Finanzierung und Leasing

Fahrzeugrückgabe beim Leasingvertrag

Rückgabe eines Fahrzeugs

Wann kann das Fahrzeug zurückgegeben werden? Was ist dabei zu beachten? Ist eine Rückgabe vor Vertragsende möglich? Wir sagen es Ihnen.

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Fahrzeugrückgabe nach Ende des Leasingvertrags

Je nach Vertragstyp gibt es bei der Rückgabe des Leasingfahrzeuges nach Vertragsende Besonderheiten, die man beachten sollte. Wir stellen Ihnen diese daher im Folgenden nach Vertragstyp gegliedert vor.

Tipp
Bestellen Sie ein neues Leasingfahrzeug beim gleichen Händler erst, wenn der alte Leasingvertrag vollständig abgewickelt und abgerechnet ist. Andernfalls verlieren Sie Ihre gute Verhandlungsposition, wenn die Leasinggesellschaft oder der Händler für das alte Leasingfahrzeug Nachforderungen wegen des Fahrzeugzustandes geltend machen!

Vertrag mit Restwertabrechnung oder sog. Mehrerlösmodell

Besteht ein Restwertvertrag und ist das Fahrzeug bei Rückgabe weniger wert als der kalkulierte Restwert, muss der Leasingnehmer die Differenz aufzahlen.

Ist das Fahrzeug genau so viel wert, wie der vereinbarte Restwert, braucht der Leasingnehmer nicht nachzahlen. 

Ist das Fahrzeug mehr wert, als der kalkulierte Restwert, bekommt der Leasingnehmer i.d.R. vom Mehrerlös 75%; 25% stehen aus steuerlichen Gründen der Leasinggesellschaft zu. Oftmals wird dieser Betrag aber dem Leasingnehmer gutgeschrieben, wenn er einen Folgeleasingvertrag abschließt.

Bei diesem Vertragstyp trägt der Leasingnehmer das sog. Restwertrisiko. Das bedeutet, dass er für die Differenz zwischen dem kalkulierten Restwert und dem tatsächlichen Wert des Fahrzeuges gerade stehen muss – gleich, aus welchem Grund das Fahrzeug weniger wert ist.

Achtung

In den Leasingbedingungen wird üblicherweise vereinbart, dass der vom Sachverständigen ermittelte Händlereinkaufswert maßgebend für die Fahrzeugbewertung ist, da Leasinggesellschaften üblicherweise an den Fachhandel veräußern.

Es empfiehlt sich deshalb für Leasingnehmer bei Restwertverträgen, vor Vertragsbeendigung rechtzeitig selbst einen Käufer zu suchen, der das Fahrzeug, wenn möglich, zum kalkulierten Restwert kauft. Handelt es sich um einen Barkäufer (Ratenzahlung wird nicht akzeptiert), kann die Leasinggesellschaft nicht ablehnen, es sei denn, sie hat einen Käufer, der für das Fahrzeug gleichviel oder mehr bezahlt.

Vertrag mit Andienungsrecht

Er ist eine Variante des Vertragstyps mit Restwertabrechnung: Ist das Fahrzeug bei Vertragsende weniger wert als der kalkulierte Restwert, so muss der Leasingnehmer auf Verlangen der Leasinggesellschaft das Fahrzeug ankaufen, hat aber selbst kein Ankaufsrecht. 

Hat das Fahrzeug einen höheren Wert, hat der Leasingnehmer ebenfalls kein Ankaufsrecht und in der Regel keinen Anspruch auf Auszahlung des Mehrerlöses.

Achtung

Bei niedrig kalkulierten Restwerten rechnen Leasingnehmer oft damit, das Fahrzeug zum Restwert übernehmen zu können. Gerade in diesem Fall übt die Leasinggesellschaft ihr Andienungsrecht nicht aus. Sie verkauft das Fahrzeug zum tatsächlichen, höheren Wert weiter.

Das Kilometerabrechnungsmodell

Bei diesem Modell trägt der Leasingnehmer kein Restwertrisiko. Aber Achtung, auch hier kann es Nachzahlungen geben!

  • Vergütung für Mehrkilometer
    Die Leasingraten sind auf der Basis einer bestimmten Gesamtkilometerleistung errechnet. Fährt der Leasingnehmer mehr, bezahlt er neben den Leasingraten hierfür einen Mehrkilometersatz. Fährt er weniger, bekommt er eine Erstattung nach dem vereinbarten Minderkilometersatz.
  • Erstattung des Minderwerts
    Nach den Allgemeinen Geschäftsbedingungen muss der Leasingnehmer für einen Minderwert am Fahrzeug haften, der auf einer Abnutzung beruht, die über eine gewöhnliche, alters- und laufzeitbedingte Abnutzung hinausgeht. 
    Problematisch ist, dass es keine objektiven Bewertungskriterien für die Feststellung einer vertragsgemäßen Abnutzung im Gegensatz zu einer nicht mehr vertragsgemäßen, und damit übermäßigen Abnutzung gibt. Diese Minderwertfeststellung ist einer der häufigsten Streitpunkte zwischen Leasingnehmer und Leasinggeber. Mangels objektiver Bewertungsmaßstäbe können hier auch Sachverständige sehr unterschiedlicher Meinung sein. Die Beweislast für eine übermäßige Abnutzung des Leasingfahrzeuges trägt der Leasinggeber.
  • Berechnung des Minderwerts
    Bei der Berechnung des Minderwerts ist zu beachten, dass der Minderwert nicht automatisch gleichzusetzen ist mit der Summe der Reparaturkosten, die für die Beseitigung jeder einzelnen übermäßigen Beschädigung oder Abnutzungserscheinung anfallen würde. Vielmehr muss im Wege einer Gesamtbeurteilung der Minderwert des Fahrzeuges mit für einen neutralen Beobachter nachvollziehbaren Kriterien kalkuliert werden.
     
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Vorzeitige Rückgabe des Leasingfahrzeugs

Wer einen Leasingvertrag schließt, sollte vorher genau prüfen, ob er die monatlichen Leasingraten für die gesamte Vertragslaufzeit aufbringen kann. Die ADAC Clubjuristen haben häufig gestelllte Fragen zur vorzeitigen Rückgabe eines Leasingfahrzeugs beantwortet.

Kann ich den Vertrag vor dem geplanten Vertragsende kündigen?

Die Möglichkeit einer außerordentlichen, fristlosen Kündigung besteht nur in Fällen besonders schwerwiegender Vertragsstörungen (z. B. dann, wenn der Leasingnehmer fällige Leasingraten nicht bezahlt oder wenn das Fahrzeug abhanden kommt, einen Totalschaden erleidet – oder schwer beschädigt wird).

Was muss ich im Falle einer vorzeitigen Vertragsbeendigung zahlen?

Leasinggeber und Leasingnehmer sind grundsätzlich an die im Leasingvertrag vereinbarte Laufzeit gebunden. Auf diese Gesamtlaufzeit ist das Gesamtleasingentgelt berechnet und verteilt. Das Gesamtleasingentgelt enthält die aufgewendeten Kosten der Leasinggesellschaft für den Ankauf des Fahrzeuges, einschließlich der Finanzierungskosten, die aufgewendeten Verwaltungskosten und sonstigen Kosten und den von ihr einkalkulierten Gewinn.

Kommt es aus irgendwelchen Gründen tatsächlich einmal zu einer vorzeitigen Vertragsbeendigung, muss der Leasingnehmer, bis auf wenige Abzüge, das ursprünglich vereinbarte Gesamtleasingentgelt bezahlen, denn die Leasinggesellschaft hat ja für den Leasingnehmer das Fahrzeug erworben und ihm zur Nutzung zur Verfügung gestellt.

Das gilt grundsätzlich auch für den Tod des Leasingnehmers, wenn die Erben den Leasingvertrag kündigen wollen (Achtung: In der Regel wird ein Sonderkündigungsrecht der Erben im Rahmen der Allgemeinen Geschäftsbedingungen vereinbart). Wichtig ist daher vor einer übereilten Kündigung eine Überprüfung der leasingvertraglichen Regelungen und eine Überprüfung des Kostenrisikos!

Welche Kosten übernimmt eine Fahrzeugversicherung im Falle eines Totalschadens oder Diebstahls?

Erleidet das Leasingfahrzeug Totalschaden oder wird es gestohlen, ersetzt eine Versicherung lediglich den Wiederbeschaffungswert des Fahrzeuges.

Achtung!

Darüber hinaus hat der Leasinggeber gegenüber dem Leasingnehmer noch Anspruch auf Ausgleich des über den reinen Fahrzeugschaden hinausgehenden Schadens (das restliche Leasingentgelt, die sog. Vollamortisation). Diesen Teil des Schadens ersetzt weder eine Kaskoversicherung noch eine gegnerische Kfz-Haftpflichtversicherung!

Bei vielen Leasinggesellschaften ist es mittlerweile für den Leasingnehmer möglich, dieses insbesondere bei erst kurz laufenden Leasingverträgen besonders hohe Kostenrisiko bei Leasingvertragsabschluss zu versichern (sog. GAP-Versicherung). Fragen Sie hiernach also ausdrücklich!

Will der Leasingnehmer den Leasingvertrag wegen Totalschadens oder Diebstahls beenden, muss er kündigen. Der Leasingvertrag endet also nicht automatisch mit Zerstörung oder Abhandenkommen des Fahrzeuges.

Bei Abhandenkommen des Fahrzeuges empfiehlt es sich zudem regelmäßig, den Leasingvertrag erst einen Monat nach der Entwendung zu kündigen, weil der Leasingnehmer nach den üblicherweise verwendeten Allgemeinen Leasingbedingungen dazu verpflichtet ist, ein gestohlenes Fahrzeug wieder zurückzunehmen, wenn es innerhalb eines Monats nach Eingang der Schadensanzeige beim Versicherer wieder aufgefunden wird.

Bekomme ich eine Sonderzahlung im Falle der vorzeitigen Vertragsbeendigung zurück?

Eine geleistete Leasingsonderzahlung wird im Regelfall nicht zurückerstattet, denn sie ist nur vorausgezahltes Leasingentgelt. Der Leasinggeber hat aber stets Anspruch auf das gesamte, ursprünglich vereinbarte Entgelt.

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Checkliste für die Rückgabe des Leasingfahrzeugs

Die Rückgabe eines Leasingfahrzeuges gestaltet sich häufig problematisch. Nicht selten kommt es zu Schwierigkeiten mit dem Händler bzgl. des Fahrzeugzustandes und etwaiger Nachzahlungsverpflichtungen.  Deshalb steht Ihnen hier eine Checkliste, was Sie bei der Rückgabe eines Leasingfahrzeuges beachten müssen, als PDF-Download zur Verfügung.

Checkliste Rückgabe Leasingfahrzeug (22,86 KB)