Roller-Fahren in Südostasien: Wenn der Monsunregen zum Verhängnis wird

Zugegeben, die Verlockung ist groß: Urlaubsstimmung, Sonne, Meer, Wärme – und dann mal schnell auf einen Mietroller steigen und die Umgebung erkunden. Für mehr als ein Viertel der rund 550 Urlauber, die der ADAC Ambulanzservice im vergangenen Jahr in Südostasien betreut hat, endete dieses Zweirad-Abenteuer im Krankenhaus. Sie hatten einen Unfall. Seltener unter Beteiligung anderer Verkehrsteilnehmer, oft aber, weil sie von den schlechten Straßenverhältnissen überrascht wurden: Rollsplitt, Kiesel, Schotter, sandiger Boden, schmierig durch Meersalz, schlechte Beleuchtung, Schlaglöcher. 

 

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Foto: Adobe Stock/ Steve Lovegrove

Birgit K. ist eines der Unfallopfer: Sie ist im thailändischen Khao Lak nach einem starken Monsunregen mit einem 125er Roller ausgerutscht. Auf geteerter Straße. Mit nur 10 Stundenkilometern Geschwindigkeit. Die Straße schien wieder trocken. Die Folge: ein schmerzhafter Bruch des Oberarms nahe der Schulter. Birgit K.: „Es war eine Fahrt wie auf rohen Eiern. Nie hätte ich gedacht, dass man sich bei dieser Geschwindigkeit so schwer verletzten kann.“  Auch ihre damals elfjährige Tochter, die mit auf dem Roller saß, wurde verletzt. Ein zufällig in der Nähe stationierter Rettungswagen, der diesen Titel nach deutschen Standards eher nicht verdient hat, dessen Personal allerdings professionell Erste Hilfe leistete, brachte sie ins Krankenhaus.

Oder Ralf-Detlev E., dem Schotter auf dem Asphalt einer großen Straße in Phuket, ebenfalls in Thailand, zum Verhängnis wurde. Er rutschte weg, wollte den Roller mit dem rechten Fuß abstützen. Die Stütze bohrte sich in seinen Fuß. Ein gebrochener Knöchel, drei große Fleischwunden, die sich wegen der Infektionsgefahr als sehr problematisch erwiesen, und etliche Schürfwunden waren die Folgen. Auch seine Frau hatte Schürfwunden und obendrein eine Gehirnerschütterung. Er musste eine Operation über sich ergehen lassen, kam in drei verschiedene Krankenhäuser. Erst das dritte, so sagt er, sei „vernünftig“ gewesen. Und er warnt: „Die Einheimischen fahren sehr rasant. Vor allem die großen Straßen sind die Hölle und das Fahren hier eine harte Nummer. So wurden wir zum Beispiel vor dem Unfall schon durch einen großen Reisebus rücksichtslos abgedrängt.“

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Foto: ADAC SE

 

 

Dimitrios Tsiktes, Leiter des ADAC Ambulanzdienstes: „Es ist auffallend, wie viele unserer Versicherten während eines Aufenthalts in Asien bei Zweirad-Unfällen verletzt werden. Deshalb wollen wir auf die Gefahren des Zweirad-Fahrens in diesen Ländern hinweisen. Wir wollen den Urlaubern nicht die Freude daran nehmen, raten aber, besonders vorsichtig und aufmerksam zu sein.“

Problematisch ist also nicht nur der Zustand der Straßen, sondern auch das für deutsche Verhältnisse zumindest gewöhnungsbedürftige Verkehrsgeschehen: überfüllte Straßen, keine erkennbare Ordnung, ständiges Hupen – kurzum: dem Anschein nach macht jeder, was er will. Nicht ganz einfach ist auch die Umstellung auf den Linksverkehr in manchen asiatischen Ländern.

 

Oft sind Zweiräder an jeder Straßenecke und relativ billig zu mieten. Nach dem passenden Führerschein wird selten gefragt, der Versicherungsschutz bleibt im Dunklen. Auf den technisch einwandfreien Zustand der Maschinen kann man sich nicht immer verlassen. Auch ein passender Helm gehört bei Weitem nicht zum Standardangebot. Und so setzt sich der Urlauber schon mal ganz oben ohne, in T-Shirt, kurzen Hosen und Flip-Flops auf den Roller. Dafür aber mit jeder Menge guter Laune – die ihm hoffentlich nicht vergeht.

Das können Sie selber für Ihre Sicherheit tun

Unfälle Suedostasien Mietroller
Foto: Adobe Stock/ lemélangedesgenres
  • Verreisen Sie nie ohne Auslandskrankenschutz
  • Mieten Sie nur ein Zweirad, das Sie gemäß Ihrer Fahrerlaubnis auch fahren dürfen
  • Fragen Sie hartnäckig nach dem Versicherungsschutz. Schließen Sie möglichst eine Vollkaskoversicherung ab. Und eine Zusatzhaftpflichtversicherung, falls die Deckungssumme in Ihrem Urlaubsland niedrig ist
  • Achten Sie auf den einwandfreien Zustand des Rollers
  • Kontrollieren Sie den Roller bei der Übergabe und fotografieren Sie vorhandene Schäden
  • Lassen Sie sich den Roller erklären und drehen Sie eine Proberunde
  • Lassen Sie sich eine Telefonnummer für den Notfall geben und fragen Sie, wie Sie sich bei Panne, Diebstahl oder Unfall verhalten müssen
  • Schützen Sie sich unbedingt mit passendem Helm mit Visier, geschlossenen Schuhen, langer Hose und Jacke
  • Halten Sie sich an nationale Verkehrsregeln und an im Mietvertrag eventuell festgehaltene, landestypische Besonderheiten

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Damit im Fall des Falles wenigstens die finanziellen Belastungen abgefedert werden können, sollte niemand ohne Auslandskrankenschutz verreisen. Denn bei medizinischen Behandlungen im Ausland können schnell Kosten von mehreren Tausend Euro fällig werden. Mit der Auslandskrankenversicherung des ADAC ist man weltweit abgesichert. Hier finden Sie alle Informationen:

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