Fahrzeugrückgabe beim Leasingvertrag

27.3.2019

Wann kann das Fahrzeug zurückgegeben werden? Was ist dabei zu beachten? Ist eine Rückgabe vor Vertragsende möglich? Wir sagen es Ihnen.

Übergabe eines Autoschlüssels
Foto: iStock.com/Burak Fatsa
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Checkliste für die Rückgabe des Leasingfahrzeugs

Die Rückgabe eines Leasingfahrzeuges gestaltet sich häufig problematisch. Nicht selten kommt es zu Schwierigkeiten mit dem Händler bzgl. des Fahrzeugzustandes und etwaiger Nachzahlungsverpflichtungen.  Deshalb steht Ihnen hier eine Checkliste, was Sie bei der Rückgabe eines Leasingfahrzeuges beachten müssen, als PDF-Download zur Verfügung.

Checkliste Rückgabe Leasingfahrzeug, 22,86 KB

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Fahrzeugrückgabe nach Ende des Leasingvertrags

Je nach Vertragstyp gibt es bei der Rückgabe des Leasingfahrzeuges nach Vertragsende Besonderheiten, die man beachten sollte. Wir stellen Ihnen diese daher im Folgenden nach Vertragstyp gegliedert vor.

Tipp
Bestellen Sie ein neues Leasingfahrzeug beim gleichen Händler erst, wenn der alte Leasingvertrag vollständig abgewickelt ist. Andernfalls verlieren Sie Ihre gute Verhandlungsposition, wenn für das alte Leasingfahrzeug Nachforderungen geltend gemacht werden.

Restwertleasing

Beim Restwertleasing trägt der Leasingnehmer das sog. Restwertrisiko. Das bedeutet, dass er für die Differenz zwischen dem kalkulierten Restwert und dem tatsächlichen Wert des Fahrzeuges gerade stehen muss – gleich, aus welchem Grund das Fahrzeug weniger wert ist.

Ist das Fahrzeug bei der Rückgabe weniger wert als der kalkulierte Restwert, muss der Leasingnehmer die Differenz aufzahlen.

Ist das Fahrzeug genau so viel wert wie der vereinbarte Restwert, braucht der Leasingnehmer nicht nachzahlen. 

Ist das Fahrzeug mehr wert als der kalkulierte Restwert, bekommt der Leasingnehmer i.d.R. 75% vom Mehrerlös. Die restlichen 25% stehen aus steuerlichen Gründen der Leasinggesellschaft zu. Dieser Betrag wird dem Leasingnehmer aber oft gutgeschrieben, wenn er einen Folgevertrag abschließt.

Achtung

In den Leasingbedingungen wird üblicherweise vereinbart, dass für die Fahrzeugbewertung der vom Sachverständigen ermittelte Händlereinkaufspreis maßgebend ist. Für Leasingnehmer ist bei Restwertverträgen daher empfehlenswert, sich vor der Vertragsbeendigung rechtzeitig selbst einen Käufer zu suchen, der das Fahrzeug möglichst zum kalkulierten Restwert kauft. Handelt es sich um einen Barkäufer (Ratenzahlung wird nicht akzeptiert), kann die Leasinggesellschaft nicht ablehnen, es sei denn, sie hat einen Käufer, der für das Fahrzeug gleichviel oder mehr bezahlt.

Kilometerleasing

Beim Kilometerleasing trägt der Leasingnehmer kein Restwertrisiko. Trotzdem kann es auch hier Nachzahlungen geben.

  • Vergütung für Mehrkilometer
     Die Leasingraten sind auf der Basis einer bestimmten Kilometerleistung errechnet. Fährt der Leasingnehmer mehr, bezahlt er neben den Leasingraten hierfür einen Mehrkilometersatz. Fährt er weniger, bekommt er eine Erstattung nach dem vereinbarten Minderkilometersatz.
  • Erstattung des Minderwerts
    Nach den Leasingbedingungen muss der Leasingnehmer für einen Minderwert am Fahrzeug haften, der auf einer Abnutzung beruht, die über eine gewöhnliche, alters- und laufzeitbedingte Abnutzung hinausgeht.
    Problematisch ist, dass es keine objektiven Kriterien für die Abgrenzung einer vertragsgemäßen Abnutzung zu einer nicht mehr vertragsgemäßen, und damit übermäßigen Abnutzung gibt. Diese Minderwertfeststellung ist einer der häufigsten Streitpunkte zwischen Leasingnehmer und Leasinggeber. Mangels objektiver Bewertungsmaßstäbe können hier auch Sachverständige sehr unterschiedlicher Meinung sein. Die Beweislast für eine übermäßige Abnutzung des Leasingfahrzeuges trägt der Leasinggeber.
  • Berechnung des Minderwerts
    Bei der Berechnung des Minderwerts ist zu beachten, dass der Minderwert nicht automatisch gleichzusetzen ist mit der Summe der Reparaturkosten, die für die Beseitigung jeder einzelnen übermäßigen Beschädigung oder Abnutzungserscheinung anfallen würde. Vielmehr muss der Minderwert des Autos bei einer Gesamtbeurteilung mit (für einen neutralen Beobachter) nachvollziehbaren Kriterien kalkuliert werden. 

Vertrag mit Andienungsrecht

Dieses Leasingmodell ist eine Variante Restwertleasings: Ist das Fahrzeug bei Vertragsende weniger wert als der kalkulierte Restwert, muss der Leasingnehmer auf Verlangen der Leasinggesellschaft das Fahrzeug ankaufen. Er selbst hat aber kein Ankaufsrecht. 

Hat das Fahrzeug einen höheren Wert, hat der Leasingnehmer ebenfalls kein Ankaufsrecht und in der Regel keinen Anspruch auf Auszahlung des Mehrerlöses.

Achtung

Bei niedrig kalkulierten Restwerten rechnen Leasingnehmer oft damit, das Fahrzeug zum Restwert übernehmen zu können. Gerade in diesem Fall übt die Leasinggesellschaft ihr Andienungsrecht nicht aus. Sie verkauft das Fahrzeug zum tatsächlichen, höheren Wert weiter.

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Vorzeitige Rückgabe des Leasingfahrzeugs

Wer einen Leasingvertrag schließt, sollte vorher genau prüfen, ob er die monatlichen Leasingraten für die gesamte Vertragslaufzeit aufbringen kann. Die ADAC Clubjuristen antworten auf häufig gestellte Fragen zur vorzeitigen Rückgabe eines Leasingautos.

Kann ich den Vertrag vor dem geplanten Vertragsende kündigen?

Die Möglichkeit einer außerordentlichen, fristlosen Kündigung besteht nur bei besonders schwerwiegenden Vertragsstörungen (z. B. wenn der Leasingnehmer fällige Leasingraten nicht bezahlt, das Fahrzeug abhandenkommt, einen Totalschaden erleidet oder schwer beschädigt wird).

Was muss ich bei einer vorzeitigen Vertragsbeendigung zahlen? 

Leasinggeber und Leasingnehmer sind grundsätzlich an die im Vertrag vereinbarte Laufzeit gebunden. Auf diese Gesamtlaufzeit ist das Gesamtleasingentgelt berechnet und verteilt. Es enthält die aufgewendeten Kosten der Leasinggesellschaft für den Ankauf des Fahrzeuges einschließlich der Finanzierungskosten, die aufgewendeten Verwaltungskosten und sonstigen Kosten und den von ihr einkalkulierten Gewinn.

Kommt es aus irgendwelchen Gründen zu einer vorzeitigen Vertragsbeendigung, muss der Leasingnehmer (bis auf wenige Abzüge) das ursprünglich vereinbarte Gesamtleasingentgelt bezahlen. Die Leasinggesellschaft hat das Auto ja für den Leasingnehmer erworben und es ihm zur Nutzung zur Verfügung gestellt. Das gilt grundsätzlich auch für den Tod des Leasingnehmers, wenn die Erben den Leasingvertrag kündigen wollen. In der Regel ist aber ein Sonderkündigungsrecht der Erben in den Leasingbedingungen vereinbart. 

Tipp: Prüfen Sie vor einer übereilten Kündigung die Regelungen in Ihrem Leasingvertrag und die Kosten für eine vorzeitige Vertragsbeendigung.

Welche Kosten übernimmt eine Fahrzeugversicherung im Falle eines Totalschadens oder Diebstahls?

Erleidet das Leasingfahrzeug einen Totalschaden oder wird es gestohlen, ersetzt eine Versicherung lediglich den Wiederbeschaffungswert des Autos.

Achtung!

Darüber hinaus hat der Leasinggeber gegenüber dem Leasingnehmer aber noch Anspruch auf das restliche Leasingentgelt (sog. Vollamortisation). Diesen Teil des Schadens ersetzt weder eine Kaskoversicherung noch eine gegnerische Kfz-Haftpflichtversicherung!

Bei vielen Leasinggesellschaften ist es möglich, dieses v.a. bei erst kurz laufenden Leasingverträgen besonders hohe Kostenrisiko zu versichern (sog. GAP-Versicherung). Fragen Sie hiernach also ausdrücklich!

Will der Leasingnehmer den Leasingvertrag wegen Totalschadens oder Diebstahls beenden, muss er kündigen. Der Leasingvertrag endet also nicht automatisch mit Zerstörung oder Abhandenkommen des Autos.

Bei Abhandenkommen des Fahrzeuges empfiehlt es sich zudem regelmäßig, den Leasingvertrag erst einen Monat nach der Entwendung zu kündigen, weil der Leasingnehmer nach den üblicherweise verwendeten Leasingbedingungen ein gestohlenes Leasingauto wieder zurücknehmen muss, wenn es innerhalb eines Monats nach Eingang der Schadensanzeige beim Versicherer wieder aufgefunden wird.

Bekomme ich eine Sonderzahlung im Falle der vorzeitigen Vertragsbeendigung zurück?

Eine geleistete Leasingsonderzahlung wird im Regelfall nicht zurückerstattet, denn sie ist nur vorausgezahltes Leasingentgelt. Der Leasinggeber hat aber stets Anspruch auf das gesamte, ursprünglich vereinbarte Entgelt.