Autoversicherung

Wichtiges zur Kaskoversicherung

Bei einem selbstverschuldeten Unfall, bei Mitverschulden, ungeklärter Schuldfrage oder dem Diebstahl des Autos ist die eine Teil- oder Vollkaskoversicherung oft die einzige Möglichkeit, den Schaden ersetzt zu bekommen. Wir erläutern die wichtigsten Punkte zur Kaskoversicherung.

Was ist die Kaskoversicherung?

Der Abschluss einer Kaskoversicherung ist nicht gesetzlich vorgeschrieben und bezweckt den Schutz des versicherten Fahrzeugs und bestimmter Zubehörteile. Im Gegensatz zur Kfz-Haftpflichtversicherung ist der Versicherer nicht dazu verpflichtet, den Antrag auf Abschluss einer Kaskoversicherung anzunehmen.

Die Kaskoversicherung wird üblicherweise als Teilkaskoversicherung und als Vollkaskoversicherung angeboten, wobei die Vollkaskoversicherung den Versicherungsschutz der Teilkaskoversicherung mit einschließt. 

Der Umfang der Versicherungsleistung kann je nach Gesellschaft unterschiedlich sein. Auch innerhalb einer Versicherungsgesellschaft können Unterschiede bei den Leistungen bestehen, je nachdem ob das „Sparpaket“ oder die „Premiumleistungen“ abgeschlossen werden. Der Leistungsumfang der Kaskoversicherung wird daher immer durch die individuellen, Ihrem Vertrag zu Grunde liegenden Bedingungen bestimmt.

Wann ist der Abschluss einer Kaskoversicherung sinnvoll?

Die Vollkaskoversicherung ist solange sinnvoll, wie die Versicherungsprämie in einem akzeptablen Verhältnis zum Wiederbeschaffungswert des Fahrzeugs steht. Oft werden Vollkaskoverträge nach 2 Jahren oder auch nach 4 Jahren in Teilkaskoverträge mit der geringeren Deckungsvariante umgestellt.

Bei manchen Versicherungsgesellschaften wird z.B. der Neupreis erstattet, wenn das Fahrzeug innerhalb der ersten 6 bzw. 12 Monate einen wirtschaftlichen Totalschaden erleidet. Auch bei Diebstahl gewähren manche Gesellschaften für einen bestimmten Zeitraum (meist sechs Monate) den Neupreis. Bei den übrigen Versicherungen wird beim wirtschaftlichen Totalschaden in der Regel der Preis bezahlt, der aufgewendet werden muss, um ein vergleichbares Fahrzeug anzuschaffen. 

Bei Leasingfahrzeugen verlangt der Leasinggeber in der Regel den Abschluss einer Vollkaskoversicherung. Ebenso die Finanzierungsbank, wenn ein Fahrzeugkauf finanziert wird.

Was deckt die Teilkaskoversicherung ab?

In der Teilkaskoversicherung sind in der Regel folgende Schadenursachen versichert:

  • Brand oder Explosion, Entwendung, insbesondere Diebstahl,
  • Raub und unter besonderen Umständen auch Unterschlagung,
  • unmittelbare Einwirkungen von Sturm, Hagel, Blitzschlag oder Überschwemmungen,
  • Zusammenstoß des in Bewegung befindlichen Fahrzeugs mit Haarwild,
  • Bruchschäden an der Verglasung,
  • Schäden an der Verkabelung durch Kurzschluss und direkte Schäden an Teilen durch Marderbiss.

Einige Versicherungen (z.B. die ADAC-Autoversicherung) bieten Varianten an, die den Schutz bei jeder Kollision mit einem Tier beinhalten, also auch mit einem Hund oder einer Katze. Das gleiche gilt für den über den unmittelbar an Kabeln verursachten Schaden durch Marderbiss. So können Folgeschäden z.B. am Motor bis zu einem bestimmten Betrag mit abgesichert werden.

Was umfasst die Vollkaskoversicherung?

In der Vollkaskoversicherung sind üblicherweise über die Teilkaskoversicherung hinaus versichert:

  • Unfallschäden, vor allem selbst verursachte Schäden und Beschädigungen des eigenen Fahrzeugs
  • Schäden durch mut- oder böswillige Handlungen fremder Personen

Welche Schadenpositionen können abgerechnet werden?

Im Fall eines Kaskoschadens können folgende Schadenspositionen geltend gemacht werden: 

  • Reparaturkosten
  • Bei Totalschaden oder bei Verlust des Fahrzeuges: Wiederbeschaffungswert abzüglich Restwert
  • Bergungskosten (bei wirtschaftlichem Totalschaden, zur Altteilverwertung)
  • Einfache Fracht- und Transportkosten
  • Abschleppkosten zur nächsten Werkstatt
  • Besondere Prüfkosten (z. B. für Vermessung)

Nutzungsausfall, Mietwagenkosten, Wertminderung, Portokostenpauschale zahlen die Versicherungen bei Kaskoschäden meistens nicht.

Vollkaskoschaden - kann ich die Rückstufung vermeiden?

Wird die Vollkaskoversicherung in Anspruch genommen, erfolgt in der Regel eine Rückstufung im Schadenfreiheitsrabatt. Bei manchen Versicherungen besteht aber die Möglichkeit, den Schadenbetrag zur Rettung der Schadenfreiheitsklasse an die Versicherung zurückzuzahlen.

Einige Versicherungsgesellschaften bieten gegen Aufpreis einen Rabattretter (d.h. aus der höchsten Schadenfreiheitsklasse wird zwar zurückgestuft, die Prämie in der neuen Schadenfreiheitsklasse beträgt jedoch ebenfalls 30%) oder einen Rabattschutz (d.h. ein Schaden pro Versicherungsjahr belastet den Schadenfreiheitsrabatt nicht, der Versicherungsvertrag wird im nächsten Versicherungsjahr trotz Schadens in die nächst bessere Schadenfreiheitsklasse eingestuft) an.

Teilkaskoschaden - erfolgt eine Rückstufung in der Vollkaskoversicherung?

Gleicht die Versicherung einen Teilkaskoschaden aus, erfolgt meist keine Rückstufung, da es hier überwiegend keine SF-Klassen gibt. Die Leistung durch die Teilkaskoversicherung hat keinen Einfluss auf den Schadenfreiheitsrabatt in der Vollkaskoversicherung. Eine evtl. vereinbarte Selbstbeteiligung darf aber abgezogen werden.

Welche Pflichten habe ich bei einem Kaskoschaden?

Der Schaden muss der Versicherung i.d.R. innerhalb einer Woche schriftlich angezeigt werden. Diebstahl-, Brand- und Wildschäden müssen außerdem unverzüglich bei der Polizei gemeldet werden, wenn der Schaden höher als 150,- € (bei manchen Versicherern höher als 500,- €) ist.

Der Versicherung muss grundsätzlich die Möglichkeit gegeben werden, das Fahrzeug durch einen eigenen Gutachter besichtigen zu lassen. Im Unterschied zum Kfz-Haftpflichtschaden dürfen Sie keinen eigenen Gutachter beauftragen. Es besteht ansonsten die Gefahr, dass Sie die Kosten für den Sachverständigen bezahlen müssen, selbst wenn der Versicherer den Schaden auf der Basis des von Ihnen in Auftrag gegebenen Gutachtens reguliert.

Wann muss die Kaskoversicherung nicht bezahlen?

In der Regel wird die Entschädigung in der Kaskoversicherung unabhängig vom Verschulden bezahlt. Es gibt aber Fälle, die zu Leistungskürzungen oder Leistungsverweigerung durch die Versicherung führen: 

  • Gefahrerhöhung: Wird das normale Risiko der Versicherung durch den Versicherungsnehmer wissentlich und für längere Zeit erhöht und kommt es hierdurch zu einem Schaden am Fahrzeug, kann die Versicherung die Leistung ganz oder teilweise verweigern. Beispiel: das Fahrzeug wird längere Zeit mit abgefahrenen Reifen benutzt und diese Tatsache ist ursächlich für den Schaden.
  • Obliegenheitsverletzung: Die Versicherung ist ganz oder teilweise leistungsfrei, wenn der Versicherungsnehmer eine Obliegenheit vorsätzlich oder grob fahrlässig verletzt hat. Beispiel: unrichtiges Ausfüllen oder verzögerte Abgabe der Schadensmeldung.
  • Grobe Fahrlässigkeit: Bei Vorliegen grober Fahrlässigkeit kann die Versicherung die Leistung ganz oder teilweise zu verweigern. Beispiel: der Fahrer setzt sich in fahruntüchtigem Zustand (z.B. durch Alkohol oder Übermüdung) ans Steuer und es kommt deshalb zum Unfall. Als grob fahrlässig wird es auch angesehen, wenn das Fahrzeug in Folge mangelnder Sicherung entwendet wurde. 

    Entscheidend für die Leistungskürzung ist der Grad der groben Fahrlässigkeit. Viele Versicherer (u.a. die ADAC-AutoVersicherung) verzichten in teureren Leistungspaketen auf den Einwand der groben Fahrlässigkeit, wenn nicht Alkohol oder Drogen den Schadensfall herbeigeführt haben oder ein Diebstahlsfall durch grobe Fahrlässigkeit eingetreten ist.
  • Vorsatz: Es besteht keine Zahlungspflicht, wenn der Schaden vorsätzlich verursacht wurde.