Ambulanz-Service: Effektive Hilfe rund um die Uhr

Vom ersten Anruf bis zur Rückholung eines Patienten vergeht Zeit – aber nicht ungenutzt


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Foto: ADAC SE

Anruf genügt – und das Räderwerk setzt sich in Gang. 24 Stunden am Tag, 365 Tage im Jahr bietet der Ambulanz-Service des ADAC Hilfe für Patienten mit einer ADAC Plus-Mitgliedschaft oder ADAC Auslandskrankenversicherung. Die medizinischen Fachkräfte nehmen Notrufe aus aller Welt entgegen, handeln schnell, unbürokratisch, individuell. Und, ganz wichtig: Sie können die Hilfe vom ersten Schritt an in geordnete Bahnen lenken, ohne dass der Hilfesuchende vor Ort von Pontius zu Pilatus geschickt wird und unter Umständen in einer Sackgasse landet.

 

Erster Anruf ist der wichtigste

Der erste Anruf allerdings hat es in sich: Ob der versicherte Patient selbst oder sein Ehepartner, Kind, sonstiger Verwandter, Freund oder Reisebegleiter Kontakt mit dem ADAC aufnimmt, spielt keine Rolle. Wichtig aber ist, dass das Telefonat gut vorbereitet ist, um die Hilfe schnell in Gang setzen zu können. Also: genaue Angaben zum Patienten inklusive der Mitglieds- oder Versicherungsnummer, dem Ansprechpartner, zur Erkrankung oder zum Unfall, Aufenthaltsort, zu den behandelnden Ärzten, seinem Hausarzt und dergleichen mehr. Eine Liste der benötigten Informationen finden Sie unter adac.de/ambulanceservice, Stichwort „Wir sind für Sie da“.

 

Je genauer und lückenloser diese Angaben beim ersten Kontakt sind, umso schneller können die Mitarbeiter des Ambulanz-Dienstes am anderen Ende der Leitung geeignete Schritte einleiten. Die Hilfe reicht von der Übernahme der Krankenhauskosten im Ausland für Patienten mit einer ADAC Auslandskrankenversicherung bis zur Rückholung eines schwerkranken Patienten aus dem Ausland für ADAC Plusmitglieder oder Reisende mit einer ADAC Auslandskrankenversicherung.

 

Bei Rückholung sind viele Faktoren ausschlaggebend

Sollen lediglich Kosten für eine Behandlung im Krankenhaus erstattet werden, ermittelt der ADAC Mitarbeiter in einem ersten Gespräch, ob noch Daten oder Unterlagen fehlen, und setzt sich dann unmittelbar mit der Verwaltung der Klinik in Verbindung. Besteht Versicherungsschutz, werden die Kosten direkt mit dem Krankenhaus abgerechnet. Nach der Entlassung kann der Patient seinen Urlaub weiter genießen, ohne dass die Urlaubskasse belastet wird.    

 

Wenn der Kranke nach Deutschland zurückgeholt werden soll, wird die Sache bedeutend komplexer. In diesem Fall werden die ADAC Ärzte eingeschaltet, die mit den behandelnden Ärzten vor Ort die nächsten Schritte abklären, also zum Beispiel, wann und auf welchem Weg ein Transport des Patienten möglich ist.

Mitarbeiter halten auf jeden Fall Kontakt

Die Maschinerie im Hintergrund läuft also auf Hochtouren – auch wenn sich für die Betroffenen selbst vordergründig zunächst einmal nichts zu bewegen scheint. Nicht immer zum Beispiel kann der deutsche Arzt sofort mit dem verantwortlichen Arzt im Ausland Kontakt aufnehmen. Weil der nicht bekannt ist, stundenlang im OP steht, keinen Dienst hat oder erst noch Untersuchungsergebnisse abgewartet werden müssen. Zudem hat der behandelnde Arzt am Urlaubsort die Therapiehoheit. Unter Umständen ist es auch notwendig, den Hausarzt des Patienten in Deutschland einzubeziehen. Da hilft es, wenn dieser vom Patienten selbst oder dessen Angehörigen schon vorab informiert und von der Schweigepflicht entbunden wurde. 

In jedem Fall aber hält der Ambulanz-Service zeitnah Kontakt mit dem Patienten, seinen Angehörigen oder Ansprechpartnern, sobald konkrete Aussagen möglich sind. Keine Angst: Die Mitarbeiter gehen nicht unverrichteter Dinge um punkt 17 Uhr nachhause, sondern sind sieben Tage in der Woche rund um die Uhr im Einsatz. Sie rufen also auch abends, nachts oder am Wochenende zurück. Ebenfalls beruhigend: Der Ambu-Service übernimmt die komplette medizinische und logistische Organisation, den sogenannten Bett-zu-Bett-Service. Also zum Beispiel die Suche eines freien Bettes im heimatnahen Krankenhaus sowie den lückenlosen Transport des Patienten vom Krankenhaus im Urlaubsort zum Krankenhaus in der Heimat auf dem Boden oder in der Luft.

Patient muss transportfähig sein

Sind die medizinischen Aspekte geklärt und die Unterlagen vollständig, landet der Fall in der Disposition. Das allerdings heißt nicht, dass es nun sofort losgeht. Denn: Der Transport wird erst dann organisiert, wenn endgültig feststeht, dass der Patient transportfähig ist. Und das hat einen Grund: Da die Organisation eines solchen Transports, insbesondere eines Fluges, sehr aufwändig ist, muss eine Stornierung möglichst vermieden werden. Deshalb muss man mit einer Wartezeit von drei bis fünf Tagen rechnen, bei weit entfernten Zielen auch länger.     

Bei einem Transport über Land, der bei einer Distanz von bis zu rund 900 Kilometern in Frage kommt, arbeitet der ADAC mit einem hochqualifizierten Netzwerk renommierter Krankentransport-Unternehmen zusammen. 

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Patient in Not: Wer erhält Auskunft?

Die Mitarbeiter des ADAC Ambulanz-Service dürfen aus rechtlichen Gründen grundsätzlich keine Auskünfte über medizinische Sachverhalte und andere persönliche Informationen an Dritte weitergeben, also auch nicht an den Ehepartner oder Kinder des Patienten. Es sei denn, der Patient hat gegenüber den Mitarbeitern eine Schweigepflichtentbindungserklärung abgegeben. Falls er dazu nicht in der Lage ist, zum Beispiel weil er im Koma liegt, muss zunächst sein mutmaßlicher Wille ermittelt werden. Das kann kompliziert werden.

 

Im Ernstfall auch sehr wichtig zu wissen: Eltern volljähriger Kinder haben keinen Anspruch darauf, informiert zu werden! Auch hier greifen Datenschutzvorgaben.

 

Wer solche Komplikationen im Ernstfall ausschließen möchte, sollte eine Vorsorgevollmacht (das ist keine Patientenverfügung!) zugunsten seines Vertrauten einrichten. Das geht problemlos und ohne Rechtsanwalt oder gar Notar. Entsprechende Vordrucke gibt es zum Beispiel auf den Seiten des Bundesjustizministeriums. Sie können auch zeitlich, also etwa nur für die Urlaubswochen, und in ihrem Umfang, also nur für bestimmte Fälle, begrenzt werden.

Vorbereitung des Rückflugs braucht Zeit

Kommt, meist bei einem Intensivtransport, eines der vier Ambulanzflugzeuge des ADAC zum Einsatz, muss ein Team aus Piloten und medizinischem Personal zusammengestellt werden. Fliegt der Patient mit einer Linien- oder Chartermaschine, müssen Techniker unter Umständen einen Umbau vornehmen, so dass ein liegender Transport möglich ist. Nicht alle Airlines führen übrigens medizinische Transporte durch. Oftmals müssen auch ein Arzt oder Rettungssanitäter zum Urlaubsort fliegen, die den Patienten begleiten. Sie müssen nach dem Hinflug erstmal eine vorgeschriebene Ruhepause einhalten. Man stelle sich vor, der Patient liegt in Neuseeland…

 

In beiden Fällen müssen Sicherheitsbestimmungen der jeweiligen Flughäfen berücksichtigt werden, da der Krankenwagen meist direkt auf das Rollfeld fahren muss und das gewöhnliche Check-in entfällt. Und: Es müssen Kapazitäten zur Verfügung stehen, die vor allem in der Hochsaison knapp werden können. Zudem müssen auch die Ambulanzflugzeuge aus Sicherheitsgründen regelmäßig gewartet werden.

 

Immer aber gilt: Während des gesamten Rücktransports des Kranken ist eine gleichbleibend hohe Qualität gewährleistet. Und ebenso ein hohes Einfühlungsvermögen der beteiligten Mitarbeiter des ADAC.

 

 

Produktangebot

Urlaub und Krankheit passen irgendwie nicht zusammen. Und dennoch wird in vielen Fällen eine verhängnisvolle Allianz daraus. Damit wenigstens die äußeren Umstände abgefedert werden können, sollte niemand ohne Auslandskrankenschutz verreisen. Denn bei medizinischen Behandlungen im Ausland können schnell Kosten von mehreren Tausend Euro fällig werden. Gesetzliche oder private Krankenversicherungen übernehmen oft nur einen Bruchteil davon. Mit der Auslandskrankenversicherung des ADAC ist man weltweit abgesichert. Hier finden Sie alle Informationen zum Auslandskrankenschutz

 

Hier finden Sie die Bedingungen der ADAC Plusmitgliedschaft, die die Rückholung eines schwer kranken Patienten beinhaltet (nicht die Krankheitskosten!)