Verbraucherkredit - Widerrufsrechte für den Verbraucher

2.11.2018

Bei Verträgen über einen Verbraucherkredit hat der Verbraucher ein Widerrufsrecht. Mit dem Widerruf des Kreditvertrags ist auch der Kaufvertrag für das Auto hinfällig. ADAC Juristen erklären die Widerrufsfrist und die Folgen des Widerrufs.

Widerruf bei Verbraucherkredit – Fristen und Rechtsfolgen
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Widerrufsrecht bei Verbraucherdarlehen

Bei bestimmten Vertragsformen (Außerhalb von Geschäftsräumen geschlossene Verträge, Fernabsatzgeschäfte, Kreditverträge) hat der Verbraucher ein Widerrufsrecht von 14 Tagen. Innerhalb dieser Frist kann er seine auf den Vertragsabschluss gerichtete Erklärung widerrufen.

Grundvoraussetzung für das Widerrufsrecht: es handelt sich um ein Verbrauchergeschäft. Bei Verbraucherkrediten sind das entgeltliche Darlehensverträge zwischen einem Unternehmer als Darlehensgeber und einem Verbraucher als Darlehensnehmer. Darunter fallen sowohl die klassische Finanzierung über einen Kredit, als auch andere Finanzierungsformen wie z.B. ein Leasingvertrag.

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Rechtsfolgen des Widerrufs

Wenn der Verbraucher sein Widerrufsrecht wirksam ausübt, kommt kein wirksamer (Kredit-)Vertrag zustande. Bereits empfangene Leistungen sind dann zurück zu gewähren.

Rückabwicklung des Kaufvertrags

Beim Widerruf wird nicht nur der Darlehensvertrag rückabgewickelt. Auch damit verbundene Verträge sind vom Widerruf betroffen. Ist das Darlehen einer Kfz-Bank zur Finanzierung eines Kfz vorgesehen, ist bei Widerruf der Finanzierung auch der damit verbundene Kaufvertrag rückabzuwickeln. Das gilt auch bei einem Leasingvertrag.
Wichtig dabei ist, dass der Darlehensgeber in diesen Fällen in die Position des Verkäufers eintritt. Das Auto muss der Bank zurückgegeben werden, der Kaufpreis wird von der Bank erstattet.

Wertersatz bei Kfz Rückgabe

Ob und in welchem Umfang der Darlehensnehmer bei Rückgabe des Kfz Wertersatz zu leisten hat, hängt zum einen von der Gesetzeslage zum Zeitpunkt des Vertragsschlusses und zum anderen vom Inhalt der vom Darlehensgeber bereitgestellten Informationen ab. Je nach dem, muss der Verbraucher entweder überhaupt keinen Wertersatz leisten, nur eine Nutzungsentschädigung anhand der gefahrenen Kilometer entrichten oder die Differenz zwischen Neuwert und Wert des Kfz im Zeitpunkt der Rückgabe tragen. Da dies erhebliche Unterschiede ausmachen kann, ist durch sorgfältige Prüfung der Vertragsunterlagen und der zukünftigen Rechtsprechung zu klären, ob sich ein Widerruf für den Kunden überhaupt lohnt.

Für die Frage, ob in Ihrem Finanzierungs- oder Leasingvertrag Fehler bei Belehrung/Verbraucherinformation vorliegen, die zum Widerruf berechtigen und ob sich ein Widerruf lohnen würde, ist eine intensive anwaltliche Prüfung Ihrer Vertragsunterlagen erforderlich.