„Christoph 22“ fliegt 1.452 Einsätze

© PD Dr. Björn Hossfeld / ADAC Luftrettung

2021 hob der ADAC Rettungshubschrauber „Christoph 22“ 1.452 Mal (Vorjahr: 1.478) von der Luftrettungsstation Ulm ab. Das entspricht durchschnittlich vier Alarmierungen pro Tag. 1.291 Einsätze führten die Crew dabei zu Zielen in Baden-Württemberg und 161 nach Bayern. Einsatzgrund Nummer eins für „Christoph 22“ waren bei den oft lebensrettenden Einsätzen mit 40 Prozent Verletzungen nach Unfällen. Dazu gehören Freizeit-, Sport-, Schul- und Verkehrsunfälle. Bundesweit mussten die ADAC Rettungshubschrauber zu insgesamt 52.234 Notfällen ausrücken.

Alarmierung von „Christoph 22“ bei Dämmerung

Seit Anfang Dezember 2021 fliegt der ADAC Rettungshubschrauber aus Ulm auch in der Dämmerung und bei Dunkelheit. Technisch möglich sind die Rettungsflüge durch spezielle Nachtsichtbrillen. Sie sind Teil eines hochmodernen „Night-Vision-Imaging-Systems“ (NVIS). Es ermöglicht den Piloten auch bei minimalen Lichtverhältnissen an unbekannten und unbeleuchteten Einsatzorten sicher zu landen und wieder zu starten. Die Testphase, die vom Ulmer Bundeswehrkrankenhaus im Rahmen eines zivil-militärischen Projekts mit der ADAC Luftrettung wissenschaftlich begleitet wird, soll die Chancen der sogenannten bedarfsgerechten Randzeitenerweiterung im Rettungsdienst aufzeigen. „Durch die Einsatzbereitschaft bis 20 Uhr können wir gerade in den Wintermonaten eine deutliche Verbesserung der notfallmedizinischen Versorgung in der Region sicherstellen“, zieht Jens Jasper, Stationspilot in Ulm und NVIS-Lehrer ein erstes Resümee. Insgesamt sei das Team bis Ende Januar 2022 zu 25 zusätzlichen Einsätzen nach Sonnenuntergang gerufen worden.


© ADAC Luftrettung / Kai Münzenmayer

50 Jahre Luftrettung Ulm

2021 feierte die Luftrettungsstation in Ulm zudem 50-jähriges Jubiläum. Am 2. November 1971 hob der damals noch „SAR Ulm 75“ genannte Helikopter das erste Mal ab. Die olivgrüne Bell UH-1D der Bundeswehr war zu diesem Zeitpunkt erst der zweite permanent eingesetzte Rettungshubschrauber in der Bundesrepublik. Bis 2003 kamen Ärzte, Rettungsassistenten und Piloten von der Bundeswehr. In diesem Jahr stieg die gemeinnützige ADAC Luftrettung ein, stellte das fliegerische Personal und den Hubschrauber, der fortan auf den Rufnamen „Christoph 22“ hörte.

Für „Christoph 22“ sind an der Station in Ulm insgesamt 28 Teammitglieder im wechselnden Einsatz: drei Piloten der ADAC Luftrettung sowie 18 Notärzte und sieben Notfallsanitäter (TC HEMS) der Klinik für Anästhesiologie, Intensivmedizin, Notfallmedizin und Schmerztherapie des Bundeswehrkrankenhauses Ulm.

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