Die 7 spektakulärsten Höhlen Deutschlands

8.8.2018

Entdecken Sie Deutschlands eindrucksvollste Höhlen: mit Skeletten längst ausgestorbener Tierarten, einem unheimlichen Farbreichtum bis zu einzigartigem Käse, der nur unter Tage reift

Tropfsteingebilde in der Saalfelder Feengrotte
Vollausstattung in der Saalfelder Feengrotte: Stalagtiten, Stalagmiten und Stalagnaten

Teufelshöhle in Pottenstein (Bayern)

Zoom-In
Bärenskelett in der Teufelshöhle
Dieser Höhlenbär lebte während der letzten Eiszeit in der Teufelshöhle

Mehr als 1000 Höhlen gibt es in der Fränkischen Schweiz in Oberfranken – aber wo außer in der Teufelshöhle bei Pottenstein nahe Bayreuth kann man schon ein Skelett des Höhlenbären besichtigen? Es handelt sich um eine ausgestorbene Bärenart der letzten Eiszeit.

Ein Geologe durchbrach vor rund hundert Jahren eine Wand, die den Großteil der Höhle verschloss. Heute ist die Teufelshöhle mit drei Kilometern Länge die größte der Region und rund die Hälfte kann besichtigt werden. Die Führung, während der 400 Stufen zu bewältigen sind, dauert eine dreiviertel Stunde. Es geht durch mehrere Hallen, die durch stollenartige Gänge miteinander verbunden sind. Die Temperatur liegt bei konstanten 9 Grad. Daher: Jacke mitnehmen nicht vergessen! Und den Besuch möglicherweise rund um Kulturtermine planen: Denn im Sommer ist der Höhleneingang Kulisse für Konzerte und Kabarett-Auftritte.

Hier finden Sie mehr Infos und Tickets zur Teufelshöhle*

Laichinger Tiefenhöhle, Schwäbische Alb (Baden-Württemberg)

Das höhlenreichste Gebiet in Deutschland? Die Schwäbische Alb. Mehr als 2000 Höhlen finden sich im süddeutschen Mittelgebirge. Ein Dutzend davon ist für Besucher zugänglich. Sportliche besichtigen am besten die Laichinger Tiefenhöhle. Dort geht es 55 Meter hinab in die einzig begehbare Schachthöhle Deutschlands. Im Inneren erklären Schautafeln die Geologie der Schwäbischen Alb sowie den rund fünf Millionen Jahre andauernden Verkarstungsprozess. Interessierte können auch das Höhlenmuseum gleich beim Eingang besuchen.

Und wenn Sie schonmal da sind: Ein karstkundlicher Wanderweg, rund zwölf Kilometer lang, führt vorbei an einer der größten Dolinen auf der Schwäbischen Alb, einer Sinkhöhle mit einem Durchmesser von 50 und einer Tiefe von 10 Metern.

Hier finden Sie mehr Infos zur Tiefenhöhle Laichingen*

Atta-Höhle in Attendorn (Nordrhein-Westfalen)

Zoom-In
Käselager in der Attahöhle
Der Atta-Käse aus der Atta-Höhle – eine Spezialität von unter Tage

Die Atta-Höhle wurde vor mehr als hundert Jahren von Steinbrucharbeitern entdeckt. Heute ist sie mit zehntausenden Besuchern jährlich eine der bekanntesten Tropfsteinhöhlen Deutschlands – und eine der schönsten des Landes. Das Höhlensystem erstreckt sich über sieben Kilometer, besichtigen kann man allerdings nur einen kleinen Teil davon.

Führungen dauern rund 40 Minuten, der Besucher sieht farbige Formationen von Stalaktiten und Stalagmiten – hängenden und emporwachsende Tropfsteine – sowie die Kombination aus beiden: sogenannte Stalagnaten.

In einer Gesundheitsgrotte 50 Meter unter der Erdoberfläche kann man auf Liegen entspannen: Die reine Höhlenluft ist gut für die Gesundheit und hilft unter anderem bei Asthma- oder Heuschnupfenleiden. Aufwarten kann die Atta-Höhle auch mit einer kulinarischen Spezialität: Der Atta-Käse reift knapp drei Monate bei 95 Prozent Luftfeuchtigkeit in den Höhlengängen von Attendorn.

Hier finden Sie mehr Infos und Tickets zur Atta-Höhle*

Tipp Icon

Unterirdische Wunderwelten in Österreich und der Schweiz

Obirhöhle in ÖsterreichEntdecken Sie Österreichs eindrucksvollste Höhlen – mit unterirdischen Seen, Gletschern sowie einem 40 Meter hohen Höhlendom.

Das sind die schönsten Höhlen der Schweiz –  mit dem größten unterirdischen See Europas und einem 77 Meter hohen Wasserfall.

Herbstlabyrinth – Schauhöhle Breitscheid (Hessen)

Zoom-In
Schauhöhle Breitscheid
Öffentlich zugänglich ist nur die Knöpfchenhalle in der Schauhöhle

Ein langer Name für eine massive Höhle: Mehr als zwölf Kilometer in den Felsen führt das bisher bekannte Herbstlabyrinth-Adventhöhle-System. Forscher erkunden es nach wie vor. Es handelt sich um das größte Höhlensystem Hessens, das zu einem kleinen Teil als Schauhöhle konzipiert ist.

Besucher können die 80 Meter lange Knöpfchenhalle besichtigen, in der fast alle in der Höhle vorkommenden Tropfsteinarten vorkommen. Sie wurde erst 2009 eröffnet und wird von einem LED-Lichtsystem ausgeleuchtet. Das garantiert eine besondere Inszenierung der Höhlenstruktur – und spektakuläre Fotos.

Führungen finden in Kleingruppen zu jeder vollen Stunde statt. Ein Guide berichtet über die Geologie und Höhlenforschung – und: Besucher können einen 30.000 Jahre alten Höhlenbärenknochen begutachten. Die Gemeinde empfiehlt, Tickets vorab über die Website zu buchen. Der Karst- und Höhlenlehrpfad ist für Wanderungen in der Umgebung geeignet.

Sie finden hier mehr Infos und Tickets zum Herbstlabyrinth*

Kalkberghöhle in Bad Segeberg (Schleswig-Holstein)

Zoom-In
Fledermaus in der Kalkberghöhle
Auch die Kalkberghöhle bietet Fledermäusen ein perfektes Zuhause

Die Kalkberghöhle ist Schleswig-Holsteins einzige, die für Besucher zugänglich ist. Es geht mehr als zwei Kilometer durch die Gänge und Hallen eines mehrere tausend Jahre alten Ökosystems. Lernen kann man darüber bei einer geführten Wanderung, die eine halbe Stunde dauert. Ein Guide zeigt den Weg und erklärt, wie die Höhle entstanden ist.

Eine Besonderheit: Mit dem Segeberger Höhlenkäfer gibt es dort eine einzigartige Tierart. Zudem leben rund 20.000 Fledermäuse acht verschiedener Arten in der Höhle. Sie halten mehrere Monate im Jahr Winterschlaf, dann ist der Zutritt zur Höhle verboten. Im Sommer jedoch lassen sie sich beobachten – und in einer Erlebnisausstellung kann man über sie lernen. Wie in der Höhle ist es dort dunkel. Nur mit der Taschenlampe geht es dann vier Etagen durch die ”Welt der Fledermäuse“.

Hier finden Sie mehr Infos und Tickets zur Kalkberghöhle*

Saalfelder Feengrotten (Thüringen)

Zoom-In
Führung in der Saalfelder Feengrotte
Der Farbreichtum der Feengrotten in Thüringen ist einzigartig

Entstanden aus einem ehemaligen Bergwerk sind die Saalfelder Feengrotten heute für ihren Farbreichtum berühmt. Auf drei Stockwerken – sogenannten Sohlen – wandert man vorbei an Grottenseen und mehreren hundert Jahre alten Tropfsteinen, die hier besonders schnell wachsen. Forscher wiesen 40 verschiedene Materialien in der Höhle nach, die genau genommen ein Schaubergwerk ist. Mit dem ”Grottoneum“ gibt es auch ein Erlebnismuseum.

Als Ausflugsziel sind die Feengrotten vor allem für Familien geeignet: Kinder können sich auf einem Abenteuerspielplatz austoben oder den Wald auf einem Erlebnispfad erkunden. Die Feengrotten organisieren außerdem Führungen speziell für Kinder zwischen vier und neun Jahren.

Mit roter Zwergenmütze und Grubenlampe können sie auf Entdeckungstour gehen. Erwachsene können sich währenddessen im Heilstollen erholen. In einer ruhigen Umgebung verbessert die reine Höhlenluft die Atemfunktion und stärkt das Immunsystem.

Hier finden Sie mehr Infos und Tickets zu den Feengrotten*

Rübeländer Tropfsteinhöhlen (Sachsen-Anhalt)

Zoom-In
Theateraufführung in der Rübenländer Tropfsteinhöhle
Die Baumannshöhle dient auch als Veranstaltungsort 

Im Harz, rund eine Stunde vom höchsten Berg des Nordens, dem Brocken, entfernt, liegt eine Ortschaft mit dem schönen Namen Höhlenort Rübeland. Dort befinden sich zwei der ältesten Natur-Schauhöhlen Deutschlands, die Baumannshöhle und die Hermannshöhle.

Erstere besuchte bereits der Dichter Johann Wolfgang von Goethe und so gibt es in der Höhle einen Goethesaal: eine Naturbühne, die als Kulisse für Theateraufführungen, Konzerte oder Trauungen dient. Besonders eindrucksvoll ist auch die von Stalaktiten und Stalagmiten geprägte Säulenhalle. Der Eingang zur Hermannshöhle, geprägt durch tiefe Schluchten, liegt nur ein paar Fußminuten entfernt. Dort können Besucher den Grottenolm beobachten, ein Schwanzlurch und nicht gerade hübscher Höhlenbewohner. Führungen finden täglich statt und dauern pro Höhle ca. 50 Minuten.

Hier finden Sie mehr Infos und Tickets zu den Rübefelder Höhlen*

Hier finden Sie eine Karte weiterer Schauhöhlen in Deutschland*

 

Text: Benjamin Breitegger. Fotos: PR.

Kritik, Lob, Anregungen? Schreiben Sie uns: redaktion.motorwelt@adac.de

* Durch Anklicken der Links werden Sie auf externe Internetseiten weitergeleitet, für deren Inhalte der jeweilige Seitenbetreiber verantwortlich ist.