ADAC nimmt 50 unbewirtschaftete Rastplätze unter die Lupe

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Immer wieder erreichen den ADAC Beschwerden seiner Mitglieder über den Zustand der rund 1.500 unbewirtschafteten Rastplätze an den deutschen Autobahnen. Der Frage, ob dieser schlechte Ruf gerechtfertigt ist, ist der ADAC nach 2009 und 2018 erneut mit einer Untersuchung von 50 unbewirtschafteten Rastanlagen anhand der vier Kategorien „Verkehr und Parken“, „Außenanlagen“, „Sanitäre Anlagen“ sowie „Persönliche Sicherheit“ in ganz Deutschland nachgegangen.

Dabei fielen 22 Prozent der Rastplätze mit einem „mangelhaft oder „sehr mangelhaft“ durch, jedoch punkteten 44 Prozent der Anlagen auch mit einem „sehr gut“ oder „gut“. In der Kategorie „Persönliche Sicherheit“ gab es am häufigsten Kritikpunkte, gefolgt vom Zustand der sanitären Einrichtungen und der Außenanlagen. Am besten schnitt über alle untersuchten Rastplätze hinweg der Bereich „Verkehr und Parken“ ab.

In Nordbayern wurden insgesamt sieben Anlagen unter die Lupe genommen, wobei sich hier unter dem Strich ein weitgehend positives Bild ergab. Lediglich ein Platz wurde von den Testern mit „ausreichend“ bewertet, die übrigen erreichten alle das Prädikat „gut“, der an der A93 gelegene Rastplatz Schlossberg reihte sich bundesweit in den Top 3 ein.

Folgende Anlagen in Nordbayern wurden untersucht:

Fronberg (A3) Frankfurt – Würzburg

Auergründel (A6) Heilbronn – Nürnberg

Kurzmandl (A7) Würzburg – Ulm

Lipperts (A9) Hermsdorf – Hof

Offenbau (A9) Nürnberg – München

Bärenholz (A93) Hof – Weiden

Schlossberg (A93) Weiden – Regensburg

„Verkehr und Parken“

In der Kategorie „Verkehr und Parken“ erreichten fünf der nordbayerischen Rastplätze die Note „gut“ oder „sehr gut“, Auergründel an der A6 sowie Offenbau an der A9 wurden hinsichtlich dieses Aspekts mit „ausreichend“ bewertet. In Auergründel gab es beispielsweise keine befestigten Wege für Fußgänger.

„Außenanlagen“

Im Bereich „Außenanlagen“ konnten sechs der sieben Plätze in Nordbayern mit guten bis sehr guten Bewertungen punkten. Lediglich Fronberg an der A3 erhielt hier das Prädikat „sehr mangelhaft“. So existiert hier unter anderem kein effektiver Lärmschutz, was den Erholungswert für Autofahrende mindert.

„Sanitäranlagen“

Die Sanitäranlagen wurden viermal mit „gut“ bewertet und dreimal mit „ausreichend.“ Hier gab es in erster Linie Mängel bei den Seifenspendern, die teilweise nicht vorhanden oder defekt waren. Ein weiterer Kritikpunkt waren bei allen nordbayerischen Plätzen die nur eingeschränkt bedarfsgerechten Behindertentoiletten.

„Persönliche Sicherheit“

Hier konnten vier Anlagen ein „gut“ bis „sehr gut“ erreichen, zweimal wurde die Sicherheit als „ausreichend“ erachtet und einmal wurde dieser Aspekt als „sehr mangelhaft“ eingestuft. In Kurzmandl an der A7 gab es weder einen Notruf noch eine ausreichende Beleuchtung für PKW und LKW.

So wurde getestet: Die Testphase lief vom 7. Juni bis 15. Juli 2022. Alle getesteten Anlagen liegen an den Hauptreiserouten in Deutschland, d.h. entlang der 15 längsten Bundesautobahnen. Um Zufallsbefunde auszuschließen, wurde jede Anlage zweimal außerhalb der Ferienzeiten im Abstand von mindestens 24 Stunden überprüft. Bei ihren Besuchen arbeiteten die Testpersonen jeweils eine Checkliste ab, die unter anderem auf den Empfehlungen für Rastanlagen an Straßen der Forschungsgesellschaft für Straßen- und Verkehrswesen als anerkanntem Stand der Technik basiert. Für die Beurteilung der Barrierefreiheit wurde die DIN-Norm für die Gestaltung barrierefreier Sanitäranlagen in öffentlich zugänglichen Gebäuden herangezogen.

Folgende Gewichtungen wurden zugrunde gelegt (in Prozent):

Sanitäre Anlagen (50 Prozent)

Außenanlagen (25 Prozent)

Verkehr und Parken (15 Prozent)

Persönliche Sicherheit (10 Prozent)

Einzelne Prüfkriterien wurden mit Punkten bewertet. Die jeweils erzielte Gesamtpunktzahl drückt sich im positiven Bereich in den Noten sehr gut, gut und ausreichend sowie mangelhaft und sehr mangelhaft im Negativen aus.

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