Ferienzeit ist Reisezeit: Was gilt beim Sonn- und Feiertagsfahrverbot?

24.5.2019

In wenigen Wochen startet die Urlaubszeit und viele fragen sich, ob sie mit Ihrem Wohnmobil oder Gespann unter das Sonn- und Feiertagsfahrverbot fallen. Seit 19.10.2017 gelten in Deutschland neue Regeln, die zu einer Lockerung des Verbots bei rein privaten Fahrten geführt haben.

LKW Wochenende Autofahrer Autobahn
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  • Verbot gilt für alle Fahrten zur geschäftsmäßigen oder entgeltlichen Beförderung von Gütern.
  • Sonn- und Feiertagsfahrverbot gilt nicht für Wohnmobile auf dem Weg in den Urlaub. 
  • Fahrverbot auch in Ferienreisezeit: Samstage im Zeitraum vom 1. Juli bis 31. August

Sonn- und Feiertagsfahrverbot, was bedeutet das?

An Sonn- und Feiertagen dürfen in der Zeit von 0 bis 22 Uhr Lkw mit einem zulässigen Gesamtgewicht über 7,5 t nicht fahren. Das Sonn- und Feiertagsfahrverbot gilt auch für Anhänger hinter Lkw. Auf das Gewicht des Gespanns kommt es nicht an. Das Verbot gilt für alle Fahrten zur geschäftsmäßigen oder entgeltlichen Beförderung von Gütern.

 

Für welche Feiertage gilt das Verbot?

Das Feiertagsfahrverbot gilt für folgende Feiertagen:

Neujahr, Karfreitag, Ostermontag, Tag der Arbeit (1. Mai), Christi Himmelfahrt, Pfingstmontag, Fronleichnam (nur in Baden-Württemberg, Bayern, Hessen, Nordrhein-Westfalen, Rheinland-Pfalz und Saarland), Tag der Deutschen Einheit (3. Oktober), Reformationstag (31. Oktober; nur in Brandenburg, , Mecklenburg-Vorpommern, , Sachsen, Sachsen-Anhalt und Thüringen), Allerheiligen (1. November; nur in Baden-Württemberg, Bayern, Nordrhein-Westfalen, Rheinland-Pfalz und Saarland), 1. und 2. Weihnachtsfeiertag (25. / 26. Dezember).

An folgenden regionalen Feiertagen gilt es nicht: 6. Januar (Dreikönigstag) und 15. August (Mariä Himmelfahrt) 

 

Für wen gilt das Sonn- und Feiertagsfahrverbot?

Das Sonn- und Feiertagsfahrverbot gilt nur für die geschäftsmäßige oder entgeltliche Beförderung von Gütern. D.h. hat der Lkw ein zulässigen Gesamtgewicht unter 7,5 t, dann fällt er nicht unter das Sonn- und Feiertagsfahrverbot. Ist er schwerer oder fahren Sie mit Anhänger, kommt es auf den Zweck der Fahrt an. Dient der Zweck der Fahrt weder einer geschäftsmäßigen noch einer entgeltlichen Güterbeförderung, dann dürfen Sie an Sonn- und Feiertagen uneingeschränkt fahren. Sie können also bedenkenlos mit Ihrem Wohnwagen oder Wohnmobil in den Urlaub fahren. Auch die Teilnahme an privaten Veranstaltungen (z.B. Trucker-, Oldtimertreff) ist problemlos möglich.

Ausnahmen vom Fahrverbot

Es gelten aber auch Ausnahmen. Beispiele: Das Verbot gilt vor allem nicht für den Transport frischer Lebensmittel wie Milch, Fleisch, Fisch und leicht verderblichem Obst und Gemüse. Auch die ADAC Pannenfahrzeuge dürfen zu einem Unfall bzw. Notfall fahren.

 

Welche Strafe erwartet mich, wenn ich trotzdem fahre?

Wenn Sie am Sonn- oder Feiertag trotzdem geschäftsmäßig oder entgeltlich Güter befördern, erhalten Sie als Fahrer ein Bußgeld von 120 Euro. Beim Halter werden sogar 570 Euro abkassiert. Sind Sie Halter und Fahrer, zahlen Sie (einmalig) 570 Euro. Punkte gibt es keine.


Was gilt in der „Ferienreisezeit“?

Neben dem Sonn- und Feiertagsfahrverbot gibt es in der Hauptreisezeit im Sommer ein weiteres Fahrverbot. Dieses Verbot gilt ebenfalls für Lkw mit einem zulässigen Gesamtgewicht über 7,5 t, die geschäftsmäßig oder entgeltlich Güter befördern. Das gleiche gilt für Lkw, die einen Anhänger ziehen, sofern der Zweck der Fahrt nicht privat ist. Das Verbot betrifft alle Samstage im Zeitraum vom 1. Juli bis 31. August jeweils von 7.00 Uhr bis 20.00 Uhr.

Folgende Autobahnen und Bundesstraßen sind betroffen:

Autobahn/Bundesstraße   Streckenbeschreibung 
A 1                     AK Köln-West über Wuppertal, Kamener Kreuz, Münster bis AS Lohne/Dinklage
A 2 AK Oberhausen bis AK Bad Oeynhausen 
A 3 AK Oberhausen bis AK Köln-Ost, von AD Mönchhof über Frankfurter Kreuz bis AK Nürnberg 
A 5 Darmstädter Kreuz bis AS Karlsruhe-Süd und AS Offenburg bis AD Neuenburg 
A 6 AS Schwetzingen-Hockenheim bis AK Nürnberg-Süd
A 7 AS Schleswig/Jagel bis AS Hamburg-Schnelsen-Nord, AS Soltau-Süd bis AS Göttingen-Nord, AD Schweinfurt/Werneck über AK Biebelried, AK Ulm/Elchingen und AD Allgäu bis Autobahnende bei Füssen
A 8 AD Karlsruhe bis AS München-Obermenzing und von AS München-Ramersdorf bis AS Bad Reichenhall
A 9 Berliner Ring (Abzweig Leipzig/AD Potsdam) bis AS München-Schwabing
A 10 Berliner Ring, ausgenommen der Bereich zwischen AS Berlin-Spandau über AD Havelland bis AD Oranienburg und der Bereich zwischen dem AD Spreeau bis AD Werder
A 45 AS Dortmund-Süd über Westhofener Kreuz und Gambacher Kreuz bis AD Seligenstadt
A 61 AK Meckenheim über AK Koblenz bis AD Hockenheim
A 81 AS Stuttagrt-Zuffenhausen bis AS Gärtringen
A 92 AD München-Feldmoching bis AS Oberschleißheim und von AK Neufahrn bis AS Erding
A 93 AD Inntal bis AS Reischenhart
A 99 AD München-Südwest über AD München-Feldmoching und AK München-Nord bis AK München-Süd
A 215 AD Bordesholm bis AS Blumenthal
A 831 AS Stuttgart-Vaihingen bis AK Stuttgart
A 980 AK Allgäu bis AS Waltenhofen
A 995 AS Sauerlach bis AK München-Süd
B 31 von AS Stockach-Ost der A 98 bis AS Sigmarszell der A 96
 B 96 / E 251 von Neubrandenburger Ring bis Berlin

 

Ausnahmen
Polizei und Feuerwehr dürfen am Samstag trotzdem ausrücken. Zudem gibt es – ähnlich wie beim Sonn- und Feiertagsfahrverbot – eine Ausnahme für den Transport bestimmter frischer Lebensmittel und die ADAC Pannenfahrzeuge.In dringenden Fällen kann bei den Straßenverkehrsbehörden ausnahmsweise eine Genehmigung eingeholt werden, wenn die Beförderung mit anderen Verkehrsmitteln nicht möglich ist.

 

Sanktionen
Wird man erwischt, kostet dies den Fahrer mindestens 25 Euro und den Halter 150 Euro.