Euro-Kennzeichen & Kennzeichengröße

14.5.2018

Fahrzeuge mit Euro-Kennzeichen benötigen bei Fahrten innerhalb der EU kein zusätzliches D-Schild. Einige Fahrzeugbesitzer wollen außerdem lieber ein kleines Kennzeichen – doch dieser Wunsch bleibt oft unerfüllt.

Kennzeichen - wie groß darf oder muss es sein?
Wer kein Motorrad besitzt, für den gelten weiter die alten Regeln zur Kennzeichengröße!
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Euro-Kennzeichen

Wer ein Euro-Kennzeichen mit integriertem Nationalitätszeichen an seinem Fahrzeug hat, der benötigt bei Reisen innerhalb der EU kein zusätzliches D-Schild. Wer kein Euro-Kennzeichen hat, muss auch in EU-Ländern mit zusätzlichem Nationalitätszeichen fahren. Bei Verstößen drohen ansonsten nicht unerhebliche Geldbußen.

Bei Reisen außerhalb der EU ist auch ein großes "D-Schild" mit den Abmessungen 11,5 x 17,5 cm anzubringen. 

Von den Nicht-EU-Staaten akzeptieren nur Schweiz, Liechtenstein und Norwegen das kleine "D" im Euro-Kennzeichen.

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Wunschkennzeichen

In den meisten Bundesländern und bei den meisten örtlichen Zulassungsstellen ist es möglich, ein Wunschkennzeichen zu bekommen. Die Suche eines Wunschkennzeichens kann entweder auf der Kfz-Zulassungsstelle oder im Internet auf der Homepage der Zulassungsstelle erfolgen.

  • Kosten

    Für die Reservierung und die Vorwegzuteilung eines Kennzeichens wird eine Gebühr von 12,80 Euro erhoben. Wenn Sie das Fahrzeug am Tag der Reservierung zulassen, verringert sich diese Gebühr um 2,60 Euro. Sie müssen die Gebühr erst bei der Zulassung des Fahrzeugs zahlen. 

  • Reservierung

    Wenn das reservierte Kennzeichen nicht zur Zulassung verwendet wird, verfällt die Reservierung nach drei Monaten.

    Die Reservierung von Wunschkennzeichen für ein Wechselkennzeichen ist nicht möglich.

    Die Wunschkennzeichenreservierung erfolgt unverbindlich. Durch die Reservierung eines Kennzeichens über das Internet entsteht kein Rechtsanspruch.

  • Unzulässige Kombinationen

    Die Tatsache, dass bestimmte Buchstabenkombinationen auf amtlichen Kennzeichen (SS, SA, HJ, KZ, NS) nicht ausgegeben werden, beruht auf Erlassen der jeweiligen Landesministerien bzw. im Falle von Nürnberg (N-PD) auf einer internen städtischen Weisung. Insofern ist die Liste der verbotenen Kombinationen nicht bundeseinheitlich, so dass in einzelnen Bundesländern bzw. Zulassungsbezirken evtl. Kombinationen vergeben werden, die woanders nicht zulässig sind.

    Danach sollen Buchstabenkombinationen, die offensichtlich mit dem Nationalsozialismus in Verbindung gebracht werden, nicht ausgegeben werden. Damit wird auch derjenige, der sich kein Wunschkennzeichen reservieren möchte, davor bewahrt, ein derartiges Kennzeichen zugeteilt zu bekommen.

    Die Erlasse erfassen nicht die Kombination des Kürzels des Zulassungsbezirkes mit einem einzelnen Buchstaben (H-J; S-A etc.), da hier eben nicht zwangsläufig an bestimmte Abkürzungen erinnert wird. Die Kombination HH war seinerzeit keine gebräuchliche Abkürzung für eine bestimmte Organisation. Daher besteht für die Hansestadt Hamburg keine Notwendigkeit, ihr Kennzeichen abzuändern.

    Dasselbe gilt für bestimmte Zahlenkombinationen. So ist die Zahl 88 im asiatischen Raum eine Glückszahl, andere erkennen in der 8 den achten Buchstaben des deutschen Alphabets H. Ebenso kann die Zahl 911 als Modellbezeichnung eines deutschen Sportwagens oder als Erinnerung an die Anschläge auf das World Trade Center aufgefasst werden.

    Diese Beispiele zeigen bereits, dass es nie möglich sein wird, sämtliche Variationen auszuschließen, die auch als Abkürzungen für Organisationen genutzt werden. Dies gilt im Besonderen auch für Kombinationen, die nicht nationalsozialistischem Gedankengut zuzuordnen sind (P-LO; E-TA; K-PD). Die Entscheidung darüber, ob bestimmte Buchstaben- und Zahlenkombinationen ausgegeben werden liegt bei der jeweiligen Zulassungsbehörde.
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Abweichende Kennzeichengröße

Kleinere Nummernschilder sind bei vielen Fahrzeugbesitzern begehrt. Doch oft ist der Kampf um ein kleineres Kennzeichen bei den Zulassungsstellen erfolglos. Nur für Motorradfahrer werden die Kennzeichen auch in den Breiten 180, 200 und 220 mm bei einer Höhe von 200 mm ausgegeben. Für die Zuteilung eines kleineren Nummernschildes beim Pkw gilt folgendes:

  • Genügend Platz 

    Wenn genügend Platz für ein Kennzeichen mit dem gesetzlichen Mindestmaß vorhanden ist, gibt es kein kleineres Kennzeichen. Die Auswertung erfolgt durch Augenschein, Vermerk in den Fahrzeugpapieren oder ein Gutachten. Ästhetische Gründe spielen dabei keine Rolle.

  • Engschrift 

    Ist kein Platz für ein normales Kennzeichen vorhanden, prüft die Zulassungsbehörde, ob ein Kennzeichen in sogenannter "Engschrift" das Problem löst. Wenn ja, wird ein Kennzeichen in Engschrift zugeteilt, gegebenenfalls kombiniert mit Mittelschrift. Ein Anspruch auf ein kleineres Kfz-Kennzeichen besteht dann nicht.

  • Fahrzeugveränderungen 

    Kommt ein Kennzeichen in Engschrift nicht in Frage, wird geprüft, ob Veränderungen am Fahrzeug vorgenommen werden können, die die Anbringung eines vorschriftsmäßigen Kennzeichens ermöglichen. Diese Veränderungen dürften aber keinen unverhältnismäßig großen Aufwand erfordern. Die Veränderungen müssen jedoch technisch möglich und zulässig sein. Hierfür müssen Sie ein Gutachten eines amtlich anerkannten Sachverständigen vorlegen. Kostet der Umbau dann mehr als 5 % des aktuellen Wertes des Fahrzeugs (nach älterer Rechtsprechung können es auch 10 % sein), gilt der Umbau als unzumutbar.

    Allerdings kommen diese Ausnahmen regelmäßig nur bei einem verkleinerten hinteren Kennzeichen bei einem mehrspurigen Kraftfahrzeug zur Anwendung. Insbesondere für Krafträder oder vordere Kfz-Kennzeichen gilt dies daher nicht.
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Kennzeichen im Fenster?

Kfz-Kennzeichen dürfen grundsätzlich immer nur so (an der Stelle) angebracht sein, wie es in der StVZO vorgeschrieben ist. In der Regel also an Front und Heck in Stoßstangenhöhe, hinten mit Beleuchtung.

Ein Anbringen im Fahrzeug (im Fenster) ist nicht zulässig, insbesondere nicht aus Bequemlichkeitsgründen.

Nur bei technischen Defekten ist unter dem Aspekt „Nothilfe“ denkbar, dass das Kennzeichen für die Fahrt vom Ort des Defekts auf direktem Weg in die nächste geeignete Werkstatt im Fahrzeug angebracht ist.

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Verlust des Kennzeichens

Ein Verlust oder Diebstahl des Kennzeichens ist unverzüglich bei der örtlich zuständigen Zulassungsbehörde anzuzeigen, da ein neues Kennzeichen beantragt werden muss. Im Einzelfall kann die Zulassungsbehörde eine Versicherung an Eides statt über den Verlust verlangen. Bei einem Diebstahl ist unverzüglich Anzeige bei der Polizei zu erstatten. Mit der Bescheinigung, die Sie dort erhalten, können neue Kennzeichen bei der Zulassungsbehörde beantragt werden. Daneben sollte auch die eigene Versicherung informiert werden, um Nachteile wegen missbräuchlicher Verwendung auszuschließen.

Ist nicht sicher, ob das Kennzeichen gestohlen oder verloren wurde, sollte im Zweifelsfall bei der Polizei eine Anzeige erstattet werden, um im Falle des Missbrauchs (z.B. Treibstoffdiebstahl) des Kennzeichens weitere Schwierigkeiten zu vermeiden. 

Eine Zuteilung des gleichen Kennzeichens ist nicht möglich, da das alte Kennzeichen aus Sicherheitsgründen gesperrt wird.

Die Verwendung von Pappkennzeichen ist grundsätzlich nicht zulässig. Dies kann allenfalls für einen kurzen Zeitraum toleriert werden, um mit dem Fahrzeug direkt nach Hause oder zur Zulassungsbehörde zu fahren. Das Fahren ohne das vorgeschriebene Kennzeichen kann mit einem Bußgeld in Höhe von 60 Euro geahndet werden.

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Kennzeichenabfrage

Zur Durchsetzung bzw. Abwehr von Rechtsansprüchen im Zusammenhang mit der Teilnahme am Straßenverkehr kann durch die Zulassungsbehörde Auskunft über den/die Fahrzeughalter/in und die Haftpflichtversicherung eines Fahrzeuges erteilt werden (sogenannte "einfache Registerauskunft").

Die Auskunft wird erteilt

  • zur Geltendmachung, Sicherung, Vollstreckung oder Befriedigung von Ansprüchen im Zusammenhang mit dem Straßenverkehr
  • zur Befriedigung oder Abwehr von Rechtsansprüchen im Zusammenhang mit dem Straßenverkehr
  • zur Erhebung einer Privatklage im Zusammenhang mit dem Straßenverkehr

Antragsteller/innen können sowohl Privatpersonen als auch Rechtsanwälte oder öffentliche Stellen sein. Die Antragstellung muss aus Datenschutzgründen schriftlich mit Begründung oder durch persönliche Vorsprache erfolgen. Zuständig für die Erteilung der Auskunft ist grundsätzlich die kennzeichenführende Zulassungsbehörde. Bei einem Umzug unter Mitnahme des Kennzeichens ist die Übernahmebehörde am neuen Wohnort zuständig. Der Antrag auf Erteilung einer Halterauskunft wird in diesem Fall entsprechend weitergeleitet.

Anfrage kann persönlich oder durch eine/n Vertreter/in (z.B. Rechtsanwalt) gestellt werden. Dies kann schriftlich, persönlich und teilweise auch per E-Mail geschehen.

Zuständig ist die Kfz-Zulassungsbehörde, in deren Bereich das Fahrzeug (z.B. des Unfallgegners) zugelassen ist.

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Kontakt

Noch Fragen zu diesem Thema? Die Clubjuristen beantworten Fragen von ADAC Mitgliedern per E-Mail oder telefonisch unter 0 89 76 76 24 23.