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Sebastian Vettel: Der Formel-1-Weltmeister im Interview 

27.4.2018

Die Formel 1 kommt im Juli nach zwei Jahren Pause wieder nach Deutschland. Der vierfache Weltmeister Sebastian Vettel vom Team Ferrari spricht im Motorwelt-Interview über sein Heimrennen, seinen Einsatz für die Nachwuchsarbeit des ADAC und seine Skepsis gegenüber der Formel E

Formel 1 Grand Prix Bahrain
Rot vorn. Nach drei Rennen führt Sebastian Vettel  – der Kampf gegen Lewis Hamilton hat vielversprechend begonnen

Darauf haben Formel 1-Fans zwei Jahre warten müssen: Die Königsklasse startet wieder in Deutschland – vom 20. bis 22. Juli in Hockenheim. Mit dabei ist die ADAC Formel 4. Schirmherr der Nachwuchsserie, in der junge Talente in baugleichen Autos starten, ist Sebastian Vettel. Der vierfache Formel 1-Weltmeister schaffte 2003 und 2004, unterstützt von der ADAC Stiftung Sport, in der Formel-Schule des Clubs den Durchbruch.

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Sebastian Vettel 2018
Sebastian Vettel will mit Ferrari endlich die Formel 1 gewinnen

ADAC Motorwelt: Was bedeutet es für Sie, ein Rennen in Deutschland zu fahren?
Sebastian Vettel: Ich freue mich natürlich unheimlich, dass die Formel 1 zurück in Deutschland ist. Für uns deutsche Fahrer ist es schön, nach Hause zu kommen. Die Gegend um Hockenheim kenne ich sehr gut, von dort ist es nur ein Katzensprung in meine Heimatstadt Heppenheim. Das ist ein richtiges Heimspiel für mich.

Im Rahmenprogramm startet in Hockenheim die ADAC Formel 4. Warum engagieren Sie sich als Schirmherr der Serie?

Ich erinnere mich noch sehr gut an die Anfangsjahre meiner Formel-Karriere. Dem ADAC habe ich viel zu verdanken. Das war eine tolle, aber auch wichtige Zeit, um als Rennfahrer zu reifen. Deswegen freue ich mich, wenn ich gemeinsam mit dem ADAC zur Attraktivität der Formel 4 beitragen kann. Ich verfolge die Meisterschaft aufmerksam, die Jungs fahren auf hohem Niveau, und ich bin sicher, später einige von ihnen in der Formel 1 wiederzusehen.

Hier haben alle Formel 1-Stars angefangen

Seit 27 Jahren bildet der ADAC junge Formel-Piloten aus. Stars wie Ralf Schumacher, Nico Rosberg oder Sebastian Vettel haben beim Club ihre Karriere begonnen. Heute fahren in der Nachwuchsschule, die jetzt ADAC Formel 4 heißt, unter anderem Ralf Schumachers Sohn David und Enzo Fittipaldi (Enkel von Emerson Fittipaldi). Die Serie ist im Rahmenprogramm des ADAC GT Masters und zweimal bei der DTM zu sehen.

"Die Formel 4 ist der Einstieg in den Auto-Rennsport"

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Sebastian Vettel 2003
2003 und 2004 schaffte Vettel in der ADAC Formel BMW den Durchbruch 

Warum ist es wichtig, dass es eine Serie wie die ADAC Formel 4 gibt?
Für junge Talente ist sie nach dem Kartsport der Eintritt in den Automobilrennsport. Das ist einer der wichtigsten Schritte in der Karriere eines jungen Rennfahrers.

Was lernen Fahrer hier? Sie selbst haben 2004 in der Formel BMW ADAC 18 von 20 Rennen gewonnen.
Der Umstieg vom Kart- in den Formel-Sport bedeutet eine große Umstellung. Du sitzt plötzlich in einem Auto, das viel schwerer und deutlich träger ist als ein Gokart. Man hat ein eingeschränktes Sichtfeld, und das eigene Körpergewicht spielt auf einmal keine so große Rolle mehr. Das ist ein ganz anderes Fahrerlebnis. Es gibt so viel zu lernen: das Beherrschen des Autos, die Arbeit mit einem Team und Ingenieuren. Und im Kart hast du die Gelegenheit, viel zu fahren. Auch das ändert sich. Denn im Formel-Sport sind die Trainingszeiten beschränkt, man darf nur wenige Runden auf die Strecke.

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Helfen Ihnen diese Erfahrungen auch heute noch?
Ja, all das ändert sich bis in die Formel 1 nicht mehr. Es wird nur alles größer und schneller. Aber im Prinzip sind es die gleichen Dinge, um die es sich dreht.

Was raten Sie jungen Rennfahrern, die von einem Formel 1-Cockpit träumen?
Jeder muss für sich selbst entscheiden, wie ehrgeizig er ist, mit wie viel Herzblut er dabei sein will. Andererseits ist es wichtig, trotz der ganzen Disziplin und dem Aufwand – das Ganze kostet ja schließlich eine Stange Geld – die Freude am Sport nicht zu verlieren.

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Formel 4  Oschersleben
ADAC Formel 4: Eintritt in den Automobilrennsport für junge Fahrer

Früher gab es viele Formel 1-Fahrer aus Deutschland, im Moment nur noch Sie und Nico Hülkenberg. Woran liegt das?
Ich glaube nicht, dass das einen besonderen Grund hat. Wir durchlaufen einfach verschiedene Phasen. Jahrelang fehlten  Franzosen in der Formel 1. Da haben sich die Franzosen vor sieben Jahren gefragt, was sie falsch machen, weil es so viele Deutsche gab. Jetzt stehen drei Piloten aus Frankreich und einem aus Monaco zwei Deutsche gegenüber. Ich glaube aber, dass bei uns die Voraussetzungen sehr gut sind. Egal, ob Junior- oder Deutsche Kartmeisterschaft, ADAC Formel 4 oder Formel 3 – diese Serien agieren alle auf einem sehr hohen internationalen Niveau. Das heißt: Alles, was junge Rennfahrer brauchen, finden sie direkt vor der Haustür. Da gibt es nichts, was deutschen Talenten für ihre Karriere im Weg steht.

Wie lange müssen Ihre Fans noch auf Ihren ersten WM-Titel mit Ferrari warten?
Wir sind drauf und dran … Das gesamte Team arbeitet sehr hart, und das Potenzial ist da. Letzten Endes liegt es an uns allen, es zusammenzubringen.

Vettel: "Die Formel E ist eine Randerscheinung"

Wo sehen Sie die Zukunft: in der Formel 1 oder in der Formel E?
Man kann die beiden Serien nicht vergleichen. Die Formel 1 ist viel größer und bedeutender, die Formel E ist dagegen eine Randerscheinung. Sie wird die Formel 1 nie ersetzen können.
 
Können Sie sich vorstellen, irgendwann mal ein Rennauto mit Elektroantrieb zu fahren?
Ich habe eher Benzin im Blut (schmunzelt). Allerdings bin ich so ein Auto noch nie gefahren, vielleicht sollte ich das mal machen. Denn natürlich soll man nie ein Urteil über etwas fällen, bevor man es nicht selbst probiert hat.

Deutschland GP: 10 Prozent Rabatt für ADAC Mitglieder

ADAC Mitglieder erhalten auf alle Tickets für den Großen Preis von Deutschland in Hockenheim (20. bis 22. Juli 2018) einen Nachlass. Bei Onlinebuchung unter tickets.formula1.com gibt es im Vorverkauf zehn Prozent Rabatt. Ausgenommen von der Aktion sind lediglich Karten für den "Paddock Club". Um den Rabatt zu bekommen, genügt die Angabe des Codes "ADAC2018". Tolles Extra für Clubmitglieder: Alle Käufer haben die Chance, exklusive Pässe für den Zugang zum Fahrerlager zu gewinnen. Auch für alle anderen Formel 1-Rennen erhalten Mitglieder zehn Prozent Nachlass auf Tickets.
Die Teilnahmebedingungen finden Sie unter formula1.com

Text: Christof Henn. Fotos: Pixathlon (2), dpa Picture-Alliance, PR. (acfo)

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