Versicherungsschutz bei Wildunfällen und Marderbissen

Wenn in der Dämmerung ein Reh vors Auto läuft oder ein Marder sich an den Kabeln und Schläuchen eines Fahrzeugs zu schaffen macht, kann es teuer werden. Aber welche Versicherung zahlt den Schaden? Und bei welchen Tieren wird gezahlt?

Versicherungsschutz bei Wildunfällen und Marderbissen
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Den Autoversicherern wurden 2018 nach den Daten des Gesamtverbandes der Deutschen Versicherungswirtschaft (GDV) rund 268.000 Wildunfälle gemeldet. Rechnerisch gab es damit alle zwei Minuten einen Wildunfall. Im Schnitt zahlten die Versicherer für die Schäden aus den Kollisionen mehr als 2.800 Euro, so der GDV.

Die Schäden, die bei einem Wildunfall am Fahrzeug entstehen, deckt eine Teil- oder Vollkaskoversicherung ab. Das gilt gemäß den Bedingungen der Autoversicherer in der Regel, wenn es sich um sogenanntes Haarwild handelt, also um Rehe, Hirsche, Wildschweine, Füchse oder Hasen. Schäden durch Hunde oder Vögel fallen hingegen nicht in diese Kategorie. Um auch hiervor geschützt zu sein, sollten Autofahrer eine Versicherung wählen, die Kollisionen mit „Tieren aller Art“ abdeckt. Ansonsten besteht die Gefahr, dass der Schaden aus eigener Tasche bezahlt werden muss.

Ein solches Risiko besteht nicht nur bei Unfällen, sondern auch bei Tierbissen. Vor allem in der Paarungszeit verteidigen Steinmarder aggressiv ihr Revier – und das ist oft der Motorraum eines Autos. Riecht der Marder, dass ein Konkurrent in seinem Wohnzimmer war, greift er alles an, was nach diesem duftet: Kabel, Schläuche, Dichtungen oder Lenkmanschetten. Das Problem: Oft fällt dies erst auf, wenn teure Folgeschäden, wie defekte Achsgelenke oder Katalysatoren entstehen. Die dann notwendigen Reparaturen werden bei manchen Versicherungen nicht reguliert. Autofahrer, die sich davor schützen wollen, sollten daher darauf achten, dass nicht nur die Bissschäden, sondern auch Folgeschäden bis mindestens 5.000 Euro durch die Teil- oder Vollkaskoversicherung abgedeckt werden. Noch besser: Die Versicherung zahlt nicht nur bei Marderbissen, sondern bei „Tierbissen aller Art“. Dann ist der Versicherte auch bei den Bissfolgen von Katzen oder Ratten abgesichert.

Tipps gegen Wildunfälle

Vorausschauend fahren und sich der Gefahren bewusst sein 
Besonders hohe Aufmerksamkeit in Waldabschnitten und an Feldrändern sowie morgens und abends während der Dämmerung
Fuß vom Gas und immer bremsbereit sein
Bei einem Tier am Straßenrand deutlich langsamer werden oder sogar ganz abbremsen 
Fernlicht ausschalten, um das Tier nicht zu blenden und hupen, um es zu verscheuchen 
Bei drohendem Zusammenstoß nicht ausweichen (Gefahr durch Baumaufprall oder Zusammenstoß mit Gegenverkehr). Stattdessen: Möglichst stark abbremsen und das Lenkrad gut festhalten

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