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Deutschland |  | 10.11.2020

Mietwagen im Winter

Schneeketten sind bei Mietwagen extra zu bestellen.
Winterreifen garantiert die ADAC Autovermietung. Wer in hochalpines Gelände fahren und zusätzlich fürs Mietauto Schneeketten haben möchte, kann diese bei einigen ADAC Geschäftsstellen mieten. Foto: ADAC/Sebastian Zintel

Wer in den Wintermonaten ein Auto mieten möchte, muss neben den üblichen Tipps noch die Besonderheiten für die kalte Jahreszeit beachten. Die Wichtigste ist hierbei die richtige Bereifung. Denn: Wer ein Fahrzeug mietet, ist laut Gesetz auch für die korrekte Bereifung verantwortlich. Die ADAC Autovermietung rät daher, darauf zu achten, dass das Fahrzeug im Winter auch wirklich mit passender Bereifung ausgestattet ist.

● In Deutschland gibt es eine situative Winterreifenpflicht. Das bedeutet, dass bei winterlichen Straßenverhältnissen wintertaugliche Bereifung aufgezogen sein muss – also bei Glatteis, Schneeglätte, Schneematsch, Eis- oder Reifglätte. Die Regeln im Ausland unterscheiden sich oftmals, hier sollte man sich vorab gründlich informieren.

● Seit 2018 müssen auch Fahrzeughalter mit einer Geldbuße und einem Punkt rechnen, wenn sie bei winterlichen Straßenverhältnissen eine Fahrt ohne Winterreifen zulassen.

● Die situative Winterreifenpflicht gilt übrigens nur dann als erfüllt, wenn auf allen Radpositionen, also beim Pkw auf allen vier Rädern, wintertaugliche Bereifung montiert ist. Geeignete Reifen erkennt man am Berg-Schneeflocken-Symbol oder der Kennzeichnung M+S.

● Sollte das Miet-Fahrzeug trotz Zusage ohne wintertaugliche Bereifung übergeben werden, kann der Kunde die Annahme des Fahrzeugs verweigern und ist nicht verpflichtet, das Fahrzeug zu mieten.

Herausforderung für den Fahrer

Ein Mietwagen stellt – besonders im Winter – auch an erfahrene Autofahrer einige Herausforderungen. Man kennt sich mit dem Modell nicht aus, Schalter sind an ungewohnten Orten, das Fahrzeug verhält sich anders als gewohnt, und es fehlen Routinen. Deswegen hat die ADAC Autovermietung die zehn wichtigsten Tipps für eine sichere Fahrt durch den Winter zusammengestellt:

  1. 1. Nehmen Sie sich zehn Minuten Zeit und lernen Sie das Auto kennen, bevor Sie losfahren. Besonderes Augenmerk sollte dabei auf die Scheibenwischer, die Spritzanlage für die Windschutzscheibe und die Nebelleuchten gelegt werden.
  2. 2. Vor dem Start: Schnee und Eis müssen sorgfältig entfernt werden, ein „Guckloch“ genügt nicht. Hier droht genauso ein Bußgeld wie beim Motor „warmlaufen“ lassen.
  3. 3. Fahrzeuge mit Gangschaltung: Gefühlvoll im zweiten Gang anfahren, die Kupplung langsam kommen lassen, vorsichtig Gas geben und darauf achten, dass die Räder nicht durchdrehen. Möglichst früh in einen höheren Gang schalten und den Wagen bei Schnee lieber untertourig fahren.
  4. 4. Kurz nach dem Losfahren eine Bremsprobe machen, um die Beschaffenheit der Straße zu testen. Vorher Blick in den Rückspiegel, damit keine anderen Verkehrsteilnehmer gefährdet werden.
  5. 5. Kein abruptes Bremsen oder heftige Lenkbewegungen. Speziell in einer Kurve könnte der Wagen sonst rasch ausbrechen und im Graben landen.
  6. 6. Schleichwege sind im Winter keine gute Alternative. Besonders ruhige Wohnstraßen werden häufig nicht gestreut und meist zuletzt oder manchmal gar nicht geräumt.
  7. 7. Gefriert Regen plötzlich auf der Fahrbahn, sollte das Fahrzeug abgestellt und auf den Streudienst gewartet werden.
  8. 8. Besondere Vorsicht ist an Orten geboten, die feucht, schattig oder ungeschützt dem kalten Wind ausgesetzt sind. Hier bildet sich im Winter bei entsprechenden Temperaturen besonders leicht Glatteis. Dazu zählen Brücken, Straßenkuppen, lichtarme Waldstücke sowie Straßen entlang von Flüssen und Bächen.
  9. 9. Der Sicherheitsabstand zum Vordermann sollte rund dreimal so groß sein wie unter normalen Witterungsbedingungen.
  10. 10. Dicke Wintermäntel und Jacken beeinträchtigen die Sicherheitswirkung des Gurtes. Deswegen besser ausziehen.

Produktangebot

Von November bis März sind die Fahrzeuge der Partner Avis, Hertz und Sixt der ADAC Autovermietung sowie die ADAC ClubMobile ohne Aufpreis mit wintertauglicher Bereifung ausgestattet. Alle wichtigen Versicherungsleistungen sind bei Buchung über die ADAC Autovermietung eingeschlossen.

Schneeketten

Wer in hochalpines Gelände fahren und zusätzlich fürs Mietauto Schneeketten haben möchte, sollte dies schon bei der Reservierung des Mietwagens angeben – am besten frühzeitig, da sie an den Stationen begrenzt verfügbar sind. Meist wird dafür ein Aufpreis verlangt, der je nach Modell und Land variiert. Schneeketten können auch in einigen ADAC Geschäftsstellen gemietet werden.

In Deutschland wird Schneekettenpflicht mit dem Verkehrszeichen 268 (rund, Symbol eines Reifen mit Schneeketten auf blauem Hintergrund) gekennzeichnet. Wer hier ohne Schneeketten unterwegs ist, riskiert ein Verwarnungsgeld. Das gilt auch für Fahrzeuge mit Allradantrieb. Die Schneeketten müssen bei normalen Pkw auf der Antriebsachse, bei Fahrzeugen mit Allradantrieb an mindestens zwei Rädern einer Antriebsachse angelegt werden. Genaue Informationen stehen in der Bedienungsanleitung. Die erlaubte Höchstgeschwindigkeit ist 50 km/h.