Kurzzeitkennzeichen

25.4.2018

Kurzzeitkennzeichen sind nationale Kennzeichen. Sie gelten für maximal fünf Tage. Sie können seit 01.04.2015 bei der örtlich zuständigen oder der für den Standort des Fahrzeugs zuständigen Zulassungsbehörde für nicht zugelassene Fahrzeuge beantragt werden.

Kurzzeitkennzeichen
Clubjuristen informieren über den Geltungsbereich von Kurzzeitkennzeichen in Deutschland und im Ausland.
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Das gilt für Kurzzeitkennzeichen

Kurzzeitkennzeichen nach § 16 a FZV:

  • Es wird für Probe- und Überführungsfahrten auf  Antrag ein Kurzzeitkennzeichen erteilt. Gemeint sind damit Fahrten zur Feststellung und zum Nachweis der Gebrauchsfähigkeit des Fahrzeugs sowie die Fahrt zur Überführung des Fahrzeugs an einen anderen Ort. Sonstige Fahrten sind verboten und werden mit Bußgeld geahndet. 
  • Es wird für die Dauer von maximal 5 Tagen erteilt. 
  • Das Kennzeichen kann sowohl am Wohnsitz des Halters als auch am Standort des Fahrzeuges ausgestellt werden.
  • Das Kurzzeitkennzeichen weist ein von der Zulassungsstelle zu bestimmendes Ablaufdatum (höchstens 5 Tage ab Zuteilung) aus. Dieser Ablauftag wird auf dem Kurzzeitkennzeichen durch Einprägung auf der rechten Seite sichtbar gemacht, und zwar durch 3 untereinander geschriebene Zahlen.
  • Das Kurzzeitkennzeichen darf nur an einem Fahrzeug verwendet werden. 
  • Das Kurzzeitkennzeichen kostet ca. 40,-- Euro für das Schilderpaar und die anfallende Verwaltungsgebühr. 
  • Zur Ausstellung des Kurzzeitkennzeichens ist die Vorlage einer elektronischen Versicherungsbestätigung (eVB) erforderlich. 

Anders verhält es sich mit dem roten (Händler-)Kennzeichen. Es wird nach § 16 FZV für Prüfungsfahrten, Probefahrten und Überführungsfahrten von den Straßenverkehrsämtern ausgegeben. Sie werden zuverlässigen Händlern zur mehrmaligen betrieblichen Verwendung an unterschiedlichen Fahrzeugen zugeteilt.

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Besonderheit: Hauptuntersuchung

Fahrzeuge mit Kurzzeitkennzeichen dürfen ohne Nachweis der durchgeführten Hauptuntersuchung innerhalb des Zulassungsbezirks und eines angrenzenden Zulassungsbezirks zur nächstgelegenen Untersuchungsstelle gefahren werden. Das Fehlen der gültigen Hauptuntersuchung und die Beschränkung der erlaubten Fahrt wird dabei im Fahrzeugschein des Kurzzeitkennzeichens vermerkt. 

Mangel festgestellt

Wurde bei einer Hauptuntersuchung ein Mangel am Fahrzeug festgestellt, dürfen mit dem Kurzzeitkennzeichen neben Fahrten zur Untersuchungsstelle auch Fahrten zum Zweck der unmittelbaren Reparatur geringer oder erheblicher Mängel im Zulassungsbezirk oder einem angrenzenden Zulassungsbezirk durchgeführt werden. Dies gilt nicht, wenn das Fahrzeug bei der Hauptuntersuchung als verkehrsunsicher eingestuft wurde. Damit soll verhindert werden, dass Fahrzeuge am öffentlichen Straßenverkehr teilnehmen, die die Verkehrssicherheit in erheblichem Maße beeinträchtigen.

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Geltung im Ausland

Abkommen über die gegenseitige Anerkennung der jeweiligen nationalen Überführungs- und Probekennzeichen und der entsprechenden Fahrzeugpapiere bestehen seit 1979 mit Österreich, seit 1.1.1994 mit Italien und seit kurzem auch mit Dänemark

In einigen weiteren Nachbarländern wird das rote Kennzeichen / Kurzzeitkennzeichen erfahrungsgemäß toleriert, bzw. nicht beanstandet. Es muss jedoch darauf hingewiesen werden, dass keinerlei Rechtsanspruch und keine Gewähr für die Beibehaltung dieser Praxis besteht. In Belgien und Luxemburg gab es in der Vergangenheit Fälle, in denen die Einreise mit dem Kurzzeitkennzeichen verweigert wurde. 

Zwar entspricht das (rote bzw.) Kurzzeitkennzeichen internationalen Vorschriften, jedoch braucht der rote Fahrzeugschein nicht im Ausland akzeptiert zu werden, da er nicht den internationalen Straßenverkehrsübereinkommen von 1926, 1949 und 1968 entspricht. Bei der Zuteilung von Kurzzeitkennzeichen wird seit 01.04.2015 ein amtlicher Fahrzeugschein ausgestellt. Damit werden voraussichtlich auch die rechtlichen Probleme beseitigt, die bei Fahrten im Ausland aufgrund der bislang fehlenden amtlichen Eintragungen entstanden sind. Erfahrungswerte aus der Praxis liegen dem ADAC bislang jedoch nicht vor.

Achtung - unzulässige Fernzulassung 

Unzulässig ist jedoch die Praxis, mit einem roten Kennzeichen oder einem Kurzzeitkennzeichen aus Deutschland "im Gepäck" anzureisen, das Kennzeichen dann im Ausland an einem Kfz/Anhänger anzubringen und das Kfz/Anhänger nach Deutschland zu verbringen. Dies stellt eine unzulässige Fernzulassung dar und hat hohe Strafen bis hin zur Beschlagnahme des Kfz/Anhängers zur Folge. In Italien wurde dieses Verbot Anfang 2013 gesetzlich verankert.