Radarwarner in Deutschland und im Ausland

12.8.2019

Wer zu schnell fährt und geblitzt wird, muss ein Verwarnungsgeld zahlen oder erhält einen Bußgeldbescheid evtl. sogar samt Fahrverbot. Sich davor zu schützen durch Navigationsgeräte mit Radarwarnern oder Blitzer-Apps auf Smartphones ist aber in Deutschland verboten.

Radargerät
©Fotolia/Ghazi Ayed
  • Navigationsgeräte, die Blitzer anzeigen, Radarwarner-Apps in Smartphones oder reine Radarwarner dürfen nicht betriebsbereit mitgeführt werden.
  • Auch mit Lichthupe darf man nicht auf Messstellen aufmerksam machen.
  • In Europa gibt es bislang keine einheitliche Regelung über ein Benutzungsverbot von Radarwarngeräten

Radarwarner – was gilt in Deutschland?

In Deutschland ist jede automatisierte Warnung vor Geschwindigkeitsmessanlagen verboten. Technische Geräte (z. B.: Navigationsgeräte, Radarwarner-Apps in Smartphones oder reine Radarwarner) darf man nicht betreiben und noch nicht einmal betriebsbereit mitführen.

Welches Bußgeld droht?

Wer gegen das Verbot verstößt, begeht eine Ordnungswidrigkeit. Es droht ein Bußgeld von in der Regel 75 € und 1 Punkt im Fahreignungsregister wird eingetragen.

Darf die Polizei Radarwarner sicherstellen und vernichten?

Findet die Polizei im Rahmen einer Verkehrskontrolle einen betriebsbereiten Radarwarner, kann sie diesen sicherstellen und sogar vernichten lassen. Ob das aber auch einfach so bei Navigationsgeräten oder Mobiltelefonen möglich ist, darf man bezweifeln. Weil diese Geräte vorrangig andere Funktionen erfüllen, sind diese Maßnahmen wohl kaum verhältnismäßig.

Sind Warnungen im Radio vor Blitzern erlaubt?

Ja. Radiomeldungen zur Warnung vor Messstellen sind nicht verboten, da sie unabhängig vom aktuellen Standort des Empfängers erfolgen. Auch darf man andere Verkehrsteilnehmer mittels Handzeichen oder Schildern durchaus warnen. Wenn man dadurch aber andere Verkehrsteilnehmer behindert oder ablenkt, kann die Polizei das untersagen. Die häufige Praxis, mit der Lichthupe auf Blitzer aufmerksam zu machen, ist allerdings nicht erlaubt.

Radarwarner – was gilt im Ausland?

In Europa gibt es bislang keine einheitliche Regelung über ein Benutzungsverbot von Radarwarngeräten. Die Konferenz der Europäischen Verkehrsminister (CEMT) hat lediglich eine Empfehlung verabschiedet, wonach die Verwendung solcher Geräte untersagt werden soll.  In der folgenden Übersicht werden die Regelungen der einzelnen europäischen Länder dargestellt (ohne Gewähr).

 

Land Mitführverbot Benutzungsverbot Mögliche Geld- oder Haftstrafen sowie weitere Hinweise
Belgien Ja
Geldstrafen oder Haftstrafen von 15 Tagen bis drei Monaten. Verdoppelung der Strafe im Wiederholungsfall. Das Gerät wird eingezogen und vernichtet. POI-Funktion ist erlaubt.
Bulgarien Ja
Geldbuße
Dänemark Ja
Hohe Geldstrafen
Finnland Ja Ja
Hohe Geldstrafen
Frankreich Ja
Ja
Hohe Geldstrafen. Das Gerät wird eingezogen. Ggf. Beschlagnahme des Kfz bei fest installierten Geräten. Die POI-Funktion ist erlaubt, wenn sie allgemein auf Gefahrenstellen in einer ausreichenden Distanz hinweist. Der deutliche und unmittelbare Hinweis auf Radarmessstellen hingegen ist verboten.
Italien Ja
Ja
Geldstrafe von 809 bis 3.241 Euro. Geräte werden beschlagnahmt.
Griechenland Ja
Ja
Geldstrafe ab 2.000 Euro; 30 Tage Fahrverbot
Lettland Ja
Hohe Geldstrafen
Litauen Ja
Hohe Geldstrafen. Das Gerät wird eingezogen.
Luxemburg Ja
Geldbuße bis 5.000 Euro oder Haftstrafe von acht Tagen bis zu einem Jahr. Das Gerät wird eingezogen. POI-Funktion ist erlaubt.
Niederlande Ja
Geldbuße von 430 Euro. Das Gerät wird eingezogen.
Norwegen Ja
Strafe bis 10.000 Kronen (ca. 1.000 Euro) und Beschlagnahme des Geräts.
Österreich Ja
Hohe Geldstrafen im Einzelfall bis zu 4.000 Euro. Das Gerät wird eingezogen.
Polen Ja
Ja
Geldstrafen. Erkennbar nicht einsatzbereites Gerät (z. B. verpackt) darf mitgeführt werden.
Rumänien Nein Nein Gesetzliche Regelung wird diskutiert.
Schweden Ja
Ja
Geldstrafen ab 2.000 Kronen (ca. 200 Euro) oder ggf. eine Haftstrafe von bis zu sechs Monaten. Das Gerät wird eingezogen.
Schweiz Ja
Ja
Hohe Geldstrafen oder Haftstrafe. Das Gerät wird eingezogen und vernichtet. Auch GPS-Navigationsgeräte, die im Rahmen ihrer Zusatzfunktionen vor Geschwindigkeitskontrollen warnen können (POI-Funktion).
Serbien Ja
Ja
Geldstrafe zwischen 50 Euro und 170 Euro bei Verwendung. Bei Unfall bis zu 45 Tagen Haft statt Geldbuße möglich. Navigationssysteme mit POI-Funktion sind erlaubt.
Slowakei Ja
Ja
Hohe Geldstrafen
Slowenien Ja
Ja
Hohe Geldstrafen
Spanien Ja
Ja
Hohe Geldstrafen. POI-Funktion ist erlaubt.
Tschechien Ja
Ja
Geldstrafen von 5.000 bis 10.000 Kronen (ca. 200-400 Euro).
Türkei Ja
Ja
Hohe Geldstrafen
Ungarn Ja
Ja
Hohe Geldstrafen. Das Gerät wird eingezogen.

Juristische Zentrale, Stand: 11/2018, Angaben ohne Gewähr

Text: Juristische Zentrale