Rechtliches zum Thema Reisen

Ansprüche bei Verlust oder Beschädigung des Reisegepäcks

Wenn das Reisegepäck beim Flug auf der Strecke bleibt, verspätet ankommt oder beschädigt wird, hat der Reisende Anspruch auf Ersatz des entstandenen Schadens. ADAC Juristen informieren über die rechtlichen Möglichkeiten.

Ärger am Gepäckband – was tun bei Verspätung oder Beschädigung des Reisegepäcks?

Jedes Jahren gehen Millionen Gepäckstücke von Flugreisenden verloren – viele tauchen gar nicht wieder auf. Wir sagen Ihnen, was nun zu tun ist und welche Ansprüche Sie bei der Fluggesellschaft und dem Reiseveranstalter geltend machen können.

Zurück

Anspruch auf Schadenersatz

Geht das Reisegepäck verloren oder wird der Koffer verspätet oder beschädigt ausgeliefert, dann besteht ein Anspruch auf Schadenersatz nach dem sog. Montrealer Übereinkommen.

Ansprüche bei Gepäckverspätung, -beschädigung oder Gepäckverlust

Die Fluggesellschaft haftet für aufgegebenes Gepäck bei Zerstörung, Verlust und Beschädigung unabhängig von einem Verschulden. Die Fluggesellschaft kann sich der Haftung nur entziehen, wenn sie nachweist, dass sie alle zumutbaren Maßnahmen getroffen hat, um den Schaden zu vermeiden. 

  • Bei Schäden durch Verlust, Beschädigung oder Verspätung von Reisegepäck können Sie den entstandenen Schaden, z.B. die Kosten für notwendige und angemessene Ersatzbeschaffungen von Kleidung und Toilettenartikeln von der Fluggesellschaft ersetzt verlangen. Der Ersatzanspruch ist dabei auf einen Höchstbetrag von ca. 1.360 Euro pro Reisenden (Stand 10.11.2017) begrenzt.
  • Bei einer erheblichen Verspätung des Reisegepäcks können Sie in der Regel die Kosten für notwendige und angemessene Ersatzbeschaffungen von Kleidung und Toilettenartikeln erstattet verlangen. Eine erhebliche Verspätung wird ab ca. drei Stunden angenommen. 

Anzeigefristen


Bei verlorenem oder beschädigtem Gepäck müssen Sie den Schaden innerhalb von 7 Tagen schriftlich bei der Fluggesellschaft anmelden. Die Gepäckverspätung muss spätestens innerhalb von 21 Tagen nach Eintreffen des Gepäcks schriftlich bei der Fluggesellschaft angezeigt werden.

Eine Reisepreisminderung wegen Gepäckverspätung kann nach dem Montrealer Übereinkommen nicht geltend gemacht werden. Im Rahmen einer Pauschalreise ist die Minderung des Reisepreises aber denkbar.

Zurück

Ansprüche bei Pauschalreise

Haben Sie eine Pauschalreise gebucht und Ihr Gepäck ist nicht angekommen, dann stellt dies einen Reisemangel dar, der zusätzlich zu den Ansprüchen nach dem Montrealer Übereinkommen zur Minderung des Reisepreises von 20 bis 50 % berechtigt. Kommt das Gepäck z.B. erst nach 7 Tagen an, hielt das LG Koblenz eine Tagesreisepreisminderung in Höhe von 30 % für angemessen. Um diese Rechte geltend zu machen, müssen Sie den Gepäckverlust dem Reiseleiter vor Ort unverzüglich anzeigen.  Diese Ansprüche müssen dem Reiseveranstalter außerdem innerhalb einer Frist von einem Monat nach Reiseende mitgeteilt werden. 

Rechtsprechungsübersicht zur Reisepreisminderung

Beispiele aus der Rechtsprechung finden Sie in der aktuellen Übersicht zur Höhe der Reisepreisminderung
ADAC Tabelle zur Reisepreisminderung (PDF-Download883,49 KB)

Was Sie unternehmen müssen

Gepäckverlust dem Reiseleiter vor Ort anzeigen.

Die Reisepreisminderung muss beim Reiseveranstalter geltend gemacht werden. Die Fluggesellschaft ist nicht der richtige Ansprechpartner. 

Umfassende Informationen zur Geltendmachung der Reisepreisminderung und ein Musterformular zur Mangelanzeige beim Reiseveranstalter finden Sie hier.