Elektromobilität: Reicht die Reichweite? - Glaubenssätze hinter Batteriebefürchtungen

Angst hat viele Gesichter. Es geht um Sorgen, manchmal sind Bedrohungsgefühle im Spiel. Beim Elektroauto dreht sich viel um die Reichweitenangst. Aber was bedeutet der Begriff?„Range anxiety“ kommt aus den USA und hat sich in den 90er-Jahren ausgeprägt. Ist Reichweitenangst heute noch gerechtfertigt? 

Bei Stadt- und Umlandfahrten sowie guter Planung ist Reichweitenangst kein Thema mehr.

Hinter der Angst stehen oft Glaubenssätze, also Überzeugungen. Glaubenssätze sind meist Verallgemeinerungen, die etwas „in Stein meißeln“, das gar nicht immer stimmen muss. Glaubenssätze können lähmen, sind also nicht gut für die Mobilität. Wir haben uns in puncto Angst auf das Thema Batteriekapazität fokussiert. Passend zu Angst und Unsicherheit auch: https://adac-blog.de/e-mobilitaet-in-deutschland

 

Batteriekapazität reicht nicht!

Reichweitenangst nährt die Befürchtung, dass die beschränkte Batteriekapazität eines Stromers zu wenig Wegstrecke bringt. Dahinter steckt der Glaubenssatz: „Ich schaffe meinen Weg nicht – Ich komme nie am Ziel an.“ Heute sind Elektroautos aber schon weiter als in den 90ern. 300 km sind inzwischen Standard. Grund: Die Energiedichte der Batterien hat zugenommen. Akkus können mehr Strom speichern. Um zwölf Prozent stieg laut Unternehmensberatung Horvàth & Partners (Fakten-Check Mobilität 3.0) die Reichweite jährlich im Schnitt. Auch der letzte Pariser Auto Salon brachte es an den Tag: Reichweiten steigen weiter. Ebenso wird die Ladeinfrastruktur ausgebaut. Zuletzt ist der Ölkonzern Shell durch eine Übernahme ins Ladesäulengeschäft eingestiegen: Von der Tanksäule zur Ladesäule!

Thomas Biersack mit seinem Renault ZOE (Quelle: ADAC Motorwelt)
Thomas Biersack mit seinem Renault ZOE (Quelle: ADAC Motorwelt)

Hilfe Alltagsreichweitenangst!

Insgesamt dürfte die Sorge um die Wegstrecke weniger eine technische Begründung haben, sondern eher psychologischer Natur sein. Denn: 80 Prozent der Bundesbürger legen laut NPE (Nationale Plattform Elektromobilität) ca. 40 Kilometer täglich mit dem Auto zurück. Das technisch Erreichte reicht dafür allemal. Wenn der e-Autofahrer am oder in der Nähe des Wohnorts laden kann, hat zumindest die Alltagsreichweitenangst keine Berechtigung mehr. Thomas Biersack, Mitarbeiter der ADAC SE, überzeugter und erfahrener e-Autofahrer: „Als Job- und Freizeitpendler im Stadtumland stellt sich die Reichweitenfrage selten. Anschluss ans Stromnetz ist immer da.“

 

Zu oft nachladen?

Das Phänomen der beschränkten Reichweite gibt es aber beim e-Auto durchaus, vor allem wenn längere Strecken schnell zurückgelegt werden sollen. Der Verbraucher kann allerdings – bei guter Planung und intelligenten Assistenzsystemen – auch längere Strecken kalkulieren und e-mobility individuell in den Alltag einbauen. Dennoch: Für viele bleibt die Langstrecke die Schwachstelle.

„Range anxiety“ beinhaltet aber noch einen weiteren Glaubenssatz: „Ich muss im Alltag zu oft nachladen“. Es stimmt: Ein Elektromobilist muss sich überlegen, wo er wann nachlädt. Angenehm ist das nicht. Welche Stromoption er aussucht, Gleichstrom oder Wechselstrom, ist bei einigen e-Autos wählbar. Wechselstrom laden dauert länger. Aber dafür sind die Ladestationen mit Wechselstrom häufiger, was ein Vorteil sein kann, vor allem in Ballungsräumen. Gleichstrom ermöglicht dagegen das sogenannte Schnellladen. Ein Ladeaufenthalt von ca. 40 Minuten entspricht dann einer gut gefüllten Batterie. Ein „zu oft nachladen“ ist zumindest in Stadt und Umland kein Thema mehr, vor allem wenn zusätzlich noch zu Hause und/oder am Arbeitsplatz geladen werden kann.

 

Die Batterie ist mir zu teuer!

Durch das Mieten der Batterie wird das e-Auto preislich erschwinglicher. Denn: Die Batterie ist das teuerste am Elektro-Pkw. Der Glaubenssatz „Ein e-Auto ist zu teuer für mich“ relativiert sich über die Miete der Batterie und via Leasing des gesamten Autos ein Stück weit. Mit dem Batteriemietvertrag besteht außerdem die Sicherheit, dass die Batterie jederzeit funktionstüchtig ist und über ausreichende Ladekapazität verfügt. Das macht Reichweitenangst beherrschbarer. Verschiedene Batteriestärken bringen Flexibilität. Und: Wenn der Akku defekt ist, wird der Kraftspender gewechselt.

Zur Batteriemiete: https://www.youtube.com/watch?v=Zbi1oL9lCmI

Der Reichweitenangst die Stirn bieten und ein Elektroauto einfach mal kostenfrei ausprobieren? Bei uns geht das mit dem Renault ZOE unter diesem Link.