Abgas- und Dieselproblematik

Manipulation bei Stickoxiden (NOx) 

13.6.2018

In den USA gelten für Diesel weit niedrigere NOx-Grenzwerte als in Europa. Für das Erreichen der dort vorgeschriebenen NOx-Grenzwerte wurde eine Software eingesetzt, die den Prüfzyklus erkennt und die Motorsteuerung manipuliert. Auch in Europa ist offenbar in zahlreichen Motoren der VW-Gruppe diese Manipulationssoftware verbaut worden.

Seit 01.09.2017 gilt das WLTP Messverfahren für die Typzulassung neuer Pkw-Modelle. 

Laut VW sind Fahrzeuge aller Konzernmarken (VW, Audi, Skoda, Seat) mit 1.2-l- und 1.6-l- sowie 2.0-l-TDI Diesel-Motoren der Motorbaureihe „EA189“, die nach Abgasnorm Euro 5 zugelassen sind, betroffen. Auch einzelne Fahrzeuge mit der Abgasnorm Euro 6 haben eine nicht konforme Software. 

Der Hersteller bestätigt, dass Diesel-Fahrzeuge mit EA-288 Motoren innerhalb der EU sowohl nach Euro 5- als auch Euro 6-Norm nicht vom aktuellen Dieselemissionsthema betroffen sind. 

Audi teilt zudem mit, dass es bei V6- und V8-TDI-Motoren in etwa 200.000 Fahrzeugen der Hersteller Audi, Porsche und VW auch zur Verwendung nicht zulassungsfähiger Software kam. Alle betroffenen Fahrzeuge müssen wie die kleineren Vierzylinder ebenfalls ein Update bekommen.

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FAQs zu den Abhilfemaßnahmen

Wie laufen die Abhilfemaßnahmen ab?

Die Rückrufaktion erfolgt in 14 verschiedenen Gruppen mit vergleichbaren technischen Merkmalen. Diese sind unterteilt in: 1.2/1.6/2.0 TDI-Motoren in Längs- und Quereinbau, Getriebeart, usw. In der Zwischenzeit sind die meisten Updates vom Kraftfahrtbundesamt (KBA) freigegeben und können auf die Autos aufgespielt werden.

Die einzelnen Aktionscodes der Marken lauten: 23R7(VW) / 23Q7(Audi) / 23R6(Skoda) / 23S1(Seat) 

In Deutschland wurden VW zufolge bereits über 90 % der 2,6 Millionen betroffenen Fahrzeuge umgerüstet. Die Beanstandung durch Kunden nach dem Update liegt laut VW dabei unter 1%.

Wie sieht die technische Durchführung aus? 

Die 1,2-, 1,6- und 2,0-Liter-Aggregate der EA189-Motorenfamilie bekommen ein Software-Update. Beim 1,6-Liter EA 189-Motor wird direkt vor dem Luftmassenmesser ein sogenannter Strömungstransformator befestigt. Das ist ein Gitternetz, das den verwirbelten Luftstrom vor dem Luftmassenmesser beruhigt und so die Messgenauigkeit des Luftmassenmessers entscheidend verbessert. Der Luftmassenmesser ermittelt die aktuell durchgesetzte Luftmasse; ein für das Motormanagement sehr wichtiger Parameter für einen optimalen Verbrennungsvorgang. Zudem wird an diesem Motor noch ein Software-Update durchgeführt. Die reine Umsetzung der technischen Maßnahmen nimmt weniger als eine Stunde in Anspruch.

Wie kann ich feststellen, ob mein Fahrzeug betroffen ist? 

Ob das eigene Fahrzeug betroffen ist, kann man auf den Internetseiten der Hersteller durch Eingabe der Fahrgestellnummer abfragen.

Prüfen Sie auf der VW-Website ob Ihr Fahrzeug betroffen ist.
Zusätzlich zur Onlineabfrage hat VW auch eine Hotline eingerichtet. Diese ist unter der Nummer 0662/4681 3500 erreichbar. Mo-Do 8-18 Uhr, Fr 8-17 Uhr.

Prüfen Sie auf der Audi-Website ob Ihr Fahrzeug betroffen ist.
Unter der VW Hotline-Nummer 0662/4681 3500 können auch AUDI-Besitzer telefonisch anfragen, ob ihr Fahrzeug betroffen ist.

Prüfen Sie auf der Skoda-Website ob Ihr Fahrzeug betroffen ist.

Prüfen Sie auf der Seat-Website ob Ihr Fahrzeug betroffen ist.

Prüfen Sie auf der Porsche-Website ob ihr Fahrzeug betroffen ist.

Wie funktionierte die Manipulation der betroffenen Fahrzeuge? 

Laut amerikanischer Umweltbehörde EPA erkennen die betroffenen Fahrzeuge an bestimmten Parametern wie Lenkwinkel, Geschwindigkeitskurven oder den nur zwei drehenden Rädern, dass sie sich im Prüfzyklus befinden und aktivieren dann ein spezielles Programm für Emissionstests. Dadurch werden die Emissionen im Prüfzyklus stärker reduziert als außerhalb dieses Zyklus.

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Abgastests heute und in Zukunft

Warum werden die Abgastests überhaupt im Labor gefahren? 

Um einen zuverlässigen Vergleich von Emissions- und Kraftstoffverbrauchswerten verschiedener Pkw-Modelle zu ermöglichen, wurden genormte Messverfahren gesetzlich vorgegeben, die auf akkreditierten Abgasprüfständen durchgeführt werden.

Wie wird in Zukunft gemessen? 

Um realitätsnähere Verbrauchsangaben zu erhalten, wurde ein neuer Prüfzyklus WLTC (Worldwide harmonized Light Duty Test Cycle) und ein neues Messverfahren WLTP (Worldwide harmonized Light Duty Test Procedure) zur Ermittlung der Schadstoff- und CO2-Emissionen sowie des Kraftstoff- bzw. Stromverbrauches entwickelt. Seit 01.09.2017 gilt das WLTP Messverfahren für die Typzulassung neuer Pkw-Modelle. 

Zusätzlich wurde hier für die Erfassung realer Emissionen auf der Straße ein neues RDE-Messverfahren („Real Driving Emissions“) in das Typgenehmigungsverfahren aufgenommen. Hier wurden Übereinstimmungsfaktoren (zulässige Abweichung der realen Emissionen zum Prüfstandgrenzwert) festgelegt.

Bringt eine Verschärfung der AU etwas? 

Nein. Eine Verschärfung der Abgasuntersuchung (AU) bringt in der aktuellen Debatte um tatsächliche und mutmaßliche Abgasmanipulationen von Autoherstellern nichts. Denn: Die AU hat nicht das politische Ziel, mutmaßliche Manipulationen von Herstellern aufzudecken. 

Die AU dient dazu, mit vertretbarem Prüfaufwand diejenigen Kraftfahrzeuge zu ermitteln, deren Emissionsverhalten aufgrund technischer Mängel und mangelnder Wartung (und nicht aufgrund von etwaigen Manipulationen der Hersteller!) deutlich verschlechtert ist. Zudem ist es mit der AU nicht möglich, Abweichungen von NOx-Emissionen ohne Rollenprüfstand und Last zu messen.

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Was macht der ADAC?

Der ADAC hat Vorher-Nachher-Messungen vorgenommen

Beim Triebwerk 2.0 TDI (Golf und A4) wurden Vorher-Nachher-Tests durchgeführt und zu allen Fällen in der Motorwelt Ausgabe 7/8 2016, sowie im Internet ausführlich zu den Ergebnissen berichtet. 

Sowohl Leistung/Drehmoment, als auch Verbrauch waren im Rahmen der Messunsicherheit unverändert. Beim strengeren WLTC-Fahrzyklus und höherem Tempo waren die NOx-Werte sogar deutlich niedriger als vorher.

Auch die Punkte Motorgeräusche und Laufverhalten wurden genau überprüft. Eine Veränderung der akustischen Eigenschaften und des Laufverhaltens des Motors konnten wir an den getesteten Fahrzeugen nicht feststellen. 

Die Ergebnisse des anschließend gemessenen 1.2 TDI-Motors im Polo bewegen sich auf vergleichbarem Niveau zu den 2.0 TDI-Werten im Golf. Auch hier waren die NOx-Werte im WLTC-Zyklus um etwa ein Drittel deutlich reduziert.

Der untersuchte 1.6 TDI mit 105 PS (77kW) in einem Golf Variant schließt sich den vorangegangenen Tests an. Er zeigte nach dem Software-Update ein gleiches Ansprechverhalten, mit etwas verbessertem Beschleunigungs- und Durchzugsvermögen. Die NOx-Werte haben sich im Zulassungszyklus (NEFZ)  verbessert und im erweiterten „Weltzyklus“ (WLTC) und Autobahnzyklus nach ADAC EcoTest um über 50% verbessert! Die CO2-Messwerte und damit der Verbrauch änderten sich vor und nach dem Update wenig, nur eine leichte Erhöhung im Autobahnzyklus war festzustellen. 

ADAC Clubjuristen und ADAC Techniker informieren laufend

Der ADAC arbeitet laufend daran Informationen zu sammeln, zu überprüfen und umfassend zu informieren. Techniker und Juristen aktualisieren daher fortlaufend diese Internetseiten, um für möglichst viele Fragen der Betroffenen Antworten bereit zu stellen. 

Darüber hinaus hat sich der ADAC bereits seit Jahren auf nationaler und europäischer Ebene mit ADAC Expertise, Messungen und Ergebnisse aus dem ADAC EcoTest und weiterer Untersuchungen als kompetenter Partner für Verbesserungen auch auf dem Gebiet der Abgasemissionen eingesetzt.

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Kontakt

Noch Fragen zu diesem Thema? Die Clubjuristen beantworten Fragen von ADAC Mitgliedern per E-Mail oder telefonisch unter 0 89 76 76 24 23.