Probleme an der Tankstelle

28.6.2018

Tanken gehört zum Alltag. Wenn es aber zu Schäden am Fahrzeug kommt oder der Preis an der Anzeigetafel nicht mit dem an der Zapfsäule zusammenpasst, steht man plötzlich vor Problemen. ADAC Juristen erklären die wichtigsten Fälle.

Falsch getankt - Was tun?

Was tun bei Schwierigkeiten an der Tankstelle?
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Schaden durch den Zapfhahn

Schlägt ein Zapfhahn an das Auto des Kunden und entsteht dadurch ein Schaden, stellt sich die Frage nach der Haftung. Hat sich der Kunde richtig verhalten und hat er die Zapfpistole richtig bedient, kann der Tankstellenbetreiber für den am Fahrzeug entstandenen Schaden haften, wenn er schuldhaft seine Verkehrssicherungspflichten verletzt hat.

Der Tankstellenbetreiber muss dafür sorgen, dass die Zapfsäulen keine technischen Defekte aufweisen und den Sicherheitsvorschriften entsprechen. Der Tankstellenbetreiber muss aber nicht nach jedem Tankvorgang überprüfen, ob der Kunde den Zapfhahn korrekt eingehängt hat.

Der Tankstellenbetreiber haftet grundsätzlich nicht für Beschädigungen, wenn der Zapfhahn beim automatischen Betanken aus der Tanköffnung herausfällt. Der Kunde muss damit rechnen, dass sich der Zapfhahn aus der Tanköffnung lösen kann, wenn er ihn nicht festhält.

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Zahlungsmittel

500-Euro-Schein

Grundsätzlich sind Euro-Banknoten gesetzliche Zahlungsmittel. Weist die Tankstelle aber schon an den Zapfsäulen deutlich sichtbar darauf hin, dass Karten oder auch 500-Euro-Scheine nicht akzeptiert werden, ist dies rechtlich nicht zu beanstanden.

Hat der Tankstellenbetreiber diesen Hinweis nicht angebracht, gerät er in Annahmeverzug, wenn der Kunde getankt hat und dann bei der Bezahlung abgewiesen wird. Der Tankstellenbetreiber muss dann z.B. für doppelte Fahrtkosten des Kunden aufkommen, wenn dieser bei der Bank erst Bargeld holen muss, um die Tankfüllung bezahlen zu können. 

Münzen müssen nicht in beliebiger Menge akzeptiert werden. Niemand ist verpflichtet, bei einer Zahlung mehr als 50 Münzen anzunehmen.

Kartenzahlung nicht möglich

Nach dem Gesetz muss der Kunde grundsätzlich in bar bezahlen. Akzeptiert der Tankstellenbetreiber aber die Kartenzahlung, muss er nach Ansicht des ADAC bei einem Ausfall des Kartensystems schon an der Zapfsäule entsprechende Hinweise anbringen. Der Kunde kann sich dann entscheiden, ob er trotzdem tankt und damit eine Barzahlung akzeptiert.

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Preisauszeichnung

Tankstellenkunden orientieren sich an den Preisen an der Anzeigetafel. Entscheidend ist aber der Preis an der Zapfsäule. Die Benzinpreise ändern sich oft mehrmals am Tag, so dass es immer wieder zu einer Differenz zwischen den Preisangaben an der Anzeigetafel und der Zapfsäule kommt. Das führt berechtigterweise zu Unverständnis bei den Kunden.

Bei der elektronischen Umstellung der Preise werden zuerst die Zapfsäulen, dann die Kassen und zuletzt die Anzeigetafeln umgestellt. Der ADAC hält diese Vorgehensweise der Mineralölgesellschaften für verbraucherunfreundlich und fordert daher eine zeitgleiche Umstellung der Preise an Anzeigetafeln und Zapfsäulen. Der Kunde muss sich auf die Preisangaben an den Anzeigetafeln verlassen können. 

Vergleichen Sie den Preis an Zapfsäule und Anzeigetafel noch einmal, bevor Sie tanken. 

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Getankt, aber nicht bezahlt

Kunden, die an Selbstbedienungstankstellen tanken und vergessen zu zahlen, müssen neben der Tankforderung mit zusätzlichen Kosten rechnen wie z.B. Anwaltsgebühren, Kosten für Videoauswertungen, Auslagenpauschalen oder Detektive.

Darüber hinaus können auch strafrechtliche Konsequenzen wegen Betruges drohen. Holen Sie anwaltlichen Rat ein, wenn wegen Tankbetruges gegen Sie ermittelt wird. Die Adressen der ADAC Vertragsanwälte finden Sie hier.