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Corona-Krise: Reutlinger steckten in Australien fest

Illawarra Fly Treetop Walk
Ein Ziel von Annette Lampert und Edwin Filipps: der spektakuläre Illawarra Fly Treetop Walk. ∙ © privat

Paar aus Reutlingen steckt zu Beginn der Corona-Krise in Australien fest – Mitarbeiter des ADAC Reisebüros stehen in dieser schwierigen Phase mit Rat und Tat zur Seite

Eines Tages im April steht ein Geschenkkorb vor der ADAC Geschäftsstelle in Reutlingen. Er enthält Obst, Saft und Macadamia-Nüsse, die jemand kurz zuvor in Australien gekauft hat. „Es war ein kleines Dankeschön für all das, was die ADAC Mitarbeiterinnen für uns geleistet haben“, erklärt Annette Lampert.

Wer den Geschenkkorb verstehen will, muss einen Zeitsprung machen und in Gedanken mit der Reutlingerin mitreisen. Nach Australien, Anfang März. Annette Lampert und ihr Partner Edwin Filipps hatten im ADAC Reisebüro eine Reise auf den fernen Kontinent gebucht, samt Inlandsflug, Hotelaufenthalt und Wohnmobil. „Als wir am 5. März losgeflogen sind, gab es noch keine Reisewarnung für Australien wegen Corona. Wenn wir storniert hätten, wären wir auf allen Kosten sitzen geblieben.“

Und so landet das Reutlinger Paar in Sydney, wo es von Freunden empfangen wird, die die beiden für zwei Wochen in ihr Haus auf dem Land eingeladen hatten, bevor die Australien-Tour weitergehen sollte. Die beiden Deutschen machen Ausflüge zum Strand, zu Wasserfällen, in den Busch. Zweimal nehmen sie den Zug nach Sydney, um sich die Stadt anzusehen. „Es gab auch die Abstands-Regel und gelegentlich waren Menschen mit Maske unterwegs. Aber alles noch entspannt.“ Plötzlich ließ die Regierung in Berlin verlauten, alle Deutschen mögen so schnell wie möglich nach Hause kommen. „Da hatten wir schon ein sehr mulmiges Gefühl.“

Die Situation ist verfahren, die beiden Reutlinger verzweifelt, denn der Heimflug, den sie gebucht hatten, sollte erst am 5. April von Perth gehen. Das Paar verbringt die harten Stunden und Tage, um Telefonate mit dem Veranstalter zu führen, die Infos einzuordnen, die ständig neu über Facebook, Twitter, Instagram und per Mail eintreffen. Dann überschlagen sich die Ereignisse: Airlines streichen Flüge, mit denen man früher hätte in die Heimat reisen könnte, die Flughäfen in den Emiraten, die zum Umsteigen wichtig sind, machen dicht. Mit jeder neuen Nachricht wächst die Unsicherheit, steigt die Angst. Annette Lampert und Edwin Filipps sind am anderen Ende der Welt gestrandet und fühlen sich hilflos, orientierungslos, traurig.

Die einzigen beiden Lichtblicke in dieser schweren Zeit sitzen in der Heimat: „Frau Wolf und Frau Schreiber vom ADAC Reisebüro in Reutlingen waren unsere Anker in dieser schweren Zeit. Sie verstehen ihre Arbeit, hören zu und kümmern sich tatsächlich um ihre Gäste. Sie haben uns wirklich sehr geholfen.“ Die beiden Mitarbeiterinnen sortieren die Nachrichtenlage, empfehlen, was zu tun ist und übernehmen die Stornierungen für Wohnmobil und Hotel.

Wenn Reisen wieder möglich ist, dann buchen wir wieder beim ADAC. Denn diese Unterstützung war phantastisch.

Letztlich hebt das Reutlinger Paar am 28. März mit einem Flieger in Richtung Frankfurt ab. Eine der letzten Handlungen auf australischem Boden: Die beiden kaufen Macadamia-Nüsse, die wenig später vor dem Reisebüro in Reutlingen stehen. „Wenn Reisen wieder möglich ist, dann buchen wir wieder beim ADAC. Denn diese Unterstützung war phantastisch.“