Die schönsten Höhlen in Österreich

7.8.2018

Entdecken Sie Österreichs eindrucksvollste Höhlen – mit unterirdischen Seen, Jahrtausende alten Gletschern sowie einem 40 Meter hohen Höhlendom

Obirhöhle in Österreich
Ein unterirdischer See in der Obir-Tropfsteinhöhle

Dachstein-Höhlen (Oberösterreich)

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Menschen gehen über Brücke in Dachsteiner Eishöhle
Gletscher unter Tage: Ewiges Eis in der Dachstein Rieseneishöhle

Das Dachstein-Alpenmassiv im Salzkammergut wartet gleich mit zwei spektakulären Höhlennamen auf: der Dachstein Rieseneishöhle und der Dachstein Mammuthöhle. Die Rieseneishöhle begeistert mit farbigen Tropfsteinen, einer Hängebrücke sowie Licht- und Toninstallationen. Die Mammuthöhle wartet mit einem Pfad auf, der einen Kilometer in ihr Inneres führt. Ihrem Namen wird sie trotzdem gerecht: Wissenschaftler haben bereits mehr als 70 Kilometer an Gängen erforscht. Sie zählt damit zu den größten Karsthöhlen Europas.

Will man beide Höhlen sehen, sollte man gut zwei Stunden Besuchszeit einplanen. Für Abenteurer werden Trekkingtouren angeboten, die eineinhalb Stunden bis ganztags dauern. Overall, Helm und Stirnlampe bekommt man vor Ort, gute Kondition sollte man allerdings mitbringen.

Hier geht´s zu mehr Infos über die Dachstein Rieseneishöhle*

Obir-Tropfsteinhöhlen (Kärnten)

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Obirhöhle in Österreich
Die neue Multimedia-Anlage bringt Licht ins Dunkel der Obir-Höhle

Die Obir-Tropfsteinhöhlen liegen im zweisprachigen Gebiet Kärntens, nahe der slowenischen Grenze. Der Höhleneingang ist nur zu Fuß oder mit dem Höhlenbus von Bad Eisenkappel / Železna Kapla erreichbar. Für eine Besichtigung sollte man daher mindestens drei Stunden einplanen. Der Eintritt erfolgt über einen 240 Meter langen Stollen, danach erwartet die Besucher ein mehrere Hundert Meter langer unterirdischer Erlebnispark.

Während der Wanderung durch die Grotte hört man Musik oder sieht Bildprojektionen an der Höhlenwand. Durch die Lange Grotte, vorbei an einem pagodenförmigen Stalagmit, geht es zu einem türkisfarbenen unterirdischen See. Kinder haben die Möglichkeit, während der regulären Führung auf Schatzsuche zu gehen und Hinweisen zu folgen. Für maximal drei Personen werden mehrstündige Fototouren angeboten, bei denen ein professioneller Fotograf erklärt, wie man Tropfsteine am besten ablichtet. Zu beachten: vorab Tickets reservieren!

Hier finden Sie mehr Infos zu den Obir-Tropfsteinhöhlen*

Eisriesenwelt (Salzburg)

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Mann steht vor Eiswand in der Eisriesenwelt
Schmelzwasser bildet das Eis in der Eisriesenwelt

Superlativ gefällig? Die Eisriesenwelt in Salzburg heißt nicht nur so, sondern ist mit 42 Kilometern auch die größte Eishöhle der Welt. Vor hunderten Millionen Jahren entstanden durch Gebirgserhebungen Spalten im Kalkfelsen. Chemische Prozesse und Erosionen bedingten, dass sich diese vergrößerten – so entstanden Hohlräume.

Heute besichtigen die Eisriesenwelt zehntausende Touristen jährlich, in der Hochsaison startet alle sechs Minuten eine Führung. Aufgrund des Besucherandrangs ist das Fotografieren leider untersagt und der Besuch nur mit einem Guide möglich, da die Höhle unter Denkmalschutz steht. Der Zustieg dauert trotz Seilbahn noch zwanzig Minuten. 700 Stufen sind zu bewältigen, dann geht es mit Grubenlampen hinein in den ”Eispalast“ getauften Höhleneingang. Meist liegt die Temperatur unter dem Gefrierpunkt. Eineinviertel Stunden geht es über 134 Höhenmeter, also: Gute Kondition mitbringen.

Hier finden Sie mehr Infos zur Eisriesenwelt*

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Unterirdische Wunderwelten in Deutschland und der Schweiz

Menschen fahren mit einem Boot auf dem Lac Souterrain in der SchweizEntdecken Sie Deutschlands eindrucksvollste Höhlen – mit Skeletten ausgestorbener Tierarten, faszinierendem Farbreichtum und "Käserei"

Das sind die schönsten Höhlen der Schweiz –  mit dem größten unterirdischen See Europas und einem 77 Meter hohen Wasserfall.

Lurgrotte (Steiermark)

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Lurgrotte in Österreich
Der 40 Meter hohe Höhlendom der Lurgrotte

Nördlich der Stadt Graz versickert der Lurbach in verkarstetes Gestein und fließt unterirdisch in der Lurgrotte weiter. Mit fünf Kilometern Länge gilt sie als Österreichs größte aktive Wasserhöhle. Schmale Gänge, Schluchten und zahlreiche Tropfsteinformationen, die Einsiedler oder Schiefer Turm benannt wurden. Besonders beeindruckend: eine der größten Höhlendome Mitteleuropas. 120 Meter lang, 80 Meter breit und 40 Meter hoch ist diese Kammer, die im Sommer mit Lichteffekten und klassischer Musik bespielt wird.

Im Winter muss man Rücksicht auf die Fledermäuse nehmen, die hier Winterschlaf halten. Von Dezember bis Ende März, wenn die Niederschlagsgefahr gering ist, werden Abenteuerführungen angeboten: Guides führen Sie bis zu sechs Stunden lang vier Kilometer tief in die Höhle, zu Kletterstrecken, Canyons und durch den unterirdischen Zierhutsee.

Hier finden Sie zusätzliche Informationen zur Lurgrotte*

Spannagelhöhle (Tirol)

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Menschen auf Brücke besichtigen Spannagelhöhle
Ein Guide erklärt die Gesteinsformationen in der Spannagelhöhle

2500 Meter hoch in die Zillertaler Alpen muss man zuerst, damit man den Zugang zur Spannagelhütte erreicht. Dort befindet sich der Eingang zur Höhle. Der Zustieg erfolgt über eine Natursteintreppe. Auswaschungen und Geröll weisen darauf hin, wie Wildbäche in der Vergangenheit das Höhlensystem entstehen haben lassen. Kleine Höhlenbäche gibt es auch heute noch, sie sind aber nur Überbleibsel der damals werkenden Naturgewalten.

Die Spannagelhöhle erstreckt sich über mehr als zehn Kilometer, die großteils Forschern vorbehalten sind. Nach Voranmeldung lassen sich allerdings Höhlentrekking-Touren buchen, bei denen man über Leitern und Kletterpassagen ins Innere der Höhle vordringen kann – und an einer Stelle 18 Meter abgeseilt wird. Wem das zu abenteuerlich klingt, kann die 500 Meter lange Schauhöhle besuchen.

Ein Guide erklärt die geologischen Besonderheiten wie Marmorvorkommen, Führungen dauern rund eine Stunde. Aufgrund der Höhenlage muss man am Gletscher ganzjährig mit Schnee rechnen – bringen Sie daher winterfeste Kleidung und Schuhe mit.

Hier finden Sie mehr Infos zur Spannagelhöhle*

Hier finden Sie eine Karte weiterer Schauhöhlen in Österreich*

 

Text: Benjamin Breitegger. Fotos: PR.

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(rmfo)