ADAC e-ride Trip Tipp: Per Pedelec ins Münchner Umland - Aying und Umgebung erkunden

Seit Kurzem bietet der ADAC im Zuge seiner Offensive „Wir machen Deutschland e-mobil“ seinen Mitgliedern auch die Möglichkeit, Elektromobilität auf zwei Rädern auszuprobieren. Im Rahmen des e-ride Projekts, das bis Ende Oktober im Stadtgebiet München läuft, können drei verschiedene Pedelecs zu Sonderkonditionen gekauft oder abonniert werden. 

ebike
Credit: Fotolia/Guenter Albers

Zum Ausprobieren der Bikes sind wir an der Museumsinsel gestartet, dann ging’s über den Perlacher Forst nach Aying. Zurück nach München: Mit der S-Bahn. Alles in Allem: sportliche Aktivität in herrlicher Landschaft, kombiniert mit leiblichen Genüssen und zwei, zugegeben, etwas mystischen Geschichten.

Perlacher Forst
Der Perlacher Forst, durch den ein längeres Stück des Weges verläuft, ist in der Sommerhitze ein kühlender Genuss. Die Kugler Alm, eine beliebte Ausflugsgaststätte der Münchner, ist ein erstes lohnendes Ziel. Die Radlermaß dort bereitet quasi mental auf den Brauereiort Aying vor. Auch wenn sie nach neuestem Stand der Heimatforschung nicht auf der Kugler Alm erfunden wurde. Egal - schmeckt trotzdem.

Ist Hofolding erst mal erreicht, wird das Dorf Faistenhaar angesteuert. Nächstes Ziel ist Dürrnhaar. Wir fahren links in den Ort, nehmen die Egmatinger Straße, um dann rechts Richtung Ayinger Ortskern abzubiegen. Wichtig: Die Waldwege rund um Aying sind mit dem e-Bike grundsätzlich gut befahrbar. Wenn es in der Nacht vorher allerdings geregnet hat, kann es etwas schlammig werden. Denn auf den schattigen Waldwegen halten sich Pfützen schon mal länger. Die Beschilderung im Wald ist alles andere als eindeutig. Um zwischen Aying, Glonn, Lindach oder Großhelfendorf nicht verloren zu gehen, sollte man sich von einem Navi leiten lassen.

Brotzeit in Aying 
Aying ist überschaubar und deswegen ist auch das bekannte und bodenständige Bräustüberl mit seinem Biergarten nicht zu verfehlen. Tipp: Das Riesenschnitzel mit Pommes oder Kartoffelsalat. Aying hat mehrere Lokale zu bieten. Schräg gegenüber dem Bräustüberl gibt es zum Beispiel im Restaurant „August und Maria“ gehobene Küche mit internationalem Einschlag. 

Der Much, die Schafe und der Blitz
Vom Ayinger Ortskern zum Lindacher Weg ist es nur ein e-Bike-Sprung. Der Waldrand ist mit dem Pedelec in ein paar Minuten erreicht. Kurz nach den ersten Bäumen findet sich rechts eine Grotte mit einer Marienstatue. Auf einem Baumstumpf hinter der Grotte steht die Holzskulptur des „guten Hirten“. Am Baum daneben ist ein Gemälde angebracht, das die Schlüsselszene aus dem Leben des Hirten Much zeigt. 

Ende des 19. Jahrhunderts hat besagter Much zusammen mit seinen Schafen wegen eines Unwetters Schutz unter einer sehr alten Buche gesucht. Plötzlich lief seine gesamte Schafherde in ein und dieselbe Richtung. Er lief hinterher. In diesem Moment schlug ein Blitz in die Buche ein. Much hätte das vermutlich nicht überlebt, wäre er nicht seinen Schafen gefolgt. Überwältigt fiel Much auf die Knie und dankte Gott für sein Überleben. Nach diesem Erlebnis veränderte er sich. Der Hirte wurde still und nachdenklich. Wochen später fand man den Much tot - just an der Stelle, an der er sich für seine Rettung bedankt hatte. Der Grund seines Todes wurde nie geklärt. 

An der Sterbestelle des Much wurde später ein Stein niedergelegt - mit der Aufschrift „Much“ und einem Kreuz. Teilweise von einer Wurzel überwachsen, ist dieser Stein aber noch immer gut sichtbar. Daneben wurde Anfang des 20. Jahrhunderts die Grotte erbaut. Ursprünglich stand dort eine Figur des auferstandenen Jesus, die durch die Marienstatue ersetzt wurde. An den Hirten erinnert die Holzfigur auf dem Baumstumpf. 

Der Bischof und die falsche Vaterschaft
Von Aying aus verläuft der Weg wieder ein Stück weit durch den Wald. Dann zieht sich die Strecke an Feldern vorbei. Über Großhelfendorf geht’s nach Kleinhelfendorf. Am Ortseingang ist bereits die Marterkapelle St. Emmeram zu sehen. Der fränkische Wanderbischof Emmeram hat an dieser Stelle im Jahr 652 ein Martyrium erlebt. 

Die frühmittelalterliche Legende: Herzogtochter Uta, verführt vom Sohn eines hohen Beamten, wurde schwanger. Um den eigentlichen Vater des ledigen Kindes zu schützen, bekannte sich Bischof Emmeram zur Vaterschaft. Dann machte sich Emmeram auf eine Pilgerreise nach Rom. Doch er kam nicht weit. In Kleinhelfendorf wurde der Bischof vom Bruder der Herzogtochter überfallen und grausam gefoltert. Der Bruder unterstellte dem Bischof Flucht vor der Verantwortung. Dermaßen gequält, wurde Emmeram auf ein Ochsengespann gelegt, um ihn weiter leiden zu lassen. Führerlos liefen die Tiere mit ihm bis nach Aschheim. Dort starb Emmeram. Von Aschheim wurde seine Leiche nach Oberföhring an der Isar gebracht und auf ein Schiff verladen, das dann der Sage nach ebenfalls führerlos bis nach Regensburg fuhr. Hier wurde Emmeram begraben. (Quelle: ADAC Wanderführer. München und seine Hausberge. München 2008)

Zwölf Stück Schokolade weniger
Zurück in die Gegenwart. Muskelgestärkt, kulinarisch stabilisiert und voll mit Geschichte und unheimlichen Geschichten geht’s zurück nach München – mit der S-Bahn. Das darf man sich und seinem e-Bike nach mehr als 30 Kilometern strammem Radeln gönnen. Im Radroutenplaner auf muenchen.de steht: „Diese Fahrt spart 4236 Gramm CO2 ein. Der Kalorienverbrauch entspricht 630 kcal oder zwölf Stückchen Schokolade“. Das war es wert…  

Christian Buric

 

Produktangebot

Details zu den e-Bikes, zu den Angebotspaketen und zu den Preisen gibt es unter www.adac.de/e-ride