Auf den Spuren von Vettel: Starthilfe für Lilly

23.10.2018

Die zwölfjährige Kartfahrerin Lilly Zug wird von der ADAC Stiftung Sport unterstützt. Seit 20 Jahren fördert die Stiftung Motorsporttalente wie den heutigen Formel 1-Star Sebastian Vettel

Das große Ziel ist die Formel 1

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ADAC Stiftung Sport Lilly Zug
Nachwuchs-Rennfahrerin Lilly Zug an der Kartbahn

Lilly gibt richtig Gas. Auf der Kartbahn lässt die Zwölfjährige schon seit fünf Jahren andere Mädchen und Jungs hinter sich, sammelt eifrig Pokale und weiß, was sie will: 2019 ADAC Kart Masters* und Deutsche Kartmeisterschaft, danach möglichst viele Trainingsmonate in einem ADAC Formel 4-Renner* und 2021 mit 15 Einstieg in die Nachwuchsserie.

Irgendwann will Lilly Zug* dort fahren, wo ihr Vorbild Max Verstappen heute ist. "Mein großes Ziel ist die Formel 1." Dafür richten die Gymnasiastin aus dem bayerischen Pfaffenhofen an der Ilm und ihre Familie ihr Leben auf den Motorsport aus: Das Sportgymnasium in München gibt ihr ab Donnerstag für Rennwochenenden frei, Mutter Tatjana und Vater Thomas sind immer dabei, Bruder Marius, 15, fährt selbst, und Cousin Marco ist ihr Mechaniker.

Stars wie Vettel und Hülkenberg wurden gefördert

Unterstützt wird Lilly von der ADAC Stiftung Sport, die seit 20 Jahren jungen Talenten Starthilfe gibt. 195 Motorsportler wurden bisher gefördert, darunter der Motorrad-WM-Pilot Philipp Öttl, die Spitzen-Motocrosser Ken Roczen und Max Nagl sowie der Rallye-Junior-Europameister Marijan Griebel.

Zu denen, die es ganz nach oben geschafft haben, zählen auch die DTM-Champions Pascal Wehrlein (Mercedes), Marco Wittmann (BMW) und René Rast (Audi). Und natürlich der Formel 1-Star Nico Hülkenberg (Renault). "Als junger Mensch wurde einem viel mitgegeben, man wurde an die Hand genommen“, erinnert sich Hülkenberg, "es wurden einem Dinge beigebracht, die wichtig sind und den Lernprozess zum Rennfahrer beschleunigt haben.“

Der bekannteste Förderpilot ist der vierfache ­Formel 1-Weltmeister Sebastian Vettel. Er gewann, unterstützt von der Stiftung, als 16-Jähriger hoch überlegen die Formel BMW ADAC – eine Vorgängerserie der heutigen ADAC Formel 4. Vettel erinnert sich "an die finanzielle Unterstützung, die man braucht, um überhaupt antreten zu können“.

 

Die erfolgreichsten Piloten der ADAC Stiftung Sport

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Motorsport ist nicht günstig – die Stiftung hilft

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ADAC Stiftung Sport Hr. Dürheimer
Wolfgang Dürheimer, Vorstand ADAC Stiftung Sport

Der neue Vorstandsvorsitzende der ADAC Stiftung Sport, Wolfgang Dürheimer, 60, weiß, wie wichtig das ist: "Motorsport ist nicht günstig, man braucht ein Kart, Motorrad oder Rennauto, muss teilweise große Reisen an die Rennstrecken bezahlen“, sagt der frühere Trialfahrer, der auch beruflich immer eng mit Motorrad- und Automobilindustrie zu tun hatte. Der Ingenieur für Fahrzeugtechnik und Wirtschaftsingenieur war 14 Jahre bei BMW und dort mehrere Male im Werksteam für die Rallye Paris-Dakar. Danach war er zwölf Jahre bei Porsche auch für die Entwicklung der Rennautos und anschließend im VW-Konzern unter anderem für Motorsport verantwortlich.

Auch mithilfe der ADAC Regionalclubs sichtet die Stiftung Kandidaten für ihr Förderprogramm. "Wir suchen Deutschlands größte Talente, die neben der Schule ihren Fokus auf dem Motorsport und das Zeug haben, ganz nach oben zu kommen“, erklärt Dürheimer. "Wir helfen mit Geld, Schulungen, Leistungsdiagnostik und Betreuung durch frühere Spitzensportler wie Rallye-Weltmeisterin Isolde Holderied oder den früheren Formel 1-Piloten Ralf Schumacher.“ Dürheimer: "Die sehen die Entwicklung unserer Förderkandidaten an den Rennstrecken und können uns hervorragend Feedback geben.“

Finanziert wird die gemeinnützige Stiftung aus Erträgen des Stiftungskapitals und vor allem durch Spenden. Außerdem zahlen erfolgreiche Profis ihr Stipendium zurück. Dürheimer: "So helfen Stars, denen wir geholfen haben, jungen Sportlern, die heute in der gleichen Situation sind wie sie in ihren Anfangsjahren.“

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Steckbrief der ADAC Stiftung Sport

Seit 1998 hilft die ADAC Stiftung Sport* verunfallten Amateur-Motorsportlern, engagiert sich für Sicherheit (z.B. bei der Entwicklung von Kartsitzen) und fördert talentierte Rennfahrerinnen und -fahrern – bis heute mit einer Gesamtsumme von rund sieben Millionen Euro.

Erster Vorsitzender im Vorstand ist der ehemalige Automobil-Manager Wolfgang Dürheimer, sein Stellvertreter der Jurist Rupert Mayer. Im Stiftungsrat sind ADAC Sportpräsident und frühere Rallye-Fahrer Hermann Tomczyk (Vorsitzender), der Industrieberater Dieter Seibert (stellv. Vorsitzender) sowie drei prominente ehemalige Motorsportler: die zweifache Rallye-Weltmeisterin Isolde Holderied, Renn-Legende Hans Joachim "Strietzel“ Stuck sowie der Ex-Formel 1-Star Ralf Schumacher. Letzterer engagiert sich heute u.a. als Schirmherr des ADAC Kart Masters sowie als Teamchef in der ADAC Formel 4.

Text: Christof Henn, Fotos: Loredana Ivancov, PR (4), Gruppe C/Tim Upietz

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