ADAC rät bei Zeitumstellung: Nicht müde hinters Lenkrad

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Am 31. März stellen wir auf die Sommerzeit um. Ein Glück, dass der nächste Tag ein Feiertag ist. Das bedeutet einen Tag mehr, um sich an die Zeitumstellung zu gewöhnen. Für alle die sich nicht merken können, ob die Uhr nach vorne oder zurück gestellt wird, hilft die Eselsbrücke: Im Sommer stellen wir unsere Gartenmöbel vor die Tür und im Winter bringen wir sie wieder nach hinten in den Schuppen. Damit ist klar, dass die Uhr eine Stunde nach vorne gestellt wird. Die erste Hürde ist genommen. Die Zweite trifft schwerer, denn bei jeder Zeitumstellung durchläuft der Körper einen Minijetlag, der bis zu einer Woche andauern kann. Also auch wenn wir mit dem Ostermontag einen zusätzlichen Tag gewonnen haben, kann die Müdigkeit zuschlagen – und das kann besonders im morgendlichen Berufsverkehr zur Gefahr werden.

Gefahren der Zeitumstellung

Wir starten eine Stunde früher in den Tag. Für Pendelnde, die mit dem Auto unterwegs sind, bedeutet das erhöhte Aufmerksamkeit, denn in den frühen Morgen- und Abendstunden kann es vor allem auf Landstraßen zu gefährlichen Begegnungen mit futtersuchenden Tieren, wie Rotwild oder Wildschweinen kommen. Wer nun müde am Lenkrad sitzt, ist meist weniger aufmerksam, was wiederum die Reaktionsfähigkeit verlängern kann. Wird das Wild zu spät gesehen, kann es bei einem plötzlichen Bremsmanöver gefährlich werden, denn hier entscheiden Sekunden über Glück und Unglück. Der Anhalteweg verlängert sich je nach Reaktionsfähigkeit. Das heißt, zum reinen Bremsweg kommt noch der Reaktionsweg hinzu, was bei 60 km/h bereits 18 Meter sein können. Bei verzögerter Reaktionsfähigkeit erhöht sich die Strecke entsprechend.

Um das Risiko so gering wie möglich zu halten, fahren Sie vorausschauend und bleiben Sie bremsbereit. Steht ein Tier direkt auf der Straße: Fernlicht ausschalten, bremsen und wenn möglich auf die Hupe drücken.

Um das Risiko so gering wie möglich zu halten, fahren Sie vorausschauend und bleiben Sie bremsbereit. Steht ein Tier direkt auf der Straße: Fernlicht ausschalten, bremsen und wenn möglich auf die Hupe drücken.

Martin Sasse, ADAC Fahrsicherheitstrainer aus Stuttgart©ADAC Württemberg

Bild/Video: © ADAC Württemberg

Wie kann man einen Wildunfall verhindern?

  • Vorausschauende Fahrweise: An Waldabschnitten und Feldrändern besonders achtsam fahren, denn hier ist das Risiko auf Wildtiere zu treffen am höchsten.

  • Geschwindigkeit reduzieren: Mit 60 km/h und einem wachen Blick fährt es sich auf der Landstraße relativ sicher und entspannt. Sieht man das Wild rechtzeitig beträgt der Bremsweg ca. 35 m. Ab 80 km/h wird es bereits wesentlich gefährlicher, da sich der normale Bremsweg nahezu verdoppelt.

  • Fernlicht ausschalten: Springt das Tier auf die Straße, unbedingt auf Abblendlicht schalten, um die Blendwirkung zu verhindern. Auch Hupen kann das Tier schneller verscheuchen.

  • Bremsen und nachfolgenden Verkehr im Auge behalten: Bei einem Ausweichmanöver kann man schnell die Kontrolle über das Auto verlieren, und auch in den Gegenverkehr geraten. Langsames Abbremsen ist die sicherere Variante. Den nachfolgenden Verkehr im Blick behalten und – da die Tiere oft in Gruppen unterwegs sind – mit weiteren Tieren rechnen.

Was tun bei einem Wildtierunfall?

  • Die Unfallstelle muss unverzüglich gesichert werden: Warnblinkanlage einschalten, Warnweste anziehen und Warndreieck aufstellen.

  • Sind Personen verletzt, die 112 wählen und Erste Hilfe leisten, und immer auch die Polizei verständigen.

  • Das angefahrene Wild darf nicht vom Unfallort entfernt werden, warten Sie bis Polizei oder Jäger eintreffen.

Minijetlag überwinden: So starten Sie frisch in den Tag

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Kaffee ist natürlich ein guter Anfang, um wacher in den Tag zu starten. Aber auch ein paar sportliche Übungen können die Lebensgeister wecken. Grundsätzlich gilt: Hektik vermeiden und sich genügend Zeit für die tägliche Morgenroutine nehmen – auch wenn das bedeutet, noch ein paar Minuten früher aufzustehen. Für etwas Abwechslung sorgt auch, das Auto für einige Tage stehen zu lassen und auf öffentliche Verkehrsmittel umzusteigen, bis der Körper den Minijetlag überwunden und sich an die neue Zeit gewöhnt hat. Auch Mitfahr-Communitys können eine gute Alternative sein, hier ist man gemeinsam und gut unterhalten unterwegs zur Arbeit.

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