Rechtliches zum Thema Reisen

Reiserücktritt & Storno

Die geplante Reise muss abgesagt werden – was nun? Die Stornierung einer Reise ist nicht in jedem Fall ohne zusätzlichen Kosten möglich.

Reiserücktritt - so können Sie von einer gebuchten Reise zurücktreten
Urlaub stornieren – nur in manchen Fällen ist das ohne Stornokosten möglich.

Wenn der Reisende die geplante Reise nicht antreten kann oder will, stellt sich die Frage nach den Stornokosten. ADAC Clubjuristen klären auf, wann sie anfallen und wann ein Rücktritt ohne zusätzliche Kosten möglich ist.

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Rücktritt gegen Stornogebühr

Kommt bei der geplanten Reise etwas dazwischen, kann der Reisende von der Reisebuchung zurückzutreten. Der Reiseveranstalter kann dann vom Kunden aber eine angemessene Entschädigung verlangen. In der Regel sind hierfür pauschale Stornogebühren in Geschäftsbedingungen der Reiseveranstalter enthalten.

Stornoklausel

Die vereinbarte Stornogebühr darf nicht höher sein als der konkrete Schaden. Gibt es Streit über die Angemessenheit der Stornogebühren, muss der Reiseveranstalter nachweisen, wie er die Stornogebühren und die betreffenden Prozentsätze auf der Basis seiner wirtschaftlichen Verhältnisse konkret berechnet hat. Kann er das nicht, ist die Klausel unwirksam. Kann der Veranstalter auch bei einer Einzelabrechnung die Angemessenheit der Stornogebühren nicht nachweisen, hat er keinen Anspruch gegen den Reisenden.

Reiserücktrittsversicherung

Sollte eine Reise-Rücktritts-Versicherung bestehen, so ersetzt diese dem Reisenden im Falle des Rücktritts die Storno- und gegebenenfalls Rückreisekosten, soweit ein Versicherungsfall entsprechend den Versicherungsbedingungen vorliegt. Der Eintritt des Versicherungsfalls muss dem Versicherer unverzüglich angezeigt werden. Versicherte Risiken sind Ereignisse, die im Bereich des Versicherten liegen, z.B. Krankheit, Impfunverträglichkeit, Schwangerschaft, Tod eines nahen Angehörigen oder Unfall. Andere Risiken, wie z.B. Terrorgefahr, deckt diese Versicherung nicht ab.

 

Eine Stornogebühr wird nicht fällig, wenn

  • ein Kündigungsrecht wegen eines erheblichen Reisemangels besteht und keine Abhilfe möglich ist,
  • eine wesentliche Leistungsänderung oder Preiserhöhung erfolgt,
  • sich der Reisende auf "höhere Gewalt" berufen kann. 
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Kostenfreier Reiserücktritt bei „höherer Gewalt“

Eine kostenfreie Kündigung ist möglich, wenn „höhere Gewalt“ vorliegt. Darunter versteht man ungewöhnliche und unvorhersehbare Ereignisse, auf die derjenige, der sich auf höhere Gewalt beruft, keinen Einfluss hat. Der Reisende kann seine Pauschalreise aber nur dann kostenfrei stornieren, wenn die Reise durch das Ereignis vermutlich wesentlich erschwert, erheblich beeinträchtigt oder zu einem unzumutbaren Sicherheitsrisiko wird. Dazu zählen z.B. politische Unruhen, Krieg, Vulkanausbrüche und andere Naturkatastrophen. 

Reisewarnung durch das Auswärtige Amt

  • Warnt das Auswärtige Amt ausdrücklich vor Reisen in die Urlaubsregion und steht der Abflug kurz bevor, kann die Reise kostenlos storniert werden. 

  • Geht die Reise in ein Gebiet, das nicht von der Reisewarnung erfasst ist, ist eine kostenlose Kündigung des Reisevertrags nicht ohne weiteres möglich. Eine kostenlose Kündigung oder Umbuchung ist in diesem Fall eine Kulanzleistung des Reiseveranstalters. Wenn sich die Probleme aber bis in die Urlaubsregion ausweiten oder Versorgungsengpässe entstehen, die die Reise erheblich erschweren, können Sie den Reisevertrag kündigen.  
  • Informationen zur Sicherheitslage im Ausland bekommen Sie vom Auswärtigen Amt.


Rechtsprechungsübersicht zur „höheren Gewalt“ zusammengestellt von den ADAC Clubjuristen

Höhere Gewalt im Reiserecht (PDF-Download59,29 KB)

Noch mehr Informationen zum kostenfreien Reiserücktritt bei Naturgewalten und Terrorgefahr finden Sie hier.