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Der ADAC

„Man musste aufpassen, dass man das nicht zu locker nimmt“

Stauberater des ADAC Württemberg
© Aurelius Maier

Dieter Mäurer aus Stuttgart ist seit 25 Jahren als ADAC Stauberater für den ADAC Württemberg im Einsatz. Nach dem Saisonende am 4. Oktober haben wir ihn nach seiner persönlichen Jahresbilanz gefragt.

Dieter Mäurer, Stauberater des ADAC Württemberg
Dieter Mäurer, ADAC Stauberater ∙ © Aurelius Maier


Wie war das Corona-Jahr für Sie als Stauberater?
Es war ein komisches Jahr.

Inwiefern?
Zunächst sind wir später gestartet, weil auf der Autobahn nichts los war. Normalerweise fangen wir im April an, dieses Jahr aber erst Ende Mai. Generell war aber wesentlich weniger los, als wir es gewohnt sind. Das heißt weniger Verkehr, weniger Unfälle, weniger Pannen und damit weniger Staus.

Ab wann wurde der Verkehr spürbar mehr?
Mit Beginn der Ferienreisen in den einzelnen Bundesländern Ende Juni, Anfang Juli. Aber es war die gesamte Saison nicht so viel, wie sonst zu dieser Zeit. Obwohl es hieß, viele Leute hätten mehr in Deutschland Urlaub gemacht. Auch der Ausflugsverkehr fiel deutlich geringer aus, als wir es von den vergangenen Jahren kennen.

Gab es besondere Vorkommnisse dieses Jahr?
Was ein Thema war, ist das Maskentragen. Man musste aufpassen, dass man das nicht zu locker nimmt. Viele Leute im Stau oder auch bei Pannen waren überhaupt nicht vorbereitet. Kaum jemand hatte einen Mund-Nasen-Schutz dabei, wenn wir danach gefragt haben. Wir hatten aber welche zum Weitergeben dabei.

Wie ist das, wenn Sie durch einen Stau fahren? Klopfen Sie an die Scheiben, um mit den Menschen zu sprechen?
Ja, ich fahre langsam durch den Stau und versuche, möglichst viele Leute zu informieren, warum sie im Stau stehen. Ich sage ihnen, was passiert ist, wie lange es dauert und wie sie sich verhalten sollen. Ich weise etwa darauf hin, dass man eine Rettungsgasse bilden muss.

Welche Tipps haben Sie für Menschen vor einer Autofahrt?
Man sollte sich vorbereiten, im Sommer Getränke dabeihaben und im Winter eine Decke. Wegen eines Schneeeinbruchs kann die Autobahn schon mal vier bis sechs Stunden blockiert sein. Das ist es toll, wenn man eine dabeihat.

Haben Sie eine Prognose, für die kommenden Ferien und nächste Jahr?
Das hängt sicherlich davon ab, wie es sich in den nächsten Monaten entwickelt. Ich hätte ursprünglich gesagt: 2021 haben wir ein normales Jahr. Aber die Corona-Fälle nehmen aktuell wieder zu. Wenn es erneut Reisebeschränkungen gibt, kann es sein, dass es nächstes Jahr wieder ein einsames Jahr auf der Autobahn wird.

Interview: Marta Popowska