Was tun gegen Falschparker?

24.9.2019

Wenn die Einfahrt zugeparkt ist, kann man das Auto abschleppen lassen – aber wie? Wir beantworten die wichtigsten Fragen zu Falschparkern und sagen, wie Sie richtig reagieren.

Auto parkt vor einer Hauseinfahrt
Wir informieren darüber was Sie gegen lässtige Falschparker unternehmen können. (©imago/A. Pulwey)

Wer ist zuständig, wenn ein geparktes Auto die Einfahrt blockiert?

Wenn das Fahrzeug auf der Straße steht, können Sie die Polizei anrufen, sie kann es abschleppen lassen. Steht das Auto aber hinter der Einfahrt, also bereits auf Privatgrund, müssen Sie das Abschleppunternehmen selbst anrufen.

 

Wer bezahlt die Abschleppkosten?

Zunächst geht die Rechnung an den Auftraggeber. Aus Beweisgründen sollten Sie deswegen aussagekräftige Fotos von der Situation machen. Wer die Abschleppkosten verauslagt hat, muss diese beim Falschparker geltend machen. Beim Abschleppen vom Privatgrund ist die Polizei nur für eine Strafanzeige wegen Hausfriedensbruchs zuständig.

 

Wie ist es, wenn die Garage oder der private Anwohnerparkplatz blockiert ist?

Wenn das fremde Auto das Einfahren in die Einfahrt blockiert, müssen Sie einen freien Parkplatz in der Nähe suchen, wenn keine besonderen Umstände wie etwa eine Gehbehinderung vorliegen. Die Polizei wird in einem solchen Fall regelmäßig nicht tätig. Wenn jedoch der angemietete Stellplatz oder die Garage als Privatgrund von einem fremden Fahrzeug blockiert ist, darf man selbst gleich abschleppen lassen.

 

Dürfte ich mich auch vor den Falschparker stellen und ihn einparken?

Nein. Sie dürfen niemanden in seiner Bewegungsfreiheit einschränken, auch dann nicht, wenn dieser den Parkplatz zu Unrecht in Anspruch nimmt. Das erfüllt sonst den Straftatbestand der Nötigung.

 

Muss man nachweisen, dass der Falschparker auf der Straße einen wirklich einschränkt?

Die Polizei wird vermutlich fragen, ob Sie unbedingt jetzt mit dem Auto wegfahren müssen. Wer nur Zigaretten kaufen will, kann das zu Fuß oder mit dem Fahrrad erledigen. Wer aber gerade das Auto für den Campingurlaub gepackt hat und die Fähre erreichen muss, hat keine kostensparende Alternative. Generell gilt es, die Kosten gering zu halten – auch als Geschädigter.


Text: Juristische Zentrale