Krank im Urlaub: Im schlimmsten Fall finanziell ruiniert

Krank im Ausland – das wünscht man keinem Urlauber. Und dennoch passiert es jeden Tag. So hatte auch der ADAC Ambulanz-Service der ADAC Versicherung AG auch 2018 wieder alle Hände voll zu tun.

56.935 kranke oder verletzte Urlauber mussten medizinisch betreut werden. Für 12.522 dieser Patienten wurde eigens ein Rücktransport in die Heimat organisiert. Aus dem Ausland ist das oft eine sehr kostspielige Geschichte. Vor allem, wenn ein Ambulanzflugzeug zum Einsatz kommt.  

Grippe verursacht Lungenversagen

Die ADAC SE betreibt über das Tochterunternehmen Aero-Dienst GmbH in Nürnberg unter anderem vier fliegende Intensivstationen – darunter auch zwei Großraum-Ambulanzflugzeuge für bis zu zehn Patienten. 

Grundsätzlich gilt: Je länger der Flug, desto teurer wird er. Je nach Maschinentyp kostet ein ADAC Ambulanz-Sonderflug von den Kanarischen Inseln nach Deutschland bis zu 45.000 Euro. Ein Intensivtransport aus Mexiko z.B. kann bis zu 70.000 Euro kosten. Und aus Asien oder Australien kommen schnell bis zu 130.000 Euro zusammen. 

Der teuerste Krankenrücktransport, der bis dato durchgeführt wurde, war ein Spezialtransport aus Thailand, bei dem eine mobile Herz-Lungen-Maschine zum Einsatz kommen musste. Die Patientin erkrankte an einer Grippe, die ein Lungenversagen verursachte. In einer 26-stündigen Rettungsaktion konnte die Patientin nach Deutschland geholt werden. Die Kosten für den Fall betrugen über 250.000 Euro. 

 

 

Auslandskrankenschutz übernimmt die Kosten

Das Problem: Ein Krankenrücktransport in eine Klinik in Deutschland ist generell nicht über die Kasse abgedeckt – unabhängig vom Urlaubsland. Wer keinen zusätzlichen Auslandskrankenschutz abgeschlossen hat, riskiert im schlimmsten Fall den finanziellen Ruin. Deshalb raten sämtliche Verbraucherschützer, das Auswärtige Amt und die Krankenkassen, bei Auslandsreisen auf jeden Fall eine Auslandskrankenversicherung abzuschließen.

Auch bei der Übernahme von Arzt- oder Krankenhauskosten sieht es für Urlauber oft schlecht aus, denn außerhalb von Europa bezahlt die gesetzliche Kasse überhaupt nichts. Und auch innerhalb von Europa wird oft nur ein Bruchteil der Behandlungskosten übernommen – wenn Sie z.B. in einer Privatklinik landen. In so einem Fall werden maximal die über die gesetzliche Krankenversicherung des Urlaubslandes abgedeckten Kosten erstattet. Da bleiben dann schnell einige Tausend Euro am Patienten hängen.

Schutz vor Abzocke

Wer ins Ausland reist, sollte sich möglichst schon vor Beginn der Reise über die medizinische Versorgung in der Ferienregion informieren. Dies gilt vor allem für Familien mit Kindern, denn in vielen Urlaubsregionen mangelt es an geeigneten Kinderärzten, Kinderkliniken oder Fachmedizinern. Im Notfall dauert es oft zu lange, bis der richtige Arzt oder das optimale Krankenhaus gefunden ist. Die Tipps von Hotelangestellten oder Ferienhausvermietern sind in vielen Fällen keine gute Lösung. Da sich mit ausländischen Patienten gutes Geld verdienen lässt, werden erkrankte Touristen in manchen Urlaubsregionen nur zu ganz bestimmten Ärzten oder Kliniken gebracht.

Richtiges Verhalten bei Verletzung oder Krankheit im Ausland, 1,52 MB

ADAC Krankenrücktransport – 5 spannende Fakten

Zwei Maschinen des Dornier Fairchild 328 - 300 Jet sind für den ADAC Ambulanz-Service als fliegende Intensiv-Stationen im Einsatz.

  1. 1) Maximal 10 Patienten, Pilot und Co-Pilot sowie die medizinische Crew, die mindestens aus einem Arzt und einem Sanitäter besteht, haben in der DO 328 Platz. Die Höhe der Kabine ermöglicht es dem Personal, im Stehen zu arbeiten.
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  3. 2) Die DO 328 hat eine Reichweite von 3700 Kilometern, kann bis zu 750 km/h Reisegeschwindigkeit aufnehmen und eine maximale Flughöhe von 10.700 Metern erreichen. Sie ist zertifiziert für den RVSM-Luftraum und kann so fast alle Ziele weltweit erreichen, vorausgesetzt es gibt am Zielort eine Start-und Landebahn, die mindestens 1310 Meter lang ist.
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  5. 3) Genauso wie ein Rettungswagen auf der Straße hat der ADAC Ambulanzjet „Vorfahrt“ vor den anderen Maschinen, wenn sich ein Patient in einem medizinisch kritischen Zustand befindet. Dieses wird bei der Flugplankoordination durch die ATC (Air Traffic Control) entsprechend berücksichtigt. 
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  7. 4) Hauptursachen für die Krankenrücktransporte per Flugzeug sind in rund 70 Prozent der Fälle Herz-Kreislauf-Erkrankungen, Schlaganfälle und Hirnblutungen. 15 Prozent gehen auf Unfälle zurück, besonders auf Verkehrs- und Sportunfälle.

    5) 1975 wurde der erste Krankenrücktransport per Ambulanzflug mit einem gecharterten Learjet 24, damals noch ab München-Riem, durchgeführt. Ein 60-jähriger Mann, der einem Herzinfarkt in Athen erlitten hatte, wurde in eine Klinik nach Hannover geflogen. 

Produktangebot

Eine Auslandskrankenversicherung gibt es bei der ADAC Versicherung AG ab 12,80 Euro im Jahr, alle Infos zum ADAC Auslandskrankenschutz gibt es hier.

Damit im Falle des Falles schnell reagiert werden kann, gewährleistet der ADAC Ambulanz-Service eine Erreichbarkeit rund um die Uhr. Verletzte und Erkrankte, die im Besitz eines gültigen ADAC Auslandskrankenschutzes sind, sollen sich unmittelbar nach einer Erkrankung, Verletzung oder Aufnahme im Krankenhaus bzw. einer Notfallambulanz unter +49 89 76 76 76 zu melden, damit eine zeitnahe Beratung und Einleitung von weitergehenden Maßnahmen erfolgen kann.