Taxifahrer aber vor der Einfahrt in die Waschanlage nicht abgeschraubt hatte, obwohl die Nutzungsbedingungen der Waschanlage das vorschreiben. Die Mitarbeiter der Waschanlage wiesen den Taxifahrer darauf hin, dass die Antenne abgeschraubt werden muss, kontrollierten aber nicht noch einmal, ob der Taxifahrer es auch wirklich gemacht hat.

Die Antenne des Taxis wurde beim Waschvorgang abgerissen, verfing sich in einer der Waschbürsten. Das Auto des Klägers, das als nächstes durch die Waschanlage lief, wurde durch die abgerissene Antenne beschädigt. Der Kläger verlangte den Schaden ersetzt. Er war der Meinung, der Betreiber der Waschanlage habe seine Verkehrssicherungspflicht nicht richtig ausgeübt.

Personal der Waschanlage muss Einhaltung der Nutzungsbedingungen kontrollieren

Die Richter des Amtsgerichts Dortmund verurteilten den Waschanlagenbetreiber zu Schadenersatz. Sie begründeten dies mit einer besonderen Obhutspflicht auch gegenüber den anderen Benutzern der Waschanlage. Diese haben keine Chance, in irgendeiner Form auf ein Fehlverhalten von Autofahrern vor ihnen zu reagieren. Das Personal der Waschanlage kann dagegen einen offensichtlichen Verstoß gegen die Nutzungsbedingungen leicht erkennen und die davon ausgehenden Gefahren für andere Autofahrer ausschließen. Alleine der Hinweis der Mitarbeiter, dass die Antenne abmontiert werden muss, genügt nach Ansicht der Richter nicht. Die Mitarbeiter hätten kontrollieren müssen, ob der Taxifahrer sich auch an die Weisung gehalten hat.


AG Dortmund, Urteil vom 29.5.2018, Az.: 425 C 9258/17


Text: Juristische Zentrale