Tipps bei Werkstattproblemen

Reparatur zu teuer!

Teure Reparaturen oder Ersatzteile verursachen häufig Probleme in der Werkstatt

Ob Ärger wegen teurer Ersatzteile, unnötiger Arbeiten oder nicht beauftragter Arbeiten am Fahrzeug - Ihre ADAC Anwälte informieren.

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Ärger mit teuren Ersatzteilen oder Reparaturen

Komplizierte Reparaturen oder teure Ersatzteile bzw. Ersatzteilpakete sind für den Verbraucher mehr als ärgerlich. Denn nicht nur der Kauf eines Autos, sondern auch der Unterhalt ist meist mit erheblichen Kosten verbunden. Ist z. B. nur die Glühbirne kaputt, so muss mitunter der ganze Scheinwerfer ausgetauscht werden. Die Hersteller sind bislang nicht verpflichtet verbraucherfreundliche Lösungen anzubieten. 

So hilft Ihnen der ADAC

  • Bei Rechtsfragen z. B. zu Ansprüchen aus einem Werkvertrag, mangelhaft ausgeführtem Ersatzteileinbau oder anderen Fragen rund um Autokauf und Reparatur, können Sie sich als ADAC Mitglied kostenlos durch unsere ADAC Juristen beraten lassen.
     
  • Die Technikzentren der ADAC Regionalclubs informieren Sie über „versteckte“ Reparaturkosten, kostengünstige Ersatzteile oder beraten Sie bei zu hohen Reparaturrechnungen.
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Kostenvoranschlag

Die Erstellung eines Kostenvoranschlages ist für den Werkstattkunden immer dann kostenlos, wenn mit der Werkstatt zuvor keine Zahlungspflicht vereinbart wurde.

Kann die Werkstatt allerdings nachweisen, dass sie mit der Anfertigung eines Kostenvoranschlages gegen Vergütung beauftragt wurde, besteht auch ein Anspruch der Werkstatt auf Bezahlung.

Oftmals befindet sich jedoch in den von den Werkstätten verwendeten Kfz-Reparaturbedingungen die Regelung, dass der Betrag für den Kostenvoranschlag mit den Kosten für die Auftragsrechnung verrechnet wird.

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Nicht in Auftrag gegebene Arbeiten

Für die Frage, ob Werkstattarbeiten, die nicht in Auftrag gegeben wurden, bezahlt werden müssen, ist zunächst einmal § 241 a BGB wichtig. Nach dieser Vorschrift muss ein Verbraucher im Verhältnis zum Unternehmer für Leistungen, die er nicht bestellt hat, auch nichts zahlen. 

Vom Wortlaut her wäre diese Vorschrift grundsätzlich auch auf das Verhältnis vom Kunden zum Werkstattbetreiber anwendbar. Danach müsste der Kunde also niemals bezahlen, wenn ihm als Verbraucher von der Werkstatt nicht in Auftrag gegebene Arbeiten in Rechnung gestellt werden. 

Das OLG Naumburg hat allerdings in einem verbraucherunfreundlichen Urteil entschieden, dass bei Werk- und Dienstleistungen, die ohne vertragliche Grundlage geleistet werden, als Wertersatz die übliche Vergütung geschuldet wird oder, wo eine solche fehlt, eine angemessene Vergütung zu leisten ist. Nur, wenn die Arbeiten so mangelhaft erbracht werden, das sie nicht einmal ansatzweise geeignet sind, dem Kunden Vorteile zu bringen, sind sie nicht zu vergüten.

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Unnötige Arbeiten

Die Werkstatt hat repariert, die durchgeführten Arbeiten haben aber nicht zum gewünschten Erfolg geführt? In diesen Fällen meinen die Kunden oftmals, dass diese Arbeiten nicht bezahlt werden müssten. Hier ist jedoch vor allem zu beachten, dass ein Vergütungsanspruch der Werkstatt auch für nicht zum Erfolg führende Arbeiten besteht, solange diese nach den anerkannten Regeln der Kraftfahrzeugtechnik zur Eingrenzung der Schadensursache notwendig waren. 

Beauftragt der Kunde die Werkstatt sowohl mit der Fehlersuche als auch mit der Beseitigung des Mangels, so handelt es sich streng betrachtet nämlich um zwei Verträge: einen "Fehlersuch-" und einen "Fehlerbeseitigungs-Vertrag". 

Oft gestaltet sich die Fehlersuche jedoch schwieriger als die eigentliche Fehlerbeseitigung. Die Werkstatt muss die Fehlersuche dabei nach den geltenden Regeln des Handwerks betreiben, also zunächst die wahrscheinlichste Ursache A ausschalten und dann zu den nächst wahrscheinlichen Fehlerherden B, C usw. fortschreiten. Arbeitszeit und Materialkosten für die Ausschaltung der (mutmaßlichen) Ursachen A und B muss der Kunde aber auch dann bezahlen, wenn erst C sich als eigentliche Fehlerquelle entpuppt. Allerdings muss die Werkstatt bei der Arbeit auch die Grundsätze der Wirtschaftlichkeit beachten, darf also die Fehlersuche grundsätzlich nicht mit der absolut teuersten Möglichkeit beginnen.