Abgas- und Dieselproblematik

Diesel-Barometer: Selbstzünder quo vadis?

28.01.2018

Wer seinen Diesel verkaufen will oder vor einer Neuanschaffung steht, interessiert sich für Markt- und Wertentwicklung von Diesel-Pkw. Thomas Burkhardt, ADAC Vizepräsident für Technik, empfiehlt den Käufern von Diesel-Neuwagen auf den neuen Abgasstandard zu achten.

 Volvo mit PEMS-Messgerät
Abgasmessungen auf der Straße sind künftig relevant für die Zulassung von Pkw.

Gemäß dem Diesel-Barometer der Deutschen Automobiltreuhand (DAT) gibt es starke Vorbehalte beim Diesel. Laut DAT stieg die Skepsis bei Diesel- und Benzin-Pkw-Haltern insgesamt gegenüber dem Diesel-Antrieb um zum Teil über 10 Prozent auf 38 Prozent, und zwar bei beiden Käufergruppen. Analysen der Werte von dreijährigen Gebrauchtwagen ergaben 2017 ein Absinken der Diesel-Restwerte: Im Januar 2017 lag er bei 56 Prozent vom Listenneupreis, im Dezember 2017 bei 52,6 Prozent. Dagegen stieg der Wert vergleichbarer Benziner leicht an und zwar von 56,4 Prozent auf 57,2 Prozent.

Halter von Diesel-Pkw fahren im Schnitt pro Jahr knapp 20.000 Kilometer. Benziner laufen dagegen durchschnittlich nur knapp 12.000 Kilometer pro Jahr. 23 Prozent derjenigen, die planten einen Neuwagen zu kaufen und 15 Prozent der Gebrauchtwagen-Interessenten, gaben an, in ihrer Kaufentscheidung beeinflusst worden zu sein. Auch die Diesel-Nachrüstung bleibt ein Thema: Knapp die Hälfte der Autokäufer glaubt an eine bezahlbare Lösung durch Industrie und Politik. Mit 23 Prozent bei den Neuwagenkäufern und 27 Prozent bei den Gebrauchtwagen bildeten auch diejenigen eine statistisch relevante Menge, die nicht wissen, wie es mit dieser Thematik weitergehen wird. Verneint wurde die Aussage nach einer bezahlbaren Nachrüstlösung von fast einem Drittel aller Autokäufer.

Neuer Abgasstandard: Euro 6d TEMP

Der Diesel bleibt nach unserer Ansicht auf absehbare Zeit eine wichtige Antriebstechnologie. Allerdings ist eine genaue und jeweils individuelle Analyse des Einsatzbereichs, der eigenen Bedürfnisse und der Kosten des Selbstzünders wichtiger denn je. „Wer über einen Neuwagen nachdenkt, sollte grundsätzlich alle Antriebsarten miteinander vergleichen und anhand des persönlichen Mobilitätsverhaltens eine bewusste Entscheidung treffen. Fällt die Wahl dann auf einen Diesel, sollten Käufer - vor dem Hintergrund möglicher Beschränkungen in Ballungsräumen - zu einem Diesel mit dem neuen Abgasstandard Euro 6d TEMP bzw. Euro 6d greifen“, so ADAC Vizepräsident für Technik Thomas Burkhardt.

Die Übersichtsliste zu bis dato erhältlichen Euro-6d-TEMP-Autos wird laufend aktualisiert.

Inzwischen bieten Hersteller immer mehr Autos mit diesem Standard an. Damit entspricht die Industrie unserer Forderung nach mehr Euro-6d-TEMP-Fahrzeugen. „Außerdem muss auch die Nachrüstung von Bestandsfahrzeugen weiter untersucht und bei den Autos umgesetzt werden, wo dies technisch, aus Umweltsicht und aufgrund der entstehenden Kosten sinnvoll ist“, so Burkhardt.

 

Übersicht zur Diesel- und Abgasproblematik