Bahnausfälle – welche Ansprüche haben Reisende?

10.12.2018

Streik, Sturm, Unwetter oder umgestürzte Bäume führen immer wieder zu Zugausfällen und Verspätungen im Bahnverkehr. Fahrgäste können zwischen Fahrpreis-Erstattung, Rückfahrt zum Ausgangsort oder Fortsetzung der Fahrt zu einem späteren Zeitpunkt wählen.

Warteschlange in Bahnhofshalle während Streik der Deutschen Bahn
Zugausfall wegen Sturm oder Streik – die Ansprüche bleiben dabei aber nicht auf der Strecke.
  • Bei Zugausfällen oder Verspätungen von mehr als 60 Minuten hat der Fahrgast ein Wahlrecht zwischen verschiedenen Ansprüchen.
  • Zusätzlich kann der Reisende eine Fahrpreisentschädigung fordern, wenn der seine Fahrt fortsetzt.
  • Auch Hilfeleistungen muss der Beförderer anbieten.

Egal ob ein Sturmtief über Deutschland hinwegfegt oder Streik der Grund für Verspätungen oder Ausfällen im Zugverkehr ist - wir sagen Ihnen, welche Ansprüche Sie bei der Bahn geltend machen können.

Zugausfälle und Verspätungen von mehr als 60 Minuten

Bei Zugausfällen oder Verspätungen von mehr als 60 Minuten kann der Fahrgast nach der Fahrgastrechte-Verordnung im Eisenbahnverkehr VO (EG) Nr. 1371/2007 wählen zwischen: 

Fahrpreis-Erstattung,
Rückfahrt zum ersten Ausgangsort bei nächster Gelegenheit und 
Fortsetzung der Fahrt zu einem späteren Zeitpunkt (mit geänderter Streckenführung unter vergleichbaren Reisebedingungen). 

Fahrpreisentschädigung und Hilfeleistungen

Daneben kann der Fahrgast bei Fortsetzung der Fahrt eine Fahrpreisentschädigung fordern: 

25 % des Fahrpreises bei einer Verspätung am Zielort von 60 bis 119 Minuten
50 % des Fahrpreises bei einer Verspätung am Zielort ab 120 Minuten. 

Der Beförderer muss außerdem Hilfeleistungen anbieten und für Mahlzeiten, Erfrischungen, die Unterbringung in einem Hotel oder einer anderweitigen Unterkunft sowie den Transfer dorthin und - wenn der Zug auf der Strecke blockiert ist - die Beförderung vom Zug zum Bahnhof sorgen.

Bei Fahrpreisentschädigung und Hilfeleistungen handelt es sich um verschuldensunabhängige Ansprüche, d.h. die Bahn kann den Anspruch nicht unter Hinweis auf höhere Gewalt ablehnen (vgl. zu den Entschädigungszahlungen EuGH vom 26.09.2013, RS. C-509/11).

Informationen zu Ansprüchen wegen ausgefallener Flüge finden Sie hier.