Bahnausfälle wegen Sturm

13.10.2017

Schwere Unwetter und umgestürzte Bäume führen immer wieder zu Zugausfällen. Fahrgäste können wählen, ob sie Fahrpreis-Erstattung, Rückfahrt zum Ausgangsort oder Fortsetzung der Fahrt zu einem späteren Zeitpunkt möchten.
 
Bei Fahrpreisentschädigung und Hilfeleistungen handelt es sich um verschuldensunabhängige Ansprüche.

Sturmtief „Xavier“ hat aufgrund schwerer Unwetter und umgestürzter Bäume zu zahlreichen Zugausfällen geführt. Besonders betroffen waren Berlin, Brandenburg, Hamburg und Mecklenburg-Vorpommern.

Zugausfälle und Verspätungen von mehr als 60 Minuten

Bei Zugausfällen oder Verspätungen von mehr als 60 Minuten kann der Fahrgast nach der Fahrgastrechte-Verordnung im Eisenbahnverkehr VO (EG) Nr. 1371/2007 wählen zwischen einer Fahrpreis-Erstattung sowie gegebenenfalls der Rückfahrt zum ersten Ausgangsort bei nächster Gelegenheit und der Fortsetzung der Fahrt zu einem späteren Zeitpunkt mit geänderter Streckenführung unter vergleichbaren Reisebedingungen. 

Fahrpreisentschädigung und Hilfeleistungen

Daneben kann der Fahrgast bei Fortsetzung der Fahrt eine Fahrpreisentschädigung von 25 % bei einer Verspätung am Zielort zwischen 60 bis 119 Minuten sowie 50 % bei einer Verspätung am Zielort ab 120 Minuten fordern. Der Beförderer muss zudem Hilfeleistungen anbieten in Form von Mahlzeiten und Erfrischungen, der Unterbringung in einem Hotel oder einer anderweitigen Unterkunft sowie dem Transfer dorthin und der Beförderung vom Zug zum Bahnhof, wenn der Zug auf der Strecke blockiert ist.

Bei Fahrpreisentschädigung und Hilfeleistungen handelt es sich um verschuldensunabhängige Ansprüche, d.h. die Bahn kann den Anspruch nicht unter Hinweis auf höhere Gewalt ablehnen (vgl. zu den Entschädigungszahlungen EuGH vom 26.09.2013, RS. C-509/11).

Informationen zu Ansprüchen wegen ausgefallener Flüge finden Sie hier.