E-Fuels – Zukunft für den Verbrenner?!

© ADAC Nordbayern e.V.

Bis 2030 strebt Deutschland 65 Prozent Treibhausgasminderung an und bis 2045 soll sektorübergreifend eine Klimaneutralität auch im Verkehrsbereich vorherrschen. Damit diese ambitionierten Ziele erreicht werden können, kann und wird die Elektromobilität zweifellos einen wichtigen Beitrag leisten. Stellenweise wird aber übersehen, dass Elektromobilität zwar für viele, aber nicht alle Mobilitätserfordernisse geeignete Antworten gibt. Insbesondere stellt sich auch die Frage, wie mit den Millionen an Bestands-PKW mit Verbrennungsmotor umgegangen wird.

Auch vor dem Hintergrund, dass die durchschnittliche Haltedauer eines Pkws in Deutschland zunehmend ansteigt, werden hierzulande im Jahr 2030 noch viele Millionen PKW mit Diesel- oder Benzinmotor in Deutschland unterwegs sein und damit ein Großteil des Fahrzeugbestandes. Diese können und sollten ebenfalls zum Klimaschutz beitragen. Inwieweit synthetische Kraftstoffe, allen voran die E-Fuels, in der Lage sind, hierfür eine Lösung darzustellen, war Thema beim diesjährigen Verkehrsforum des ADAC Nordbayern. Diese strombasierten Kraftstoffe können theoretisch ohne Mengenbegrenzung hergestellt werden, sind gut speicherbar und ließen sich über das bestehende Tankstellennetz vertreiben. Demgegenüber stehen die noch hohen Wirkungsverluste im Herstellungsprozess.

Nach einer Begrüßung und Einführung durch Herbert Behlert (Vorsitzender des ADAC Nordbayern) machte Thomas Dill (Vorstandsmitglied für Verkehr, Technik und Umwelt des ADAC Nordbayern) in seinem Impulsvortrag deutlich, dass Technologieoffenheit für die Erreichung der Klimaziele wichtig und notwendig ist. „Neben Strom aus erneuerbaren Quellen für batterieelektrische Antriebe braucht es auch strombasierte synthetische Kraftstoffe (E-Fuels) um die Treibhausgasemissionen der Bestandsflotte mit Verbrennungsmotoren zu verringern und langfristig zu neutralisieren“, so Dill.

Dr. Sören Trümper, Fachreferent für Stromwirtschaft und Wasserstoff des ADAC e.V., ging im Anschluss der Frage nach, was E-Fuels für den Klimaschutz leisten können und stellte fest, dass sie ein wichtiger Baustein sein können, vorausgesetzt

sie werden aus erneuerbaren Energien hergestellt. Wie die tatsächliche Energiebilanz zwischen Batterie, Wasserstoff und E-Fuels im Vergleich aussieht, erläuterte Prof. Dr-Ing. Jürgen Karl, Lehrstuhlinhaber für Energieverfahrenstechnik der Friedrich-Alexander-Universität Erlangen-Nürnberg. „Die Elektromobilität für den Individualverkehr ist alltagstauglich, wohingegen die Prozessketten für Wasserstoff und E-Fuels nur bedrückend niedrige Wirkungsgrade zulassen“, stellte er in seinem Fazit fest. Eine aktuelle europäische und globale Einordnung der Thematik erfolgte im Anschluss durch Dr. Tobias Block, Leiter Strategie und Content bei der eFuel-Alliance. Ob der Einsatz von synthetischen Kraftstoffen auch in Oldtimern eine zukunftsfähige Option darstellen kann, zeigte Klassikreferent Johann König vom ADAC e.V. in seinem Vortrag auf. In der abschließenden Podiumsdiskussion diskutierten die Referenten unter Einbeziehung von Publikumsfragen rege über die Chancen und Herausforderungen bei der Nutzung von E-Fuels.

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