Segways: Das gilt im Straßenverkehr

30.1.2019

Segways sind bei Städtereisenden beliebt. ADAC Juristen erklären, wo man mit den elektrisch angetriebenen Gefährten fahren darf und wer bei Unfällen haftet.

Segway - diese Verkehrsregeln sollten Sie kennen
Segway-Touren – auch durch Fußgängerzonen - werden immer beliebter. Aber ist das auch erlaubt?
  • Segways dürfen nur auf Radwegen benutzt werden. Wenn es keinen gibt, ist die Straße erlaubt
  • Zum Fahren braucht man eine Mofa-Prüfbescheinigung
  • Für Segways gilt striktes Rechtsfahrgebot

Segways sind zweirädrige Fahrzeuge mit einer Stange zwischen den Rädern zum Festhalten. Der Fahrer steht auf einer Plattform, gesteuert und gebremst wird durch Gewichtsverlagerung. Ein Gyroskop, auch Kreiselstabilisator genannt, verhindert, dass der Segway während der Fahrt kippt.

Wo dürfen Segways fahren?

Mit Segways muss man – sofern vorhanden – auf Fahrradwegen oder einem Schutzstreifen fahren. Gibt es keinen, darf auf die Fahrbahn ausgewichen werden. Auf Bürgersteigen sind sie nicht erlaubt, für Fußgängerzonen ist eine Sondergenehmigung nötig. Dort muss immer die Geschwindigkeit angepasst werden – Fußgänger haben stets Vorrang, dürfen nicht behindert oder gefährdet werden.

Bundes-, Landes- oder Kreisstraßen sind tabu. Zudem gilt ein striktes Rechtsfahrgebot. Außerdem müssen Segway-Piloten in der Gruppe grundsätzlich hintereinander herfahren. Einzige Ausnahme: Fahrradstraßen.

Muss eine Haftpflichtversicherung abgeschlossen werden?

Ja. Der in der Betriebserlaubnis eingetragene Halter muss das Gefährt versichern. Der Nutzer muss prüfen, ob eine Versicherung besteht, zu erkennen ist das am gültigen Kennzeichen.

Braucht man für Segways einen Führerschein?

Man braucht eine Mofa-Prüfbescheinigung. Das gilt auch für Personen, die vor dem 1.4.1965 geboren wurden. Wer bereits einen Führerschein hat, der darf in jedem Fall Segway fahren.

Wer zahlt bei Unfällen?

Wenn das Segway wie vorgeschrieben mit Versicherungskennzeichen ausgestattet ist, kommt die jeweilige Haftpflicht-Versicherung für Schäden Dritter aus.

Welches Gesetz regelt das Fahren mit Segways?

Den gesetzlichen Rahmen für Segways setzt die "Verordnung über die Teilnahme elektronischer Mobilitätshilfen am Verkehr", kurz MobHV. Nach § 1 MobHV sind damit Fahrzeuge mit elektrischem Antrieb gemeint, die „bauartbedingt“, also ohne eigene körperliche Anstrengung, höchstens 20 km/h fahren können. Ihre Gesamtbreite darf bis zu 70 cm betragen.

Die „Mobilitätshilfen“ müssen außerdem über angemessene Bremsen, Beleuchtung und Hupen verfügen. Auch ein Versicherungskennzeichen ist, genau wie bei Mofas, vorgeschrieben. Mitte 2019 soll die Elektrokleinstfahrzeuge-Verordnung die MobHV ersetzen. An den Regelungen für Segways dürfte sich dadurch aber nichts ändern.