Tipps für die Reisebuchung

13.3.2019

Der Traumurlaub ist nur einen Anruf entfernt, der Flug mit ein paar Klicks gebucht. Die Buchung über Telefon oder Internet geht schnell und bequem. ADAC Juristen erklären, was Sie dabei beachten sollten.

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Tipps für die richtige Buchung im Internet oder am Telefon
  • Richtige Reisedaten aufnehmen lassen: Achten Sie auf richtigen Reisetermin, richtige Reisezeiten und richtigen Zielort.
  • Flugbuchung im Internet: Korrektur von Tippfehlern verursachen bei vielen Airlines hohe Gebühren.
  • Online-Reisebuchung: Überlegen Sie genau, ob Sie wirklich buchen wollen, ein Widerruf des Vertrages ist nicht möglich.
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Tipps zur Reisebuchung am Telefon

  • Notieren Sie sich den Namen Ihres Gesprächspartners, damit Sie später angeben können, mit wem Sie gesprochen haben.
  • Verfassen Sie eine kurze Aktennotiz über das Gespräch. So können Sie sich später besser daran erinnern, was gesprochen wurde.
  •  Um Missverständnissen vorzubeugen, lassen Sie sich die Daten und Zeiten Ihrer Buchung nochmals genau vorlesen.
  • Verlangen Sie eine schriftliche Bestätigung Ihrer Buchung per Post, Fax oder E-Mail und überprüfen Sie genau, ob der Inhalt dem Gespräch entspricht. Bei Abweichungen sollten Sie sofort nochmals anrufen und Berichtigung verlangen!

Informationspflichten bei Buchung einer Pauschalreise

Vor Vertragsschluss müssen Reiseveranstalter bzw. Reisevermittler dem Reisenden seit dem 1.7.2018 ein Musterformular aushändigen, mit dem der Reisende über seine wichtigsten Rechte informiert wird. Dies gilt bei der Buchung einer Pauschalreise oder einer vermittelten verbundenen Reiseleistung, unabhängig davon, ob diese im Reisebüro vor Ort, online oder übers Telefon gebucht wird. Ein Muster für die Unterrichtung des Reisenden bei einer „klassischen“ Pauschalreise finden Sie hier.

Unklar ist derzeit, wie die Informationspflicht bei telefonischen Vertragsabschlüssen umgesetzt wird. Denkbar ist, dass dem Kunden die erforderlichen Informationen mittels App, E-Mail oder postalisch zur Verfügung gestellt oder sie ihm am Telefon vorgelesen werden. Der Unternehmer ist beweispflichtig für die Erfüllung seiner Informationspflichten. Er wird daher darauf achten, einen schriftlichen Nachweis über die Erteilung der Information zu erhalten.

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Namensänderung oder -korrektur im Flugticket

Flugbuchung im Internet – achten Sie auf die richtige Schreibweise Ihres Namens. 

Bei der Buchung eines Fluges müssen Sie Ihren Namen exakt so angeben, wie er in Ihrem Ausweis geschrieben steht. Spitznamen oder abgekürzte Vornamen können bei der Flugbuchung nicht verwendet werden, ansonsten gibt es Probleme beim Einchecken. Die nachträgliche Namensänderung im Ticket kann je nach Airline hohe Servicegebühren verursachen. Buchstabendreher oder Tippfehler sind ebenfalls ärgerlich, denn die Korrektur kostet häufig bares Geld.

Gut zu wissen: Ist der Flug Teil einer ab dem 1.7.2018 gebuchten Pauschalreise, haben Sie Anspruch auf Schadensersatz, wenn der Reiseveranstalter, Vermittler oder ein anderer Leistungserbringer für einen technischen Fehler im Buchungssystem verantwortlich ist. Dies gilt grundsätzlich auch für (Tipp-) Fehler während des Buchungsvorgangs, außer der Fehler wurde von Ihnen oder unvermeidbaren, außergewöhnlichen Umständen verursacht.

Namensänderung durch Heirat

Wer heiratet und danach einen neuen Namen trägt, muss bei seinem zuständigen Passamt unter Vorlage der Heiratsurkunde einen neuen Reisepass/Personalausweis beantragen. Die Anfertigung dauert meist mehrere Wochen. Wenn das zu lange dauert, gibt es die Möglichkeit, einen vorläufigen Reisepass zu beantragen, der kurzfristig ausgestellt werden kann. Damit kann bei der Buchung eines Fluges schon der neue Familienname angegeben werden. Manche Passämter gestatten auch, dass Sie den Reisepass mit dem neuen Namen schon einige Wochen vor der Hochzeit beantragen. Das neue Dokument kann dann direkt nach der Heirat ausgehändigt werden kann.

Achten Sie in jedem Fall darauf, dass der in Ihrem Flugticket erscheinende Name mit dem in Ihrem Reisepass übereinstimmt! 

Korrektur eines Tippfehlers

Sie müssen bei der Buchung des Flugtickets darauf auf jeden Fall darauf achten, dass Ihr Name auf dem Ticket genauso erscheint wie er in Ihrem Pass angegeben ist. Ist das nicht der Fall – z.B. wegen einem Tippfehler oder Buchstabendreher – wir Sie die Airline nicht mitnehmen.

Ob die Korrektur eines Tippfehlers überhaupt möglich ist und ob dafür Gebühren anfallen, hängt von den Beförderungsbedingungen der jeweiligen Airline ab. Die Bandbreite reicht hier bei den verschiedenen Airlines von der kostenlosen Korrektur des Tippfehlers innerhalb einer bestimmten Zeit nach der Buchung bis hin zur Erhebung von teils hohen Gebühren für die Korrektur.

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Kein Widerruf bei Online-Buchung

Jeder kennt das Widerrufsrecht: Werden Waren im Internet oder telefonisch gekauft (sog. Fernabsatzverträge), steht dem Verbraucher ein 14-tägiges Widerrufsrecht zu. 

Achtung: Online-Buchungen sind bindend! 
Wenn Sie im Internet einen Flug, ein Hotel oder eine Pauschalreise buchen, findet das gesetzliche Widerrufsrecht keine Anwendung. Das Widerrufsrecht gilt für diese Vertragsarten nicht. Der Verbraucher braucht nicht darüber belehrt zu werden, dass ihm hier kein Widerrufsrecht zusteht. Überlegen Sie daher genau, ob Sie im Internet wirklich auf „Jetzt buchen“ klicken.

Rücktritt statt Widerruf
Wenn Sie die gebuchte Reise nicht antreten können, können Sie die Buchung stornieren oder vom Reisevertrag zurücktreten. Das ist aber nicht immer kostenlos möglich.

AG Leipzig: Widerruf eines Vermittlungsvertrages möglich

Das Amtsgericht Leipzig hat den Widerruf eines Vertrages zugelassen, der auf die Vermittlung einer Beförderungsleistung gerichtet war (Urteil vom 29.5.2015).

Darum ging es

Der Kläger hatte auf der Internetseite der Beklagten einen Flug von Frankfurt nach New York für sich und drei weitere Reisende gebucht, der zum Preis von 1.842 Euro angeboten war. Für die Buchung musste der Kläger seine Kreditkartendaten angeben. Mit der Buchungsbestätigung wurden von der Kreditkarte insgesamt 2.002 Euro abgebucht, die sich aus dem Flugpreis und einer Servicegebühr für die Kartenzahlung zusammensetzten. Daraufhin widerrief der Kläger den Vertrag und verlangte die abgebuchte Summe von der Beklagten zurück.

Die Beklagte war der Ansicht, dass kein Widerrufsrecht bestünde, weil es sich um einen Beförderungsvertrag handele, und behielt den abgebuchten Betrag ein.

So urteilte das Gericht

Das Gericht gab dem Kläger recht. Der Kläger hätte zulässigerweise den Vertrag widerrufen, weil es sich bei dem Vermittlungsvertrag zwischen Kläger und Beklagter um einen Fernabsatz- und Verbrauchervertrag im Sinne der gesetzlichen Regelungen gehandelt habe. Ein Pauschalreisevertrag, für den es kein Widerrufsrecht gibt, läge hier nicht vor. Auch ging es nicht um einen reinen Beförderungsvertrag, für den es für den Verbraucher ebenfalls keine Widerrufsmöglichkeit gibt. Vielmehr war auf die zwischen Kläger und Beklagter vereinbarte Vermittlung eines Beförderungsvertrages abzustellen. Dieser Reisevermittlungsvertrag fällt nach Ansicht der Richter nicht unter die Vertragsarten, die von den gesetzlichen Regeln über das Widerrufsrecht ausgenommen sind. Der Kläger hatte daher, so die Amtsrichter, ein Widerrufsrecht und hat dieses auch wirksam ausgeübt. Die Richter verurteilten die Beklagte zur Rückerstattung des abgebuchten Betrages von 2.002 Euro.

Hinweis des ADAC

Bitte beachten Sie, dass die Entscheidung des AG Leipzig eine Einzelfallentscheidung ist, die sich ausschließlich auf die Vermittlung einer Beförderungsleistung bezieht.