Verkehrsforum und Expertenreihe NRW

Der ADAC NRW veranstaltet regelmäßig Fachveranstaltungen und Tagungen rund um die Themen Verkehr und Mobilität. Hier finden Sie einen Überblick über anstehende sowie zurückliegende Veranstaltungen, die sich vor allem an Verkehrsexperten in Kommunen, Politik, Wissenschaft, Behörden, Verbänden und Firmen wenden. 

 

Staatssekretär Dr. Hendrik Schulte aus dem NRW-Verkehrsministerium beim ADAC Verkehrsforum 2019 in Düsseldorf

42. ADAC Verkehrsforum 2019 in Düsseldorf

Prof. Dr. Stephan Jansen und Martha Marisa Wanat von BICICLI
Prof. Dr. Stephan Wanat und Martha Marisa Wanat von BICICLI
Beim 42. ADAC Verkehrsforum in Düsseldorf haben am 10. September 2019 über 150 Experten aus Verwaltung, Politik und Wirtschaft über die Frage „Mobilitätswende ja – aber wie?“ diskutiert. „Die Sensibilität für den Einfluss des Verkehrs auf Umwelt und Klima wächst. Das spiegelt sich angesichts weiter steigender Pkw-Zulassungszahlen aber noch nicht im Mobilitätsverhalten der Menschen wieder. Der ÖPNV muss attraktiver werden. Und wir brauchen besonders in den Großstädten Radwege, die ihren Namen auch verdienen“, betonte Peter Meyer in seiner Begrüßungsrede.

Der Vorsitzende des ADAC Nordrhein nahm auch zur Diskussion um eine neue CO2-Steuer Stellung: „Fakt ist: Die aktuellen Klimaschutzziele sind mit einem ‚Weiter so!‘ nicht zu erreichen. Insbesondere der Verkehrssektor muss hierzu einen Beitrag leisten. Der ADAC befürwortet eine CO2-mindernde Politik. Dazu braucht es aber keine neue CO2-Steuer. Wir sprechen uns dafür aus, die Kfz-Steuer bei neuen Pkw künftig ausschließlich am CO2-Ausstoß zu orientieren.“ Damit würden, so Meyer, Fahrer von verbrauchsärmeren Pkw mit niedrigeren Kosten belohnt, Autos mit höherem Verbrauch müssten hingegen mehr Steuern bezahlen. Aus Sicht des Automobilclubs darf es beim Klimaschutz nicht zu einem Teuerungswettlauf kommen.

„Mobilität ist die Voraussetzung und Grundlage für einen erfolgreichen Wirtschaftsstandort NRW. In der Vergangenheit hat man versucht, ohne Baustellen und Erneuerungen auszukommen. Was rausgekommen ist, sehen wir heute: Staus, Verspätungen, Umwege und Ausfälle von Infrastrukturen“, betonte Dr. Hendrik Schulte, Staatssekretär im NRW-Verkehrsministerium. Zur Verkehrspolitik der nordrhein-westfälischen Landesregierung sagte er: „Wir lösen den Investitionsstau auf und investieren kräftig, zum Beispiel in die Schienen und die Erneuerung der Stadt- und Straßenbahnen in NRW. Wir brauchen einen schnelleren, leistungsfähigeren ÖPNV, bequemer, mit höheren Taktraten und eine bessere Erschließung des ländlichen Raums. Inzwischen geben wir auch genauso viel Geld für Radwege aus wie für den Aus- und Neubau von Landesstraßen. Und wir nutzen die Chancen der Digitalisierung, um Verkehrsträger digital zu vernetzen und Verkehre intelligent zu lenken."
Die Verkehrs- und Mobilitätsexperten des ADAC Verkehrsforums 2019 in Düsseldorf
Stefan Gerwens, Prof. Dr. Stephan Jansen, Martha Marisa Wanat, Peter Meyer, Dr. Hendrik Schulte, Prof. Dr. Wolfgang H. Schulz, Rob Schaap, Uwe Müller und Sebastian Thelen (v.l.)

Die Kernaussagen der Fachreferenten

Stefan Gerwens, Leiter Ressort Verkehr des ADAC e.V., über den Mobilitätswandel aus Sicht der Verbraucher: „Viele Menschen sind zwar an Neuem interessiert, brauchen aber eine hohe Verlässlichkeit im Alltag und probieren neue Mobilitätsformen deshalb eher zögerlich aus. Trotzdem ist es wichtig, gute Alternativen zum Auto zu schaffen. Gerade im ländlichen Raum gibt es die aktuell aber kaum. Auch die Hoffnung auf autonomes Fahren wird sich so schnell nicht erfüllen, weil die Systeme noch nicht reif genug sind, um alle Verkehrssituationen und Witterungsbedingungen zu bewältigen. Mit Blick auf Umweltziele setzen Verbraucher mehr auf technische Lösungen und wollen nicht in ihrer persönlichen Mobilität eingeschränkt werden.“

Prof. Dr. Stephan Jansen, Geschäftsführer von BICICLI, über radbasierte Mobilitätslösungen für Unternehmen und Städte: „Wir wollen Radmobilität klug einsetzen, um Städte wieder lebenswerter zu machen. Dazu brauchen wir intermodale Innovationen, eine bessere Verknüpfung von ÖPNV, Auto und Radverkehr. Das ist in Deutschland noch nicht geübt. Wir fahren immer noch von Parkgarage zu Parkgarage. Der SUV des 21. Jahrhunderts ist das Faltrad.“

Uwe Müller, Leiter der Abteilung Verkehrsplanung und Mobilität der Stadt Aachen, zur Mobilitätswende in Aachen: „Man braucht Mut zur Veränderung. Nicht alle Menschen warten darauf, dass sich etwas verändert. Es gibt auch nicht die eine große Maßnahme, sondern man muss an vielen Stellschrauben drehen. Wir setzen zum Beispiel neue Standards beim Thema Radverkehr und wandeln Parkraum zugunsten der Radfahrer um. Und wir wollen als Stadtverwaltung auch selbst Vorbild sein. Deshalb steht zu Fuß gehen an erster Stelle, dann kommen Pedelecs, der ÖPNV und unsere E-Fahrzeuge. Wenn wir damit den Bedarf nicht abdecken können und Mitarbeiter dann trotzdem noch ein Auto benötigen, greifen wir auf eine Carsharing-Flotte zurück.“

Rob Schaap, Berater für Mobilität und Nachhaltigkeit bei Moovis, über betriebliches Mobilitätsmanagement als Chance: „Im Kampf um Talente müssen Arbeitgeber auch im Bereich betriebliches Mobilitätsmanagement etwas anbieten können. Investiere ich lieber in Beton und Parkplätze oder in meine Mitarbeiter und fördere zum Beispiel mit Pedelecs auch noch ihre Gesundheit? Arbeitgeber, Behörden und Mobilitätsdienstleister brauchen eine gemeinsame Strategie.“

Sebastian Thelen, Geschäftsführer von uze! Mobility, über die mehrdimensionale Nutzung von E-Transportern: „Es ist wichtig, umzudenken und innovative, datengetriebene Geschäftsmodelle zu verknüpfen, um nachhaltige Mobilität im Bereich Last-Mile-Logistik zu ermöglichen. Der Treibstoff der Zukunft sind Daten.“

Prof. Dr. Wolfgang H. Schulz, Mobilitätsforscher an der Zeppelin Universität Friedrichshafen, über den Einfluss von Künstlicher Intelligenz auf die Mobilität: „Durch Künstliche Intelligenz ergeben sich enorme Einsparpotentiale. Das Auto wird einfacher und günstiger, der Verkehr effizienter, es gibt weniger Unfälle und weniger Staus. Deswegen werden wir eine Renaissance des motorisierten Individualverkehrs erleben. Das Auto schlägt zurück.“

Udo Stötzel, Vorstand für Verkehr und Technik des ADAC Ostwestfalen-Lippe, über die Voraussetzungen für eine erfolgreiche Mobilitätswende: „Die Mobilitätswende kann nur gelingen, wenn sie als positiver Wandel und nicht als aufgezwungene Maßnahme empfunden wird. Wichtig ist, dass Mobilitätsoptionen an den Bedürfnissen der Menschen ausgerichtet sind – auch im ländlichen Raum. Zu einem attraktiven Angebot gehört auf eine vernünftige Preisgestaltung. Mobilität muss bezahlbar bleiben.“

Vergangene Veranstaltungen

Expertenreihe 2018 "Barrierefrei mobil in Städten und Gemeinden"

Barrierefrei mobil in Städten und Gemeinden
Anforderungen an die Verkehrsinfrastruktur

22. Februar 2018 in Köln

Grundvoraussetzung für die Mobilität von Menschen mit Behinderung ist eine möglichst barrierefreie Gestaltung der Verkehrsinfrastruktur. Davon profitieren wir alle als Gesellschaft und als Reisende, zumal Barrierefreiheit nicht nur Menschen mit Behinderungen zugutekommt.  

Welche Anforderungen an die barrierefreie Verkehrsinfrastruktur gestellt werden, wie man deren Planung, Bau und Betrieb sicherstellt und vor welchen Herausforderungen der ÖPNV steht, wurde in der Veranstaltung die Möglichkeit geschaffen, sich zu informieren und darüber zu diskutieren. Ein authentischer Bericht aus Sicht der Betroffenen, die Darstellung der Landesprogramme sowie viele Best-Practice Beispiele haben das Programm abgerundet.

Programm des Expertenforums 2018 "Barrierefrei mobil in Städten und Gemeinden", 19,26 KB

Verkehrsforum 2018 "Nichts geht mehr - Straßensperrungen als Planungsinstrument"

26. September 2018 in Dortmund


Straßensperrungen führen zu Behinderungen, Staus und Umwegen. Dennoch können sie bewusst als vorteilhaftes Planungsinstrument eingesetzt werden. Um Baumaßnahmen zu beschleunigen. Um  Großveranstaltungen zu abzuwickeln. Um Verkehre zu lenken.

Beim ADAC NRW Verkehrsforum 2018 informierten wir über Vor- und Nachteile sowie praktische Erfahrungen mit vorgeplanten Straßensperrungen. Neben den organisatorischen und planerischen Aspekten wurden auch wissenschaftliche Hintergründe sowie das wichtige Thema Öffentlichkeitsarbeit beleuchtet.

Programm ADAC NRW Verkehrsforum 2018
, 365,23 KB


 

Regionalforum 2017 "Wenig Raum, viel Verkehr: Organisation von Verkehren in Kernbereichen"

13. Juli 2017 in Hamm

In den Zentren unserer Städte und Gemeinden treffen viele Nutzungsansprüche aufeinander. Stadt- und Verkehrsplaner müssen die Erreichbarkeit sicherstellen, die dafür notwendigen Flächen reduzieren und gleichzeitig Entwicklungen wie Digitalisierung und E-Mobilität berücksichtigen.

Das ADAC Regionalforum stellte Ideen und Lösungen vor, um den Verkehr künftig zu organisieren. Behandelte Themen waren Stellplatzsatzungen, Digitalisierung des Parkens, Aufbau einer Ladeinfrastruktur, elektrische Lieferverkehre und das langfristige Ziel einer emissionsfreien Innenstadt.

Programm zum Regionalforum "Wenig Raum, viel Verkehr"
, 287,37 KB

 

Download Präsentationen der Fachveranstaltung:

Carsten Gniot, Stadt Hamm, Stadtplanungsamt
Herausforderungen des Innenstadtverkehrs am Beispiel der Stadt Hamm   , 4,04 MB

Andreas Falkowski, Zukunftsnetz Mobilität NRW, Landesgeschäftsstelle    
Kommunale Stellplatzsatzungen - Chancen und Möglichkeiten  , 2,49 MB 

Robert Zillekens, T-Systems International GmbH
Digitale Parkdienstleistungen - Angebot aus Kundensicht  , 2,96 MB

Andreas Meißner, Stadt Dortmund, Stadtplanungs- und Bauordnungsamt
Emmissionsfreie Innenstadt, kommunaler Klimaschutz   , 2,39 MB

Axel Fröhlich, innogy SE Vertrieb eMobility
Öffentliche Ladeinfrastruktur - Aufbau, Betrieb und Abrechnung , 1,61 MB 

Marcus Arens, Streetscooter GmbH 
Elektromobilität in der Anwendung - Beispiel Streetscooter und DPDHL  , 2,26 MB

ADAC Verkehrsforum 2017 „Digitalisierung und App-basierte Mobilität" - Chancen und Risiken für Städte und Gemeinden

12. September 2017 in Düsseldorf 

Experten prognostizieren für die nächsten fünf Jahre einen stärkeren Umbruch im Mobilitätsbereich als in den letzten 50 Jahren. Getrieben wird dieser Wandel durch verschiedene Trends. Neben einem Wertewandel junger Menschen und verstärkter Sharing-Economy sorgt die Digitalisierung im Mobilitätsbereich für neue Geschäftsmodelle. Die App-basierte Mobilität hat sich innerhalb weniger Jahre in unseren Alltag integriert. Die Nutzung von Echtzeitdaten erleichtert die Nutzung von Sharing-Services (Carsharing und Fahrradverleihsystemen) und erweitert das Angebot von multimodalen Dienstleistungen.

Aus Sicht des ADAC bieten die neuen Kommunikationstechnologien heutzutage ein großes Potenzial, um den Verkehrsteilnehmer besser zu erreichen und die Vielzahl an Alternativen attraktiv darzustellen. So kann ein nachhaltiges, multimodales Mobilitätsverhalten entstehen, welches die verschiedenen Verkehrsmittel, unter Berücksichtigung ihrer individuellen Vorteile, intelligent vernetzt.

Städte und Gemeinden müssen dabei am Puls der Zeit bleiben und sich schon heute aktiv mit dem sehr dynamischen Thema Digitalisierung auseinandersetzen. Innovative Mobilitätsdienstleistungen treiben eine neue Mobilitätskultur voran, welche sich auf die räumliche Verteilung des Verkehrs auswirken wird. Die dabei zu erwartenden Gestaltungsoptionen für die Stadt- und Verkehrsplanung müssen dabei erkannt und in künftige Überlegungen integriert werden. Weniger Verkehr bei gleichbleibender Mobilität sollte dabei als Leitbild verstanden werden- hin zu einer nachhaltigen, lebenswerten Region. 

Im Zuge des ADAC Verkehrsforums 2017 sollten die Chancen und Risiken für Städte und Gemeinden thematisiert und anhand konkreter Praxisbeispiele erläutert werden, um so als Grundlage für mögliche Handlungsstrategien für die Stadt- und Verkehrsplaner von morgen zu dienen. 

Programm zum ADAC Verkehrsforum 2017  , 1,59 MB

 

Download Präsentationen zum Verkehrsforum „Digitalisierung und App-basierte Mobilität"

Markus Bachleitner, ADAC e.V.
Verkehrs- und Mobilitätsdaten in Kommunen: Wünsche der Autofahrer und Dienste   , 1,28 MB

Dr. Hanno Bäumer, Verkehrszentrale Nordrhein
Verkehrszentrale Nordrhein - lenken, koordinieren, informieren   , 2,1 MB

Dr. Joachim Wahle, ITS NRW e.V. 
App-basiertes Verkehrsmanagement - Nutzung digitaler Communities  , 3,89 MB

Prof. Dr. Klaus J. Beckmann, KJB.Kom
Innovationen im Verkehr: Digitalisierung, Automatisierung... - Anforderungen an die Kommunen und Regionen  , 1,66 MB

NRW Verkehrsforum 2016 "Konsequenzen für Straßenplanung und –betrieb"

Dortmund, 22. September 2016

Seit einigen Jahren treten auch in unseren Breiten immer häufiger extreme Wetterereignisse auf, sei es in Form von starken Niederschlägen oder auch hohen Temperaturen. Solche Umweltbedingungen können zu Schäden an der Straßensubstanz führen und die Funktionsfähigkeit des Verkehrssystems erheblich beeinträchtigen.

Im Rahmen des diesjährigen Verkehrsforums wurde erörtert, inwiefern unsere Straßeninfrastruktur den klimatischen Veränderungen gewachsen ist und welche Anpassungen vorgenommen werden können oder sogar vorgenommen werden müssen. Unsere Referenten informierten praxisorientiert, mit welchen Klimaentwicklungen zu rechnen ist und welche Ideen oder Erfahrungen vorliegen, um unsere Straßen für die zukünftigen Herausforderungen zu ertüchtigen.

Programm zum Verkehrsforum 2016  , 1,33 MB

 

ADAC Expertenreihe 2016  "Mobilitätssicherung im ländlichen Raum" 

10. Mai 2016 in Köln

In vielen ländlichen Regionen ist ein erheblicher Bevölkerungsrückgang festzustellen, oftmals begleitet von einer Verschiebung der Altersstruktur hin zu älteren Mitbürgern sowie einer Abnahme ortsnaher Versorgungseinrichtungen.

Der Mobilität kommt eine zentrale Rolle zu, wenn es darum geht, die Teilnahme der Einwohner am gesellschaftlichen Leben zu gewährleisten und den Zugang zu Arbeitsplätzen, Dienstleistungen der täglichen Versorgung oder des Gesundheitswesens zu sichern. Auch wenn das Auto nach wie vor das Hauptverkehrsmittel darstellt, ist es essentiell, sich mit alternativen Mobilitätsangeboten auseinanderzusetzen.

Die Expertenreihe informierte zu diesen Themen und gab die Möglichkeit mit anderen Experten zu diskutieren, wie die Mobilität im ländlichen Raum mit neuen und innovativen Mobilitätsmodellen auch zukünftig bewältigt und finanziert werden kann.