Mythos Solitude

Dieses Video wird über YouTube abgespielt. Es gelten die Datenschutzbestimmungen von Google. Bild: © ADAC Württemberg e.V.

Wir befinden uns im Jahr 1949, in einem Nachkriegs-Stuttgart, das kaum Ähnlichkeit mit der modernen Großstadt hat, die wir heute kennen. Die Menschen leben in einem zerstörten Land, und genauso zerstört und zerschlagen ist das Gemeinschaftsgefühl untereinander. Nur ganz langsam schleicht sich wieder etwas Normalität in den Alltag zurück.
Es ist ein besonderer Tag in und um Stuttgart. Und es liegt eine Stimmung in der Luft, die Menschen nur vor einem großen Event erfasst – eine Mischung aus Aufregung und gemeinschaftlicher Vorfreude. Unzählige Stuttgarter, Jung und Alt, ganze Familienverbände sind unterwegs und sammeln sich am Rande des Wildparks zwischen Stuttgart und Leonberg, denn heute wird Geschichte geschrieben, bei einem der legendären Solitude Rennen.
300.000 Menschen kommen an diesem Tag zusammen, im Herzen die Leidenschaft für den Rennsport, der zusammenschweißt und für den Moment vieles vergessen lässt. Auch die Kritiker an diesem Projekt verstummen, als klar wird, dass die Begeisterung den Menschen und der Stadt neues Leben einhaucht. In dieser Zeit werden die Solitude Rennen, die sich bereits in den 1920er Jahren einen Namen machten, neu geboren.
Bis 1965 fieberten rund 4,5 Millionen Menschen bei den Solitude-Rennen mit. Eine Begeisterung und Euphorie, an die sich heutzutage nur noch wenige alteingesessene Stuttgarter erinnern werden.
Wo vor über 60 Jahren die bekannten Silberpfeile das Publikum begeisterten, liegt heute der ADAC Verkehrsübungsplatz. Ein großes Erbe für den Automobilclub und ein Andenken, das anlässlich des Jubiläums, nach diesjähriger Pause, mit dem legendären Solitude Revival gefeiert wird.

In einer Podiumsdiskussion des StadtPalais Museum für Stuttgart wurde Anfang November über das Thema Sicherheit im Rennsport diskutiert. Bei den Solitude Rennen nahm diese Entwicklung einen wichtigen Anfang. Wie hat sich der Rennsport seit dieser Zeit verändert und warum kam es zum Ende der legendären Solitude Rennen? Im Gespräch sind unter anderem Dieter Roßkopf, Vorsitzender des ADAC Württemberg, und die Rennfahrer-Legende Herbert Linge.

Die Podiumsdiskussion bildete den Abschluss zur Ausstellung „Mythos Solitude-Rennen“. Begleitend zur Ausstellung ist das Buch „Mythos Solitude-Rennen – die Legende lebt“ erschienen, welches sich mit der Faszination dieser Rennsport-verrückten Zeit befasst und Geschichten erzählt, die der Erinnerung wert sind.
Das 88 Seiten starke Buch kann für 9,90 € zzgl. 2,70 € Versand unter kontakt@sahara.de erworben werden.

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