Neuwagenkauf

Kfz-Überführungskosten

- teures Extra beim Autokauf -

Kosten beim Autokauf

Muss der Kunde Überführungs- bzw. Frachtkosten bis zu 1000 € zusätzlich zum Kaufpreis des neuen Autos bezahlen? Weshalb muss der Kunde auch bei der Werksabholung Überführungskosten zahlen?

Der Bundesgerichtshof hat bereits vor mehr als 30 Jahren entschieden, dass Überführungskosten im Kfz-Endpreis enthalten sein müssen und nicht zusätzlich auf den Endpreis des Autos aufgeschlagen werden dürfen. Seit 2008 gilt insbesondere durch Umsetzung europarechtlicher Vorgaben (UGP-RL 2005/29/EG) bei der Frage der Preisgestaltung  der Endpreis als eine wesentliche Information, wenn eine Aufforderung zum Kauf vorliegt. Der Europäische Gerichtshof hat in seinem Urteil vom 07.07.2016 festgestellt, dass bereits in der Werbeanzeige eines Gewerbetreibenden für ein Kfz die von Verbrauchern zu tragenden Kosten der Überführung im Kaufpreis enthalten sein müssen.

Autohändler reagierten auf die europarechtlichen Vorgaben unterschiedlich: Einige Händler inkludieren die Frachtkosten in den Endpreis, andere weisen in Fußnoten oder Sternchen darauf hin, dass Überführungskosten noch zusätzlich anfallen. Nicht immer werden diese konkret beziffert. Interessanterweise verlangen einige Händler sogar bei bereits zugelassenen Fahrzeugen zusätzlich Frachtkosten, obwohl diese bereits durch die Zulassung auf den Händler bei Tageszulassungen verbraucht sind.

Der beworbene Preis eines Fahrzeuges ist oft ausschlaggebend für die Kaufentscheidung des Verbrauchers. Daher sollte der Endpreis, der hier kommuniziert wird, neben dem Fahrzeugpreis alle Preisbestandteile wie Fracht- und Überführungskosten enthalten. Meist treten die Kunden in ausgiebige Kaufpreisverhandlungen ein, wenn es danach aber um die Überführungskosten  geht, werden diese meist stillschweigend als zu zahlende Zusatzkosten akzeptiert. Doch auch hier gilt, dass diese frei verhandelbar sind. Scheuen Sie sich also nicht auch diese Kosten im Rahmen des Endpreises mit zu verhandeln!